Am 17. Juni 2026, in der malerischen Umgebung von Heidenheim, lief eine Übung der Bergwachten Heidenheim und Herbrechtingen, die an Spannung kaum zu überbieten war. Im Mittelpunkt stand eine simulierte Notfallsituation: Eine Frau war im Wald gestürzt und hatte sich verletzt, während ihr 13-jähriger Sohn verzweifelt um Hilfe rief. Ein Szenario, das für die Ehrenamtlichen der Bergwacht nicht nur ein Training, sondern auch eine wertvolle Gelegenheit zur Verbesserung ihrer Fähigkeiten darstellt. Der Einsatzleiter Stefan Österreicher begrüßte die 16 Mitglieder – 15 Männer und eine Frau – an der Rettungsstation und führte sie in das Übungsszenario ein, bei dem es galt, die „verunglückte“ Frau und ihren Sohn zu finden und zu versorgen. Die Teilnehmer mussten dabei auf sich allein gestellt agieren, denn Notärzte oder Suchhunde waren nicht im Einsatz.

Die Bergwacht Heidenheim, Teil des Deutschen Roten Kreuzes, hat sich auf den Rettungsdienst in unwegsamem Gelände und bei Outdoor-Veranstaltungen spezialisiert. Sie ist nicht nur für die Rettung von verunglückten Personen zuständig, sondern bietet auch Sicherheit für all jene, die in der Natur in Not geraten. Neben der Bergwacht Heidenheim sind auch die Ehrenamtlichen der DRK Bergwacht Herbrechtingen aktiv, die gemeinsam rund 19 engagierte Mitglieder zählen. Diese freiwilligen Helfer investieren viel Zeit – Thomas Aumüller beispielsweise verbringt vier bis fünf Stunden pro Woche mit seinem Ehrenamt. Bergwachtleiter Jürgen Kunzmann in Heidenheim kommt sogar auf 400 bis 500 Stunden jährlich, um die Organisation zu leiten und die Einsatzkräfte zu schulen.

Wichtige Übungen für effektive Rettung

Solche Übungen sind für die Bergwacht von enormer Bedeutung. Im Jahr führen sie zwischen drei und zwölf Einsätze durch, wobei die Häufigkeit stark variiert. Gemeinsam trainieren die beiden Bergwachten etwa vier Mal im Jahr, um Abläufe und Routinen zu festigen. Das Ziel dieser speziellen Übung war es, den Funk richtig einzusetzen und die Kommunikation zwischen den Einsatzkräften zu verbessern – ein Aspekt, der in echten Notfällen entscheidend sein kann. Nach anderthalb Stunden intensiver Suche wurde die Übung erfolgreich abgeschlossen: Die verletzte Frau und ihr Sohn wurden gefunden und versorgt. Ein Erfolg, der allen Beteiligten ein Gefühl von Erleichterung und Zufriedenheit gab.

Die Bergwacht Heidenheim besteht aus rund 180 Mitgliedern, darunter 20 ehrenamtliche aktive Einsatzkräfte. Neben der Rettungsarbeit engagiert sich die Organisation auch für Umwelt- und Naturschutz sowie Jugendarbeit. Oft kommen Anfragen von Kommunen bezüglich Felssicherungen und Grünschnitten an Hängen und Felsen, was zeigt, wie wichtig ihre Arbeit für die Region ist. Am 6. Juni 2026 wurde die Bergwacht zum Beispiel zur Rettung eines Kletterers im Eselsburger Tal gerufen, der sich bei einem Sturz verletzt hatte.

Hilfe für Angehörige in Krisensituationen

Doch nicht nur die Rettung der Verletzten steht im Fokus der Bergwacht. Erfahrungen aus Notfalleinsätzen zeigen, dass auch Angehörige oft Hilfe benötigen. Deshalb wurden in verschiedenen Bereichen des Rettungsdienstes Teams für den Kriseninterventionsdienst gebildet, die sich um die Begleiter und Angehörigen kümmern. Diese Teams, die ständig abrufbereit sind, leisten Unterstützung und versuchen, das soziale Netzwerk der Betroffenen zu aktivieren. Leider ist der Kriseninterventionsdienst für Bergwachtangelegenheiten derzeit nur in Bayern verfügbar, aber die Notwendigkeit solcher Dienste wächst stetig.

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Die Übungen und die damit verbundenen Investitionen in die Gemeinschaft sind mehr als nur Training. Sie sind ein Teil eines größeren Ganzen, das den Menschen in der Region Sicherheit und Unterstützung bietet. So bleibt die Bergwacht Heidenheim ein wichtiger Bestandteil der Rettungsdienste, der nicht nur für die Sicherheit der Naturfreunde, sondern auch für das Wohl der Gemeinschaft sorgt. Mehr Informationen findet man auf den Webseiten der Bergwacht Heidenheim und in dem umfangreichen Bericht über die Übung bei SWR Aktuell.

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