Im Breisgau-Hochschwarzwald gibt es aktuell Grund zur Sorge: Der Japankäfer, ein gefürchteter Quarantäneschädling, hat in der Region bereits seine Spuren hinterlassen. Im Juli 2022 wurden am Güterbahnhof in Freiburg zahlreiche dieser Käfer gefangen. Die untere Landwirtschaftsbehörde des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald hat daraufhin am 1. August 2025 eine Allgemeinverfügung erlassen, um der Bedrohung durch den Japankäfer entgegenzuwirken. Diese Verfügung ist weiterhin gültig und umfasst Maßnahmen zur Bekämpfung und Kontrolle des Schädling.
Der Japankäfer, etwa 1 cm groß und metallisch grün mit auffälligen weißen Haarbüscheln, hat sich als echter Plagegeist entpuppt. Er frisst an über 400 Wirtspflanzen, darunter Zierpflanzen, Weinreben, Obstbäume und sogar Ackerkulturen. Die Larven des Käfers schädigen Wiesen und Rasenflächen, während die adulten Käfer Fraßschäden an Blättern, Blüten und Früchten verursachen. Dies kann dazu führen, dass nur noch die Gerippe der Blätter übrig bleiben – nicht gerade ein schöner Anblick für Gartenliebhaber!
Bekämpfung und Kontrolle
Die Allgemeinverfügung teilt das Gebiet um die Fundstellen in zwei Zonen auf: Die Befallszone hat einen Radius von 1000 Metern um die Fundstellen, während die Pufferzone mindestens 5 Kilometer umfasst. Wer jetzt denkt, das sei doch nicht so wild, der irrt: In der Pufferzone dürfen Grünschnitt und Pflanzenreste in der Zeit vom 1. Juni bis 30. September nicht ohne vorheriges Häckseln entfernt werden. Ähnlich strenge Auflagen gelten in der Befallszone, wo sogar die Bewässerung von Rasen- und Grünflächen von Juni bis September verboten ist. Bei weiteren Funden müssten die Zonen ausgeweitet werden – ein Albtraum für die betroffenen Gärten!
In Hessen ist das Problem nicht minder akut. Dort warnte der Pflanzenschutzdienst vor dem Japankäfer, der Gärten, Weinberge und Parks bedroht. Der Käfer wurde erstmals im Sommer 2025 im Raum Trebur nachgewiesen, und acht gefangene Exemplare lassen darauf schließen, dass sich die Käferpopulation ausbreitet. Auch hier gilt: Die Larven bereiten sich auf das Schlüpfen im Juni vor, und die Flugzeit der Käfer erstreckt sich von Juni bis Ende September, mit einem Höhepunkt der Aktivität im Juli.
Aufmerksamkeit ist gefragt
Die Bevölkerung wird gebeten, verdächtige Käfer zu melden und Fahrzeuge sowie Gepäck nach Reisen auf den Schädling zu kontrollieren. Bei Verdacht auf einen Japankäfer sollen Bürger das Tier lebendig einfangen, fotografieren und über das Beteiligungsportal des Landes Hessen melden. Bei bestätigtem Fund wird das Tier durch das Regierungspräsidium abgeholt – eine ziemlich prägnante Methode, um mit dem Problem umzugehen.
Der Japankäfer ist von der EU als prioritärer Unionsquarantäneschädling eingestuft, was bedeutet, dass sein Befall ausgerottet oder zumindest seine Ausbreitung verhindert werden muss. Die Behörden müssen Notfallpläne entwickeln und Erhebungen durchführen, um der Bedrohung Herr zu werden. Schädlinge wie der Japankäfer zeigen, wie wichtig das Internationale Pflanzenschutzübereinkommen (IPPC) ist, das seit über 50 Jahren Pflanzen vor solchen Bedrohungen schützt.
Die Lage ist also ernst, und es braucht Aufmerksamkeit – nicht nur in der Breisgau-Region, sondern auch in Hessen und darüber hinaus. Solche Schädlinge sind nicht nur lästig, sie können auch ernsthafte wirtschaftliche Schäden verursachen und die biologische Vielfalt bedrohen. Wer hätte gedacht, dass ein kleiner Käfer so viel Aufregung auslösen kann?
