Heute ist der 20.05.2026, und in Freudenstadt gibt es Neuigkeiten, die das lokale Ehrenamt betreffen. Der Kreis hat entschieden, die Einführung der Ehrenamtskarte abzulehnen. Dieser Beschluss, der einstimmig im Verwaltungs- und Sozialausschuss gefasst wurde, sorgt für Diskussionen unter den Bürgern und den politischen Entscheidungsträgern.
Die Ehrenamtskarte sollte eigentlich engagierten Bürgern Vergünstigungen in öffentlichen Einrichtungen bieten. Doch Landrat Andreas Junt hob hervor, dass die Bedeutung des Ehrenamts für den gesellschaftlichen Zusammenhalt unverändert hoch ist. Das klingt doch schon mal nach einem guten Ansatz, oder? Allerdings bleibt die Finanzierung unklar und nicht gesichert. Für 2025 und 2026 gibt es zwar eine Anschubfinanzierung, die Personalkosten bis zu 45.100 Euro für die ersten sechs Monate und eine maximale Förderung von 45.600 Euro für die folgenden zwei Jahre umfasst, doch das ist kaum eine langfristige Lösung.
Herausforderungen und Bedenken
Ein weiteres Problem stellt der Nachweis von 200 Stunden ehrenamtlicher Arbeit pro Jahr dar, den die Bürger erbringen müssen, um die Karte zu erhalten. Das klingt erst mal nach einer machbaren Herausforderung, aber der hohe Verwaltungsaufwand, den dieser Nachweis mit sich bringt, wird von vielen kritisch gesehen. Zudem erhalten freiwilligendienstleistende sowie Mitglieder von Feuerwehr, THW und Katastrophenschutz die Karte ohne Stundennachweis – da fragt man sich doch, ob das gerecht ist.
Bürgermeister Ralph Zimmermann aus Horb (FDP) unterstützt die Entscheidung, betont aber auch, dass das Ehrenamt nicht von einer Karte abhängt. Das ist ein interessanter Punkt. Dieter Bischoff, Bürgermeister von Pfalzgrafenweiler (FWV), sieht ebenfalls den hohen Personalaufwand als Problem. Er schlägt vor, die Vereine direkt zu fördern. Und Martina Sillmann von der Frauen-Fraktion fordert eine Wertschätzung für den Ehrenamtsaufwand, was wirklich wichtig wäre. Sie schlägt vor, die Stundenüberprüfung auf die Vereine auszulagern, um den Verwaltungsaufwand zu verringern.
Testlauf und Vergleich
Das Konzept der Ehrenamtskarte wurde 2023 in vier Modellregionen getestet, und elf Städte sowie Landkreise bieten die Karte mittlerweile an. Der Kreis Freudenstadt gehört aber nicht dazu. Das lässt einen nachdenklich zurück, denn die Besitzer der Karte hätten Ermäßigungen in öffentlichen Einrichtungen erhalten, aber die Kosten für diese Ermäßigungen müssen von den Akzeptanzstellen getragen werden – ein weiterer Punkt, der die Diskussion anheizt.
Das Thema Ehrenamt ist also nicht nur ein lokales, sondern auch ein gesellschaftliches Anliegen. Der Kreis Freudenstadt hat sich entschieden, diesen Weg vorerst nicht zu gehen, aber die Debatte um die Wertschätzung und Unterstützung für Ehrenamtliche ist damit keineswegs beendet. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Situation in den kommenden Jahren entwickeln wird.