Erfreulicher Lichtblick für den Steinkauz im Landkreis Heilbronn
Im Landkreis Heilbronn gibt es derzeit einen erfreulichen Lichtblick für den Steinkauz. Bettina Pacius-Kistler hat zum ersten Mal ein Steinkauz-Junges beim Beringen gehalten. Dies geschah in Elsenz, wo in diesem Jahr drei Junge in den Niströhren zu finden sind, die seit den 90er Jahren auf den Feldern angebracht wurden. Das Beringen der kleinen Eulen ist ein wichtiger Schritt, um ihre Ansiedlung zu verfolgen. Der individuelle Code auf dem Ring wird sogar an das Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie gemeldet. So kann man genau nachvollziehen, wohin es die Steinkäuze verschlägt.
Doch die Freude sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Aufzucht in den vergangenen Jahren alles andere als einfach war. Jochen Fischer, ein leidenschaftlicher Unterstützer des Artenschutzprojekts Steinkauz, berichtet, dass in guten Jahren bis zu 120 junge Steinkäuze aufgezogen werden könnten. Im letzten Jahr jedoch war die Situation aufgrund von Nahrungsmangel katastrophal. Aktuell sieht es nicht viel besser aus. Das Nahrungsangebot ist gering, was die Aufzucht der Jungen gefährdet. Der Steinkauz steht auf der Vorwarnliste, und im Stadtgebiet sowie dem westlichen Landkreis gibt es zurzeit etwa 50 Brutpaare – das ist ein gewaltiger Anstieg, denn vor zehn Jahren waren es maximal 30.
Herausforderungen für die Steinkäuze
Die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Der Lebensraum für die Steinkäuze hat sich seit den 60er Jahren erheblich verschlechtert. Besonders betroffen sind die Streuobstwiesen, die durch Rodung und Überbauung stark zurückgegangen sind. Diese Veränderungen haben nicht nur den Steinkauz, sondern auch viele andere Tierarten betroffen. Die Notwendigkeit geeigneter Nistplätze und Futter für die Aufzucht der Brut ist enorm, da natürliche Nistmöglichkeiten mittlerweile stark begrenzt sind. Der Altbaumbestand fehlt und die Pflege der Streuobstwiesen ist oft unzureichend.
In den letzten Wochen haben Jochen Fischer und drei Mitstreiter des Projekts an etwa 80 Beringungen teilgenommen. Ehrenamtliche der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Heilbronn betreuen rund 140 Nisthilfen. Diese ehrenamtliche Arbeit ist entscheidend, denn ohne sie wäre der Bestand der Steinkäuze in der Region vermutlich noch weiter rückläufig. Walter Tschunko, der 1972 mit der Suche nach Steinkäuzen begann, legt Wert darauf, dass auch heute noch neue Niströhren angelegt werden, um den Vögeln einen sicheren Brutplatz zu bieten.
Über die Lebensweise des Steinkauzes
Der Steinkauz ist tagsüber aktiv und hat einen runden Kopf mit großen gelben Augen. Er ist ein Meister der Ansitz- und Bodenjagd und ernährt sich vor allem von Mäusen, Insekten und Regenwürmern. In Nordrhein-Westfalen engagieren sich viele Ehrenamtliche für den Erhalt dieser schönen Eulenart. Dort brütet rund die Hälfte aller Steinkäuze in speziellen Nisthilfen. Die Schutzmaßnahmen sind vielfältig: Von der Pflege der Grünlandflächen bis zur Aufstellung neuer Nisthilfen – jeder Beitrag zählt.
Die Balzzeit für die Steinkäuze beginnt meist im März, und das Weibchen legt zwischen zwei und sechs Eier, die nach etwa 28 Tagen schlüpfen. Die Jungen verlassen nach rund 32 Tagen die Bruthöhle. Doch die Gefahren für Eier und Jungvögel sind zahlreich. Steinmarder und Greifvögel wie Habicht, Uhu und Sperber sind ständige Bedrohungen.
Die Situation ist also alles andere als leicht, doch die engagierten Menschen, die sich für den Steinkauz einsetzen, geben nicht auf. Sie wissen, wie wichtig es ist, die natürlichen Lebensräume zu erhalten und die Streuobstwiesen zu schützen. Die positiven Nebeneffekte der Steinkauzröhren für andere Tierarten sind ein weiterer Anreiz, sich weiter für diese bedrohte Art einzusetzen. Es bleibt abzuwarten, wie viele Steinkäuze in diesem Jahr erfolgreich aufwachsen werden.
Weitere Informationen zu den Entwicklungen und den laufenden Artenschutzprojekten finden Sie in diesem Artikel und hier in diesem Projektbericht.
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