Im malerischen Filstal, im Kreis Göppingen, wird am 9. Mai ein außergewöhnliches Tanzprojekt unter dem Titel „Tanz-Land-Fluss“ aufgeführt. Die Initiative, die von der professionellen Tanzkompanie „make a move collective“ aus Neuss, Berlin und Freiburg ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, Menschen unterschiedlichen Alters in Bewegung zu bringen und die regionale Kultur durch Tanz zu verbinden. Die Veranstaltung erstreckt sich über eine zwölf Kilometer lange choreografische Route, die durch die Städte Göppingen, Eislingen, Salach und Süßen führt.
Die Choreographen Pascal Sangl, Maya Rapp und Berdem Calpucu arbeiten dabei gemeinsam mit Bürgern, Schulen, Vereinen und Seniorengruppen. Das Projekt fördert die kulturelle Teilhabe und ist für alle Beteiligten kostenfrei und barrierearm. Die Idee ist, dass generationenübergreifende Tanzgruppen gebildet werden, um eine lebendige Gemeinschaft zu schaffen, auch wenn die Resonanz bislang etwas begrenzt ist. Ein Beispiel dafür ist eine Gruppe von acht Frauen der Volkshochschule Eislingen, die bereits mit Profis an einer Choreografie arbeiten.
Der Ablauf der Veranstaltung
Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr am Boehringer-Areal in Göppingen und führt dann weiter zu verschiedenen Stationen: Um 15.30 Uhr stehen die Filsterrassen in Eislingen auf dem Programm, gefolgt vom ehemaligen Schachenmayr-Areal in Salach um 16.45 Uhr und schließlich dem historischen Wasserrad in Süßen um 18 Uhr. Alle Aufführungen werden zweimal zu unterschiedlichen Uhrzeiten präsentiert, was den Zuschauern die Möglichkeit gibt, die verschiedenen Darbietungen zu erleben. Ein besonderes Highlight wird das Abschlussfest um 19 Uhr an der Kulturhalle Süßen sein, das mit einem Flashmob und musikalischer Unterhaltung aufwartet.
Das Publikum hat die Möglichkeit, die Route mit einem Shuttlebus oder per Fahrrad zu erkunden. Eine Anmeldung für die geführte Tour ist über die Website von „make a move collective“ erforderlich. Auch Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren können aktiv teilnehmen und ihre eigenen Tanzideen entwickeln. Vorab bietet die Volkshochschule eine kostenlose Tanzwoche vom 7. bis 11. April an, die als Vorbereitung auf das Event dient.
Kulturelle Teilhabe im Fokus
Kulturelle Teilhabe ist nicht nur ein zentrales Anliegen dieses Projekts, sondern auch ein Grundpfeiler für die soziale Integration und Mitgestaltung in einer demokratischen Gesellschaft. Laut einer Studie der Bundeszentrale für politische Bildung ist kulturelle Teilhabe ein UN-Menschenrecht und umfasst alltägliche Aktivitäten, die das Leben bereichern. In Deutschland wird Kultur häufig auf hochkulturelle Angebote beschränkt, die vor allem von gebildeten und wohlhabenden Gruppen genutzt werden. Das Projekt „Tanz-Land-Fluss“ setzt dem entgegen, indem es allen Bürgern die Möglichkeit gibt, aktiv mitzuwirken und sich an der kulturellen Gestaltung zu beteiligen.
Es wird zunehmend erkannt, dass kulturelle Bildung und Teilhabe zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts beitragen können. Programme wie dieses bieten nicht nur eine Plattform für künstlerische Ausdrucksformen, sondern fördern auch Empathie und Verständnis zwischen unterschiedlichen Generationen und sozialen Schichten. In einer Zeit, in der kulturelle Teilhabe wichtiger denn je ist, zeigt „Tanz-Land-Fluss“ einen vielversprechenden Weg, um Menschen zusammenzubringen und die Gemeinschaft zu stärken.