In Deutschland ist der Fachkräftemangel im Bereich der frühkindlichen Bildung ein drängendes Thema. Laut dem Paritätischen Gesamtverband fehlen etwa 125.000 Erzieherinnen und Erzieher, was vielerorts zu einem Notbetrieb in Kitas führt. Personal ist überlastet, Gruppen müssen geschlossen werden, und das ist alles andere als ideal. Doch in Herbolzheim, einer kleinen Gemeinde in Baden-Württemberg mit rund 11.500 Einwohnern, sieht die Lage ganz anders aus. Hier berichtet Bürgermeister Thomas Gedemer, dass seine Gemeinde den klassischen Fachkräftemangel nicht spürt. Ein Lichtblick in einem oft trüben Bild!

Die Gemeinde hat die Rahmenbedingungen für Erzieherinnen und Erzieher deutlich verbessert. Das reicht von kleineren Gruppen, die eine individuelle Betreuung ermöglichen, bis hin zu mehr künstlerischer Arbeit und einer engen Zusammenarbeit mit den Eltern. Herbolzheim orientiert sich nicht einfach am gesetzlichen Mindestpersonalschlüssel, sondern geht darüber hinaus. Das ist ein Weg, der sich auszuzahlen scheint. Zusätzlich zu den pädagogischen Fachkräften stehen weitere helfende Hände zur Verfügung, die Aufgaben übernehmen, für die keine spezielle Ausbildung notwendig ist. Das klingt doch nach einem gut durchdachten Konzept!

Innovative Projekte und Investitionen

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Unterstützung durch den Gemeinderat für Investitionen in mehr Kita-Personal. Herbolzheim gibt mehr für frühkindliche Bildung aus als viele andere Gemeinden in der Region. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „Starke Kinder durch starke Eltern“, das mit 1,2 Millionen Euro vom Bund gefördert wurde. Hier wird nicht nur in die Ausbildung der Erzieherinnen investiert, sondern auch in die Elternbildung. Erzieherinnen haben sich sogar zu Elternberatern ausbilden lassen und tauschen sich aktiv aus. Das stärkt die Gemeinschaft und bringt frischen Wind in die Kitas!

Zusätzlich finden kreative Veranstaltungen statt: Ein Hochschulprofessor bringt Kunst in die Elternabende, um die Kommunikation zwischen Eltern und Erziehern zu fördern. Auch die frühkindliche mathematische Bildung steht auf dem Programm, um die Erzieherinnen zu sensibilisieren. Vor zwei Jahren wurde ein Bauernhofkindergarten eröffnet, wo Kinder den Umgang mit Tieren und Pflanzen lernen – eine tolle Möglichkeit, die Natur hautnah zu erleben!

Die Herausforderungen im Hintergrund

Während Herbolzheim ein positives Beispiel ist, zeigt eine Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Bertelsmann Stiftung, dass die Überlastung des Kita-Personals in vielen anderen Regionen gravierend ist. Fast die Hälfte der befragten Kita-Mitarbeitenden fühlt sich täglich oder fast täglich überlastet. Die Wahrscheinlichkeit, das Berufsfeld kurz- bis mittelfristig zu verlassen, wird von vielen Beschäftigten als sehr hoch eingeschätzt – ein alarmierendes Signal!

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Besonders besorgniserregend ist, dass bei rund einem Viertel der Befragten die Wahrscheinlichkeit, die Branche zu verlassen, bei 80 Prozent oder höher liegt. Das betrifft auch die Auszubildenden, die sich oft gegen einen Einstieg ins Berufsfeld entscheiden. Die Abwanderungsgedanken steigen mit der Häufigkeit der Überlastung, was zu einer verstärkten Belastung des verbleibenden Personals führt. Anette Stein beschreibt es treffend: „Die Abwanderung des Personals führt zu höherer Belastung für das verbleibende Personal und verstärkt die Abwanderung.“

Die Bertelsmann Stiftung unterstützt daher die Empfehlungen der Arbeitsgruppe Frühe Bildung des Bundesfamilienministeriums, die eine Anhebung der Fachkraft-Quote auf 72,5 Prozent und langfristig sogar 85 Prozent in jedem Kita-Team fordert. Leider wurden diese Vorschläge im Kita-Qualitätsgesetz nicht ausreichend berücksichtigt. Es bedarf einer verlässlich finanzierten, professionellen Beratung und Begleitung, um die Kita-Teams zu unterstützen und den Anteil an gut ausgebildeten Fachkräften zu erhöhen.

Die Situation in Herbolzheim ist ein ermutigendes Beispiel dafür, wie es auch anders gehen kann. Es bleibt zu hoffen, dass die positive Entwicklung in dieser Gemeinde als Vorbild für andere Regionen dient und mehr Unterstützung von der Bildungspolitik auf Bundesebene kommt.