Heute ist der 22.05.2026, und die Kriminalstatistik für 2025 im Kreis Freudenstadt sorgt für Gesprächsstoff. Die Zahl der Straftaten ist auf 3.885 gesunken, was einen Rückgang um 295 Fälle, also fast 7%, im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Ein erfreulicher Trend, der sich auch in den landesweiten Zahlen von Baden-Württemberg widerspiegelt. Hier gab es insgesamt 551.295 Straftaten, was einem Rückgang von 6,1% entspricht. Dass die Polizei im Polizeipräsidium Pforzheim einen Rückgang um knapp 10% auf 21.893 Straftaten verzeichnen kann, ist ebenfalls positiv. Man könnte fast sagen: Die Stadt atmet auf.

Doch nicht alles ist Gold, was glänzt. Einige Gemeinden im Landkreis, wie Grömbach und Schopfloch, verzeichnen merkwürdige Anstiege. Grömbach meldete einen Anstieg von 8 auf 25 Straftaten, während Schopfloch sogar einen Anstieg von 83% zu verzeichnen hat. Das lässt einen schon stutzig werden. Fast ein Drittel der Straftaten – nämlich 641 Fälle – ereigneten sich in Wohngebieten. Und die häufigsten Tage für kriminelle Aktivitäten? Das sind Montag und Freitag. Ein wenig ironisch, oder?

Ein Blick auf die Zahlen

Die Häufigkeitszahl für den Kreis Freudenstadt ist mit 3.186 Straftaten pro 100.000 Einwohner nicht gerade erfreulich, aber immerhin belegt der Kreis den 7. Platz unter 35 Landkreisen in Baden-Württemberg. Zum Vergleich: Der Enzkreis hat mit 2.633 die niedrigste Häufigkeitszahl. Auch die Aufklärungsquote kann sich sehen lassen. Im Jahr 2025 lag diese bei 67,3%, ein Anstieg im Vergleich zu den drei Vorjahren. Besonders erfreulich ist die hohe Aufklärungsquote bei Cyberkriminalität, die bei 88,3% liegt. Diese Delikte sind von 392 im Jahr 2023 auf 369 im Jahr 2025 gesunken. Das ist ein Lichtblick, auch wenn die Schadenssummen von etwa 500.000 Euro im Jahr 2024 auf 1,6 Millionen Euro im Jahr 2025 geklettert sind.

Auf Landesebene gibt es ähnliche Entwicklungen. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 wurden rund 5,5 Millionen Straftaten registriert, was einem Rückgang von 5,6% im Vergleich zu 2024 entspricht. Die Zahl der Tatverdächtigen sank um 5,9% auf etwa 2,05 Millionen. Gewaltkriminalität verzeichnete einen Rückgang um 2,3%, und die Zahl der tatverdächtigen Jugendlichen ging sogar um 7,4% zurück. Aber gleichzeitig stiegen die Fälle von Sexualdelikten um 2,8%. Da läuft einem schon ein Schauer über den Rücken.

Cyberkriminalität und ihre Schattenseiten

Ein großer Teil der Straftaten hat sich ins Digitale verlagert. Betrugsdelikte ereignen sich zunehmend online oder im Ausland. Das bedeutet, dass die Polizei auch hier neue Wege finden muss, um mit den Herausforderungen umzugehen. Die Massenkriminalität, insbesondere Betrug und Cybercrime aus dem Ausland, nehmen zu. Während die Inlandsfälle um 4,1% zurückgingen, stiegen die Fälle im Ausland um 3,0%. Es bleibt abzuwarten, wie die Polizei hier reagieren kann.

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Bundesinnenminister Alexander Dobrindt stellte kürzlich die Polizeiliche Kriminalstatistik vor und betonte, dass der Rückgang der Gewaltkriminalität zwar ein Anfang sei, aber keineswegs Entwarnung geben dürfe. Maßnahmen gegen organisierte Kriminalität und konsequente Abschiebungen von Intensivtätern sind gefordert. Die PKS dient nicht nur der Beobachtung der Kriminalität, sondern auch der Analyse von Tatverdächtigen und Opfern. Und eines ist klar: Die Zahl der erfassten Sexualdelikte bleibt hoch, mit einem Anstieg der Vergewaltigungen um 9,0%. Da muss man sich doch ernsthafte Gedanken machen.

Insgesamt zeigt sich ein komplexes Bild, das einerseits positive Entwicklungen zeigt, aber auch auf ernsthafte Probleme hinweist. Bleibt zu hoffen, dass die Polizei weiterhin präventiv arbeitet und unser Sicherheitsgefühl nicht weiter ins Wanken gerät.