Heute ist der 23.05.2026 und im Hohenlohekreis brodelt es mal wieder – und das nicht nur im Kochtopf! In der Region Kochertal gibt es Unklarheiten, die das schnelle Internet für viele Menschen betreffen. Die Deutsche Giga-Netz-Gesellschaft hat ihre Ausbaupläne für Glasfaserleitungen bis mindestens 2028 gestoppt. Die Gründe dafür? Nun ja, der Markt in Künzelsau scheint nicht attraktiv genug zu sein, da die Telekom ebenfalls ein Glasfasernetz errichten möchte.
Die Telekom plant, etwa 4.500 Haushalte in der Region zu versorgen. Doch die Nachfrage im eher dünn besiedelten Kochertal reicht anscheinend nicht aus, um die hohen Ausbaukosten zu decken. Das bedeutet, dass die Ausbaupläne für Künzelsau-Gaisbach, Ingelfingen, Forchtenberg, Niedernhall und Weissbach vorerst in der Warteschleife hängen. Dabei sind bereits abgeschlossene Verträge gültig – die Kunden müssen keine Kosten befürchten, solange der Anschluss nicht gebaut ist.
Ähnliche Entwicklungen im Main-Tauber-Kreis
Ein ähnliches Bild zeichnet sich im Main-Tauber-Kreis ab. Hier zieht sich der Telekommunikationsanbieter Leonet vom Glasfaserausbau zurück. Fast 11.000 Verträge in 18 Kommunen wurden gekündigt, und nur in Teilen von Creglingen und Wittighausen wird der Ausbau teilweise fortgesetzt. Auch hier lautet der Grund für den Stopp: veränderte Rahmenbedingungen. Die Pläne des Landkreises, eine Kombination aus privaten Anbietern und staatlich geförderten Projekten zu entwickeln, scheinen die einzige Hoffnung zu sein. Ein neuer Anbieter plant, bis 2028 rund 10.000 Haushalte im Taubertal anzubinden, während die Stadtwerke Wertheim und Tauberfranken einen schrittweisen Ausbau ins Visier nehmen.
Die Situation im Main-Tauber-Kreis ist nicht gerade neu. Der Glasfaserausbau dort verläuft seit Jahren schleppend. Landrat Christoph Schauder (CDU) bringt es auf den Punkt: sich auf einen einzelnen Anbieter zu verlassen, sei keine tragfähige Strategie mehr. Das klingt fast schon nach einem Aufruf zur Kooperation – oder vielleicht nach einem Hilferuf?
Der digitale Rückstand in Deutschland
Dieser Rückstand beim Glasfaserausbau hat nicht nur lokale Konsequenzen. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung ist der Ausbau von Glasfaserinfrastruktur in Deutschland im internationalen Vergleich eher schleppend. Die digitale Kluft zwischen ländlichen und städtischen Gebieten wird immer deutlicher. Der Zugang zu schnellem Internet wird zunehmend als Grundpfeiler für wirtschaftliches Wachstum und soziale Teilhabe angesehen. In Zeiten von Homeoffice und Online-Bildung ist eine stabile Internetverbindung mehr als nur ein Komfort – sie ist ein absolutes Muss.
Insgesamt zeigt sich, dass die Herausforderungen beim Glasfaserausbau in Künzelsau und im Main-Tauber-Kreis nicht isoliert sind. Die Verknüpfung von verschiedenen Anbietern und staatlichen Initiativen könnte der Schlüssel sein, um die digitale Infrastruktur in diesen Regionen zu verbessern. Bleibt zu hoffen, dass alle Beteiligten bald an einem Strang ziehen und die Pläne für schnelles Internet nicht nur auf dem Papier bleiben.
Weitere Informationen finden Sie auf Bertelsmann-Stiftung.
