Heute ist der 28.05.2026 und die Nachricht über die bevorstehende Schließung der Klinik in Tettnang hat bereits viele Gemüter erhitzt. Bürgermeisterin Regine Rist hat sich klar und deutlich geäußert. Sie spricht von einem Verlust an Sicherheit und Daseinsvorsorge für die Bürger im Bodenseekreis. Am 31. Mai wird der Betrieb der Klinik endgültig eingestellt, und die Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung sind bereits jetzt spürbar.

Ein besonders alarmierendes Signal kommt von Dr. Ingo Exner, einem Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Er warnt vor dem Verlust der HNO-Notfallversorgung in der Region. Die HNO-Abteilung in Tettnang war seit fast 50 Jahren die einzige zugelassene Vollabteilung im Umkreis von 100 Kilometern. Künftig müssen Patienten für HNO-Notfälle nach Villingen-Schwenningen fahren, was eine Anfahrt von knapp zwei Stunden bedeutet. Das ist selbst für den gesundesten Menschen ein ganz schöner Weg. Und was ist mit den Wartezeiten? Die werden vermutlich zunehmen, da viele auf andere Einrichtungen ausweichen müssen.

Unsicherheiten in der Gesundheitsversorgung

Die Ameos-Gruppe plant zwar, HNO-Behandlungen in Friedrichshafen anzubieten, aber es gibt noch viele Unsicherheiten über die tatsächliche Umsetzung. Die Kassenärztliche Vereinigung hingegen gibt an, dass der Bodenseekreis mit 130 Prozent Versorgungsgrad bei niedergelassenen HNO-Ärzten gut versorgt sei. Doch wie viel Wert hat diese Statistik, wenn die nächste Notaufnahme für HNO-Notfälle so weit entfernt ist?

Bis zur Schließung am 29. Mai wird im Krankenhaus Tettnang noch in der zentralen Notaufnahme gearbeitet, allerdings nur für unfallchirurgische Patienten. Eine Abschiedsfeier für die Klinik ist am Freitagvormittag geplant, und viele Mitarbeiter erhalten Kündigungen. Einige von ihnen wechseln zum Klinikum Friedrichshafen. Ein kleines Team wird nach dem 31. Mai die Immobilie betreuen, während das HNO-Zentrum und das MVZ weiterhin für Patienten da sind. Das klingt fast nach einer Stippvisite bei einem alten Bekannten, der bald nicht mehr da ist.

Gesundheitsversorgung im Wandel

Was bedeutet das alles für die Gesundheitsversorgung im Bodenseekreis? Laut dem Robert Koch-Institut umfasst die Gesundheitsversorgung Organisationen, Strukturen und Prozesse zur Förderung der Gesundheit, Krankheitsvorbeugung und medizinischer Behandlung. Wichtige Kenngrößen des Versorgungsgeschehens sind entscheidend für die Sicherstellung einer angemessenen und hochwertigen Gesundheitsversorgung. Doch wie sieht es in der Realität aus, wenn eine Klinik schließt und die Patienten längere Wege in Kauf nehmen müssen?

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Die Situation in Tettnang ist ein Beispiel für die Herausforderungen, vor denen viele Regionen stehen, wenn es um die Gesundheitsversorgung geht. Die Schließung einer Klinik hat nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf die Patientenversorgung, sondern wirft auch Fragen über die Zukunft der medizinischen Infrastruktur auf. Ob diese Veränderungen zu einer besseren oder schlechteren Versorgung führen, bleibt abzuwarten.