Heute ist der 31.05.2026 und die Gastronomie in Deutschland steht vor einer ernsten Herausforderung. Die Branche kämpft seit Monaten mit einem dramatischen Umsatzrückgang, der sich im März 2026 auf 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr beläuft. Die realen Umsätze sind auf das Niveau von März 2022 gefallen, also genau in die Zeit, als die Corona-Pandemie ihre Schatten warf. Es ist ein Rückschlag, der nicht nur den Gastronomen selbst, sondern auch den gesamten Wirtschaftszweig hart trifft. Laut Daniel Ohl, Sprecher der Dehoga Baden-Württemberg, ist die Lage konjunkturell schwierig – und das belastet die Branche enorm.
Die Gastronomie in Baden-Württemberg berichtet von einem Umsatzrückgang von 4,8 Prozent. Das sind keine guten Nachrichten, vor allem wenn man bedenkt, dass die Bürger immer zurückhaltender bei ihren Ausgaben sind. Die hohen Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Energiekosten setzen den Betrieben zusätzlich zu. Gastronomen versuchen, mit kreativen Anpassungen und Kosteneinsparungen gegenzusteuern. So berichtet der Gastronom Ergjan Terzici von Änderungen in den Speisekarten, um den Bedürfnissen der Gäste gerecht zu werden. Heike Sinn von der Wartberg-Gastronomie in Heilbronn merkt an, dass es weniger Besucher gibt und die Aufenthalte kürzer werden. Oft lassen die Gäste Getränke weg oder bestellen weniger – ein Zeichen für die gestiegene Preissensibilität.
Die Umfrage: Ein düsteres Bild
Eine Umfrage unter 477 Hotel- und Gastronomiebetrieben in Baden-Württemberg offenbart eine ernüchternde Stimmung. Nur 1,7 Prozent der Gastronomen bewerten die Lage als sehr gut, und ganze 10 Prozent empfinden sie als sehr schlecht. Die Mehrheit, nämlich 34,8 Prozent, sieht die Situation als schlecht an. Daniel Ohl äußert pessimistische Zukunftsaussichten. Thomas Aurich hingegen glaubt an eine Marktsäuberung und sieht die deutsche Gastronomie als leidtragend. Währenddessen gibt es einen Lichtblick: Ethnische Gastronomie, insbesondere asiatische Küchen, verzeichnet ein gutes Wachstum.
Die Schwierigkeiten sind nicht neu. In der DEHOGA-Umfrage von Juli 2025 wurde ein Umsatzverlust von 9,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr festgestellt. Hoteliers und Gastronomen setzten im ersten Halbjahr 2025 real 15,1 Prozent weniger um als im Jahr 2019 – eine dramatische Entwicklung. DEHOGA-Präsident Guido Zöllick fordert sofortige politische Maßnahmen, um die Branche zu unterstützen. Immerhin befürchten 32,9 Prozent der Betriebe, 2025 in die Verlustzone zu geraten, und fast 40 Prozent erwarten Verluste. Steigende Kosten für Personal, Lebensmittel und Energien verschärfen die Lage zusätzlich.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die Gastronomie ist ein zentraler Auftraggeber für regionale Handwerksbetriebe. Über 2,2 Millionen Menschen sind in diesem Sektor beschäftigt, und mehr als 50.700 Auszubildende sind im Gastgewerbe aktiv. Doch die Herausforderungen sind enorm. Personalkosten machen über 40 Prozent der Ausgaben aus, während die Lebensmittelpreise um 27,1 Prozent gestiegen sind. Gleichzeitig müssen sich die Betriebe auf die steigende Preissensibilität der Gäste einstellen: Viele wählen günstigere Gerichte oder verzichten ganz auf Extras.
Die Lage könnte sich noch weiter zuspitzen, denn die Umsatzsteuer auf Speisen liegt seit 2024 bei 19 Prozent. Die DEHOGA hofft auf eine Rückkehr zur 7-prozentigen Mehrwertsteuer, was als eine mögliche Stütze für die Branche angesehen wird. Angesichts der düsteren Aussichten für das zweite Halbjahr bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird und ob die Politik den Gastronomen zur Seite stehen wird. Die Zukunft der deutschen Gastronomie steht auf der Kippe und die Zeit drängt.
