Im Hohenlohekreis brodelt es: Ein Sparpaket, das am 13. Juli im Kreistag beschlossen werden soll, enthält Pläne, die eine Vielzahl an sozialen Diensten betreffen. Besonders im Fokus steht der Pflegestützpunkt, der seit Jahren kostenlose und neutrale Unterstützung für Ratsuchende bietet. Die CDU und die Freie Wählervereinigung (FWV) haben einen Antrag vorgelegt, der die „Aufgaben und Leistungen“ des Pflegestützpunkts sowie der Familienhebammen und der Fachberatungsstelle für häusliche Gewalt auf den Prüfstand stellt. Diese Pläne wurden in einer nicht-öffentlichen Klausur am 13. Mai erarbeitet und finden bereits jetzt Widerstand.

Die Sozialverbände im Hohenlohekreis sind alarmiert und äußern große Besorgnis über die mögliche Schließung des Pflegestützpunkts zum 1. Januar 2027. In einem offenen Brief wird die Unentbehrlichkeit dieser unabhängigen Beratungsstelle hervorgehoben. Der VdK-Kreisverband Künzelsau weist zudem darauf hin, dass der Pflegestützpunkt nur zu einem Drittel vom Kreis finanziert wird; die restlichen zwei Drittel kommen von Krankenkassen und der Pflegeversicherung. Das zeigt, wie wichtig dieser Dienst tatsächlich ist.

Umfangreiche Kürzungspläne

Die Forderungen von CDU, FWV und AfD sind drastisch: Neben der möglichen Schließung des Pflegestützpunkts könnten auch andere wichtige soziale Einrichtungen betroffen sein. Dazu zählen die Deckelung des Kreis-Zuschusses für die Schulsozialarbeit, die Streichung des Zuschusses für die Tagesstätte für psychisch kranke Menschen und die Halbierung der Zahlungen für die Psychosoziale Beratungsstelle. Selbst die Kindertagespflege im Zentrum (Kitz) steht auf der Kippe. Umso mehr stellt sich die Frage, wie die betroffenen Menschen ohne diese Angebote zurechtkommen sollen. Die Kreisverwaltung hat bereits Bedenken geäußert, dass diese Anträge möglicherweise gesetzliche Verpflichtungen verletzen könnten.

Die FDP-Gruppe hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet und fordert, die Anträge zu vertagen und in einer Klausur zu behandeln. Ein kluger Schritt, denn es ist wichtig, die rechtlichen und finanziellen Auswirkungen genau zu prüfen. Im Hohenloher Kreistag sitzen insgesamt 43 Mitglieder, wobei die CDU die stärkste Fraktion mit 14 Sitzen stellt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Abstimmung entwickeln wird.

Der Pflegestützpunkt und seine Aufgaben

Der Pflegestützpunkt ist viel mehr als nur ein bürokratisches Konstrukt. Er bietet nicht nur Informationen zu Pflege- und Wohnfragen im Alter, sondern arbeitet auch eng mit verschiedenen Trägern von Hilfs- und Unterstützungsangeboten zusammen. Das Team unterliegt der Schweigepflicht, was für viele Ratsuchende ein Gefühl der Sicherheit schafft. Die Entscheidungen über Hilfsangebote liegen stets beim Ratsuchenden – eine wichtige Grundsatzfrage in der Pflegeberatung!

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Zusätzlich werden Informationen zu Leistungen der Pflegeversicherung und finanziellen Hilfen bereitgestellt, was für viele Familien von unschätzbarem Wert ist. Eine Vorsorgemappe hilft Nutzern, ihre persönlichen Wünsche für schwere Erkrankungen oder die letzte Lebensphase zu formulieren. Solche Angebote sind nicht nur wichtig, sie sind in vielen Fällen Lebensretter. Auch die Warnung vor betrügerischen Anrufen hat ihren Platz – Sicherheit geht schließlich vor.

Rechtliche Ansprüche auf Pflegeberatung

Ein weiterer Aspekt, der nicht außer Acht gelassen werden sollte: Versicherte der Pflegeversicherung haben einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegeberatung. Das gilt auch für Personen, die einen Antrag auf Leistungen gestellt haben oder bei denen ein erkennbarer Beratungsbedarf besteht. Das umfasst auch pflegende Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen, die mit Zustimmung des Pflegebedürftigen Anspruch auf Beratung haben. Die Inanspruchnahme ist zwar freiwillig, doch die Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen.

Die Pflegeberater, die von den Pflegekassen benannt werden, verfügen über umfassendes Wissen im Sozial- und Sozialversicherungsrecht. Sie können individuelle Versorgungspläne erstellen und über entlastende Angebote für Pflegepersonen informieren. Dies ist besonders wichtig, da der Druck auf Angehörige und Pflegebedürftige stetig wächst. In einer Gesellschaft, die immer älter wird, sind solche Beratungsstellen unverzichtbar – auch für die Zukunft des Hohenlohekreises.

Wie es weitergeht, bleibt abzuwarten. Die Entscheidung des Kreistags wird nicht nur die Zukunft des Pflegestützpunkts, sondern auch die der sozialen Infrastruktur im Hohenlohekreis maßgeblich beeinflussen. Es bleibt spannend!

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