Am Kreuzfahrtschiff MV Hondius hat sich ein besorgniserregender Ausbruch von Hantaviren ereignet. Berichten zufolge sind leider drei Menschen gestorben, und weitere Passagiere wurden infiziert. Dies hat in der Region um Calw für Aufregung gesorgt, doch das Landratsamt und der Klinikverbund Südwest geben Entwarnung. Es scheint, als sei das Risiko für die Bevölkerung vor Ort nicht so hoch, wie es zunächst befürchtet wurde. Dennoch bleibt die Situation ernst.

Hantaviren, eine Gruppe von behüllten RNA-Viren, sind weltweit verbreitet und werden vor allem durch Nagetiere übertragen. In Deutschland sind die Typen PUUV und DOBV am häufigsten. Während PUUV, welches hauptsächlich durch die Rötelmaus verbreitet wird, in den südlichen und westlichen Regionen auftritt, ist DOBV eher im Norden und Osten anzutreffen. Die Ansteckung erfolgt typischerweise durch das Einatmen von Staub, der mit dem Kot oder Urin infizierter Tiere kontaminiert ist, oder durch direkten Kontakt mit verunreinigten Materialien.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in einem Artikel des Schwarzälder Bote.

Symptome und Gefahren

Die Symptome einer Hantavirus-Infektion sind oft grippeähnlich: Hohes Fieber, Schmerzen und in schweren Fällen sogar Organfunktionsstörungen. Die Sterblichkeit variiert stark – während sie bei PUUV unter 0,1 Prozent liegt, kann sie bei anderen Typen bis zu 40 Prozent betragen. In den letzten zwei Jahren wurden im Kreis Calw keine Hantavirus-Fälle gemeldet, jedoch gab es in ganz Baden-Württemberg in diesem Jahr bereits knapp 20 Fälle. Die Zahlen schwanken stark von Jahr zu Jahr, und Männer zwischen 30 und 49 Jahren sind am häufigsten betroffen.

Schutzmaßnahmen sind daher unerlässlich. Experten empfehlen, den Kontakt mit Nagetierausscheidungen zu vermeiden, bei Reinigungsarbeiten auf gute Belüftung zu achten und persönliche Schutzausrüstung zu tragen. Allein in diesem Jahr kam es in Deutschland zu einer spürbaren Häufung von Fällen, und die Gesundheitsbehörden warnen vor den Risiken, die insbesondere für Feld- und Forstarbeiter bestehen.

Die Übertragung von Hantaviren

Wussten Sie, dass es in Südamerika sogar eine Variante namens Andes-Typ gibt? Diese kann von Mensch zu Mensch übertragen werden, was bei den in Deutschland vorkommenden Hantaviren nicht der Fall ist. In Deutschland treten Hantavirus-Infektionen meist in den südlichen Bundesländern auf, wie Baden-Württemberg und Bayern, aber auch in Teilen von Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Die Übertragungswege sind vielfältig: Urin, Kot und Speichel infizierter Nagetiere können zur Ansteckung führen, was die Vorsicht umso wichtiger macht.

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In Deutschland sind Hantavirus-Infektionen zwar selten, die jährliche Zahl liegt meist nur im dreistelligen Bereich. In Ausbruchsjahren können jedoch mehrere Tausend Fälle auftreten. Auch in den letzten 25 Jahren gab es nur einen registrierten Todesfall in Deutschland, was die Gefährlichkeit dieser Viren relativiert, aber dennoch nicht unterschätzt werden sollte. Eine symptomatische Behandlung steht im Vordergrund, da es keine spezifische antivirale Therapie gegen Hantaviren gibt. Die Behandlung konzentriert sich auf die Stabilisierung von Kreislauf und Organfunktionen.

Wie man sieht, ist das Thema Hantaviren nicht nur für die Betroffenen auf dem Kreuzfahrtschiff von Bedeutung, sondern betrifft auch uns hier in der Region. Bleiben Sie also informiert und schützen Sie sich, wenn Sie sich in Gebieten aufhalten, wo Nagetiere und damit auch die Hantaviren vorkommen können.