In Heilbronn-Franken wird zurzeit ein reges Treiben in der Tierwelt beobachtet. In den vergangenen Tagen gab es zahlreiche Berichte über gerettete Vögel und andere Tiere, die in Not geraten sind. Die Vorsitzende des Heilbronner NABU, Britta Böhringer-Retter, erklärt, dass solche Einsätze zur aktuellen Brutsaison ganz normal sind. Die Tierretter sind gefragter denn je, denn viele Eltern sind mit ihrem Nachwuchs unterwegs, was dazu führt, dass verwaiste Jungvögel häufiger gefunden werden.

Ein bemerkenswerter Vorfall ereignete sich am Heilbronner Hauptbahnhof, wo die Polizei eine Ente mit ihren Küken rettete und sie sicher zum Neckar brachte. Auch ein Lkw-Fahrer leistete am Mittwochabend einen wertvollen Beitrag, als er Entenküken ohne Mutter an der Raststätte Hohenlohe-Nord fand und den Heilbronner Tierschutzverein alarmierte, der die Küken dann an eine Pflegestation vermittelte. In Öhringen wurde die Polizei gerufen, als Jugendliche sechs ausgesetzte Hundewelpen entdeckten, deren Eigentümer derzeit gesucht wird.

Tierische Rettungseinsätze

In Künzelsau kam es zu einem weiteren besonderen Einsatz, als Passanten und Feuerwehrleute einen Graureiher befreiten, der sich in einer Angelschnur verfangen hatte. Britta Böhringer-Retter weist darauf hin, dass es wichtig ist, zwischen verschiedenen Vogelarten zu unterscheiden: Nestlinge, die nicht lebensfähig sind, wenn sie nicht im Nest sind, und Ästlinge, die beflügelt, aber möglicherweise nicht flugfähig sind. Nestlinge sollten schnell ins Nest zurückgesetzt werden, während Ästlinge in der Regel keine Hilfe benötigen, es sei denn, sie befinden sich in Gefahr, wie beispielsweise auf einer belebten Straße oder in der Nähe von Katzen.

Die emotionale Herausforderung beim Finden eines hilflosen oder verletzten Vogels kann groß sein. In solchen Situationen ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und besonnen zu handeln. Wenn ein Vogel in akuter Gefahr ist, sollte man ihn in Sicherheit bringen, jedoch nicht weiter als 20 Meter vom Fundort. Bei verletzten Vögeln oder verwaisten Jungvögeln ist es ratsam, diese zur Auffangstation oder zum Tierarzt zu bringen. Es sollte jedoch auch darauf geachtet werden, dass Wildvögel nicht einfach mitgenommen werden dürfen, außer bei Verletzungen oder wenn sie verwaist sind.

Die richtige Vorgehensweise

Bei der Begegnung mit einem Jungvogel sind einige Fragen zu klären. Ist der Vogel bereits vollständig befiedert? Wenn ja und er ist verletzt, sollte man ihn in einen luftdurchlässigen Karton setzen und zur Auffangstation bringen. Wenn er jedoch keine äußeren Verletzungen aufweist, kann man ihn beobachten und gegebenenfalls nach ein bis zwei Stunden Hilfe holen. Bei Nestlingen ist schnelles Handeln gefragt: Diese sollten, wenn möglich, ins Nest zurückgesetzt oder zur Auffangstation gebracht werden.

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Die Pflege- und Auffangstationen in Deutschland sind oft auf die Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern angewiesen. Vor einem Besuch ist es ratsam, vorab Kontakt aufzunehmen, um die Möglichkeit der Aufnahme zu klären. Besonders bei Greifvögeln oder Eulen sollte sofortige Hilfe in Anspruch genommen werden.

Anlaufstellen für Tierretter

Für alle, die im Raum Schleswig-Holstein nach Wildtierauffangstationen suchen, gibt es eine Übersicht. Dazu gehört beispielsweise das Tier-, Natur- und Jugendzentrum Weidefeld in Kappeln oder das Wildtier- und Artenschutzzentrum in Klein Offenseth-Sparrieshoop. Diese Zentren sind auf die Aufnahme von in Not geratenen Wildtieren spezialisiert und bieten eine wichtige Anlaufstelle für verletzte Tiere.

Insgesamt zeigt sich, dass die Brutsaison nicht nur eine Herausforderung für die Tierwelt darstellt, sondern auch für die Menschen, die sich um das Wohl der Tiere kümmern. Die Einsätze, die in Heilbronn-Franken und darüber hinaus geleistet werden, sind ein Beispiel für das Engagement der Bürger und Tierschutzorganisationen, die gemeinsam für das Wohl der Tiere einstehen. Weitere Informationen zu den Tierrettungsaktionen und Ansprechpartnern finden Sie in der Quelle.