Heute ist der 11. Mai 2026 und im Bodenseekreis brodelt es vor Aufregung. Der Kreistag hat diese Woche eine entscheidende Sitzung anberaumt, um über den neuen Träger des insolventen Klinikverbunds Medizin Campus Bodensee (MCB) zu entscheiden. Die gesamte Region blickt gespannt auf die Wahl zwischen zwei Bietern: der Oberschwabenklinik aus dem Kreis Ravensburg und der Schweizer Ameos Gruppe. Beide haben ihre ganz eigenen Visionen für die Standorte in Friedrichshafen und Tettnang, und es scheint, als ob die Entscheidung weitreichende Konsequenzen für die lokale Gesundheitsversorgung haben wird.

Das Thema steht nicht nur im Kreistag des Bodenseekreises auf der Tagesordnung, sondern auch im Gemeinderat Friedrichshafen und im Ravensburger Kreistag. Die Oberschwabenklinik plant eine Umbenennung in Oberschwaben-Bodensee-Klinik (OBK) und möchte das Klinikum Friedrichshafen mit rund 220 Betten ausstatten. Interessanterweise bleibt das Krankenhaus in Tettnang geschlossen, aber eine Nachnutzung als Medizinisches Versorgungszentrum für ambulante Operationen ist vorgesehen. Im Gegensatz dazu setzt die Ameos Gruppe auf eine Konzentration auf den Standort Friedrichshafen mit einer Kapazität von etwa 340 Betten. Das Krankenhaus in Tettnang würde komplett geschlossen, ohne vertragliche Regelungen zur Nachnutzung.

Die Entscheidung naht

Wie es aussieht, wird der Kreistag auch die finanziellen Aspekte berücksichtigen. Gelder vom Bodenseekreis und der Stadt Friedrichshafen sind in beiden Konzepten eingeplant. Die Oberschwabenklinik bietet dem Bodenseekreis Plätze im Aufsichtsrat, während die Ameos Gruppe diese Möglichkeit nicht bietet. Landrat Luca Wilhelm Prayon (CDU) hat bereits seine Empfehlung ausgesprochen, die Oberschwabenklinik zu wählen. Er hebt die Vorteile der kommunalen Trägerschaft hervor und betont die Notwendigkeit, Konkurrenz zwischen den Kliniken zu vermeiden. Sogar die SPD-Kreistagsfraktion schließt sich dieser Meinung an, um eine hochqualifizierte stationäre Versorgung zu gewährleisten.

In einer nichtöffentlichen Sitzung am 24. März 2026 im Landratsamt Friedrichshafen haben Vertreter der Oberschwabenklinik, AMEOS-Gruppe und SRH-Holding ihre Angebote und Konzepte präsentiert. Jede Bewerber hatte eine Stunde Zeit, um seine Vision vorzustellen, und es wurde ein detaillierter Fragenkatalog zu den medizinischen Planungen und Finanzierungsmodellen durchgearbeitet. Die nächste nichtöffentliche Beratungsrunde wird am 29. April 2026 stattfinden, bevor die Entscheidung in einer öffentlichen Sitzung am 13. Mai 2026 fallen soll. Landrat Prayon betont, wie wichtig ein sorgfältiger Prozess für die Krankenhausversorgung ist – immerhin geht es um die Gesundheit der Bürger.

Was kommt als Nächstes?

Die Diskussionen sind also in vollem Gange, und angesichts der unterschiedlichen Pläne beider Bieter wird es spannend zu sehen, wie sich die Entscheidung letztlich auswirken wird. Die Oberschwabenklinik möchte stärker zusammenarbeiten und die Infrastruktur im Kreis Ravensburg und Bodenseekreis optimieren, während die Ameos Gruppe auf Expansion und Erhalt bestehender Leistungen setzt. Die Bürger, die auf die medizinische Versorgung angewiesen sind, warten gespannt darauf, wer die Nase vorn haben wird.

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Es bleibt abzuwarten, wie der Kreistag die Angebote bewerten wird und welche Auswirkungen die Entscheidung auf die Region haben könnte. Die Rolle des Standortes Tettnang wird ebenfalls eine zentrale Frage bleiben, da der Gemeinderat dort eine kommunale Lösung fordert.