Calw, ein kleiner Ort in Deutschland, steht im Mittelpunkt einer ganz schön brisanten Geschichte. Am Sonntag suchte ein Mann mit hohem Blutdruck im neuen Calwer Krankenhaus Hilfe. Was hätte ein einfacher Gang zur Apotheke sein sollen, entwickelte sich schnell zu einem echten Abenteuer. Der Mann benötigte dringend ein Medikament, doch in Calw und Umgebung war keine Notdienst-Apotheke in Sicht. Und so begann seine Reise, die ihn über 50 Kilometer entfernte Orte führte, ohne dass er das Gesuchte fand. Ein echtes Armutszeugnis, könnte man sagen!
Nach dem vergeblichen Versuch, in Friolzheim das benötigte Medikament zu bekommen, musste der Mann nach Pforzheim weiterfahren. Dort stellte sich heraus, dass die Apotheke das Medikament nur in großen Mengen führte und ein neues Rezept verlangte. Verständlich, dass er in seiner Verzweiflung den Oberbürgermeister von Calw, Florian Kling, kontaktierte. Sein Anliegen: eine Lösung für die unzureichende Notdienstversorgung in Calw finden. „Unverantwortlich“, kritisierte er die Situation, die viele Bürger in einer ähnlichen Lage betreffen könnte.
Die aktuelle Situation
Die Landesapothekerkammer ist für die Organisation der Notdienste verantwortlich. Seit Januar 2025 wurde die Verteilung der Notdienste umgestellt, um eine gleichmäßige Abdeckung zu gewährleisten. Anstatt nach Orten oder Landkreisen zu verteilen, geschieht dies nun nach Entfernungen. Ein cleverer Ansatz, könnte man meinen. Doch er birgt auch Tücken: In manchen Landkreisen könnte es plötzlich keine Apotheke im Notdienst geben, während in nahegelegenen Ortschaften vielleicht mehrere zur Verfügung stehen. Ein echtes Dilemma!
In ganz Deutschland sinkt die Zahl der Apotheken. Im letzten Jahr schlossen 440 Apotheken, sodass im Jahr 2025 noch 16.601 Standorte existieren. In Baden-Württemberg haben Apotheken im Schnitt 16,5 Notdienste pro Jahr. Das klingt nach viel, ist aber angesichts der ständigen Herausforderungen, vor denen die Apotheken stehen, nicht einfach. Die Kammer versucht, ein Gleichgewicht zwischen den Belastungen der Apothekenleiter und den Bedürfnissen der Patienten zu finden. Eine schwierige Gratwanderung!
Was tun, wenn’s brennt?
Um nicht wie der Mann aus Calw in eine ähnliche Situation zu geraten, gibt es einige hilfreiche Tools. Auf der Website aponet.de kann man schnell und unkompliziert die nächstgelegene Notfallapotheke finden. Einfach Ort oder Postleitzahl eingeben, und schon erscheinen alle Notapotheken in der Umgebung auf einer Karte. So kann man sich auch auf die Schnelle einen Überblick verschaffen. Eine „erweiterte Suche“ ermöglicht sogar spezifischere Suchkriterien. Das ist gerade während der Feiertage oder am Wochenende äußerst praktisch!
Es gibt auch einige Dinge zu beachten: Die Notdienste können sich kurzfristig ändern, und die Angaben sind unverbindlich. In Städten hat etwa jede zehnte Apotheke nachts und an Feiertagen Notdienst. Wenn man also dringend etwas braucht, sollte man sich nicht darauf verlassen, dass die nächste Apotheke auch wirklich geöffnet hat. Für den Notfall ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 erreichbar, und bei akuten Notfällen sollte man nicht zögern, die Notrufnummer 112 zu wählen.
Die Notdienstgebühr beträgt in der Regel 2,50 Euro, kann aber von den Krankenkassen übernommen werden, wenn „noctu“ auf dem Rezept vermerkt ist. Übrigens, die Apotheker haben im Notdienst nur Zugriff auf ihr Lager – was bedeutet, dass rezeptpflichtige Medikamente nicht einfach so ausgegeben werden können. Es gibt klare Regeln, was abgegeben werden darf: Arznei-, Krankenpflege-, Desinfektions-, Säuglingspflege- und Hygieneartikel. Das alles sorgt dafür, dass die Notdienstversorgung nicht nur ein Schlag ins Wasser ist.
Für einen tieferen Einblick in die Thematik und zusätzliche Informationen ist die Seite apoguru.de eine wertvolle Anlaufstelle.
