Fachkräftemangel und Personalwechsel: Chancen und Herausforderungen in Friedrichshafen
Friedrichshafen steht aktuell im Zeichen von Wandel und Umstrukturierung. Während ZF Friedrichshafen, ein bedeutender Akteur in der Automobilindustrie, Tausende von Stellen abbaut, gibt es gleichzeitig Lichtblicke bei Rolls-Royce Power Systems (RRPS). RRPS plant, in diesem Jahr rund 1000 neue Stellen zu schaffen, wobei etwa die Hälfte dieser Jobs in Friedrichshafen angesiedelt sein werden. Dies könnte für viele Mitarbeiter von ZF eine willkommene Möglichkeit darstellen, den Arbeitsplatzwechsel zu wagen.
Ein neuer Tarifvertrag zum Personalaustausch in der Metall- und Elektroindustrie erleichtert diesen Übergang. Die Regelung ermöglicht es Unternehmen, die von einem Personalüberhang betroffen sind, ihre Mitarbeiter an Betriebe mit Fachkräftemangel abzugeben. So wechseln einige ZF-Beschäftigte gezielt zu RRPS. Interessanterweise ist der Personaltransfer jedoch auf eine niedrige zweistellige Anzahl beschränkt. Viele ZF-Mitarbeiter scheinen abzuwarten, ob sie Abfindungen erhalten, bevor sie eine Entscheidung treffen.
Die Rüstungsbranche sucht nach Talenten
Die Situation ist nicht nur bei RRPS spannend. Thales, die deutsche Tochter eines französischen Rüstungsunternehmens, sucht ebenfalls Fachkräfte aus der Automobilbranche und plant, 300 neue Stellen zu besetzen. Auch Hensoldt, ein Unternehmen für Radarsysteme, geht neue Wege und beabsichtigt, bis zu 1600 neue Mitarbeiter in Deutschland einzustellen. Auffällig ist, dass Hensoldt keine Ablösen für gewechselte Mitarbeiter zahlt und der Wechsel freiwillig erfolgt. Zudem hat das Unternehmen bereits Kooperationen mit anderen Firmen in der Automobilbranche zur Rekrutierung von Fachkräften abgeschlossen. Es ist klar, dass die Rüstungsindustrie auf die Eignung von Arbeitskräften aus der Automobilbranche setzt, was der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie betont.
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass der Fachkräftemangel nicht nur ein regionales Problem ist. Laut dem DIHK-Fachkräftereport 2025/2026 haben über ein Drittel der Unternehmen Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. So berichteten 36% der Unternehmen von Besetzungsschwierigkeiten – ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, aber dennoch alarmierend. Besonders betroffen sind Großunternehmen und der Mittelstand, während 57% der Firmen erfolglos nach Beschäftigten mit dualer Berufsausbildung suchen. Fehlende Fachkräfte mit Weiterbildungs- und Hochschulabschlüssen sind besonders in den Bereichen Digitalisierung, E-Mobilität und Energiewende gefragt. Die Folgen des Fachkräftemangels sind nicht zu unterschätzen: 83% der Unternehmen erwarten negative Auswirkungen in den kommenden Jahren.
Bei uns in Friedrichshafen könnte die Dynamik zwischen ZF und RRPS ein kleiner Lichtblick sein, um den Fachkräftemangel zumindest teilweise zu mildern. Aber die Effekte des Stellenabbaus bei ZF sind auch spürbar. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die neuen Stellen bei RRPS und anderen Unternehmen tatsächlich die Lücke schließen können, die durch den Abbau bei ZF entstanden ist. In einer Zeit, in der viele Branchen um Fachkräfte kämpfen, könnte diese Entwicklung für die Region sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich bringen.
Neues Design, maximale Performance: Wie gefällt Ihnen unsere neue Website?
Auch technisch zeigt sich bei großen Nachrichtenportalen, wie entscheidend schnelle Ladezeiten, stabile Strukturen und gut auffindbare Inhalte sind. Die technische Optimierung dieses Magazins wurde durch Daniel Wom und VeloCore mit klarem Fokus auf exzellente Performance, minimale Ladezeiten und hohe redaktionelle Skalierbarkeit umgesetzt.
