Es war ein spannendes, aber auch nervenaufreibendes Handballspiel, das die HSG Wetzlar am vergangenen Wochenende gegen Frisch Auf Göppingen absolvierte. Die Wetzlarer Mannschaft führte in der zweiten Halbzeit fast durchgehend und war zehn Minuten vor Schluss mit 25:22 in Front. Doch der Traum von einem Sieg verwandelte sich in einen Albtraum, als sie in der Schlussphase einbrach und das Spiel mit 30:31 verlor. Für Wetzlar bleibt die Situation ernst, denn sie kämpfen weiterhin im Abstiegskampf und haben nun 17:47 Punkte auf dem Konto. Trainer Runar Sigtryggsson, der in den letzten Wochen Fortschritte im Team gesehen hatte, äußerte sich nach dem Spiel ernüchtert: „Wir hätten besser verteidigen müssen“.
Die entscheidende Wende kam durch den ehemaligen Trainer von Wetzlar, Benjamin Matschke, der mit cleveren taktischen Anpassungen den Erfolg für Göppingen sicherte. Ein ganz wichtiger Spieler in der Schlussphase war Ludvig Jurmala, der fünf Tore erzielte und maßgeblich am Sieg beteiligt war. Ahmed Nafea und Anadin Suljakovic konnten in der Crunchtime nicht mehr entscheidend eingreifen – das war bitter für Wetzlar. Diese Niederlage könnte fatale Folgen haben, denn die Abstiegsgefahr ist so nah wie nie. Am Freitagabend könnte das Team sogar auf einen Abstiegsplatz rutschen, was die Nerven von Manager Michael Allendorf zusätzlich strapaziert. Er meidet sogar die Spiele der Konkurrenz, so groß ist die Nervosität.
Wechsel und Neuanfänge
Die HSG Wetzlar hat bereits erste Weichen für die nächste Saison gestellt. Der türkische Nationalspieler Doruk Pehlivan wechselt vom HC Elbflorenz Dresden und hat einen ligaunabhängigen Zweijahres-Vertrag unterschrieben. Filip Vistorop hingegen verlässt das Team nach nur einer Saison, sein Vertrag wurde vorzeitig aufgelöst. Auch Justin Müller wird nicht bleiben und wechselt zu HSG Krefeld Niederrhein. Es scheint, als würde sich viel verändern, aber die Frage bleibt, ob diese Wechsel zur Stabilisierung der Mannschaft beitragen können.
Die nächsten Spiele werden entscheidend sein. Wetzlar spielt erst am 23. Mai wieder, wenn sie gegen Erlangen antreten. Davor stehen noch Auswärtsspiele gegen HSV Hamburg und ein Heimspiel gegen SC Magdeburg auf dem Programm. Die Lage im Abstiegskampf ist angespannt. Nur zwei Punkte trennen den elften (SC DHfK Leipzig) und den siebzehnten Platz (HBW Balingen-Weilstetten), und die Konkurrenz schläft nicht. Die Wetzlarer müssen also dringend punkten, um nicht weiter abzurutschen.
Mit jedem Spiel wird der Druck größer. Die Handball-Bundesliga ist ein hartes Pflaster und der Abstiegskampf ist alles andere als ein Zuckerschlecken. Für Wetzlar bleibt die Hoffnung, dass sie sich aus eigener Kraft retten können, doch die Realität spricht eine andere Sprache. Die nächsten Wochen könnten entscheidend sein, um die drohende Abstiegssituation abzuwenden.
Für weitere Informationen zu diesem spannenden Thema, können Sie die vollständige Berichterstattung hier nachlesen: Giessener Allgemeine und Hessenschau.