Heute ist der 24.05.2026, und wir blicken nach Karlsruhe, wo Klaus Nagorni ein bemerkenswertes Kapitel seines Lebens in der Radiowelt schreibt. Seit 1992 verfasst er für SWR Kultur die kurzen, aber tiefgründigen Morgenandachten „Wort zum Tag“. Über eintausend Texte hat der 78-Jährige bereits verfasst, und seine Worte sind für viele Menschen ein täglicher Lichtblick. Ein Teil dieser Texte ist sogar in zwei Büchern veröffentlicht worden: „Zum Frühstück ein Stück Himmel“ und „Zum Frühstück ein Stück Hoffnung“. Diese Werke sind bei edition chrismon Leipzig erschienen und im Buchhandel erhältlich.

Sein Werdegang ist ebenso interessant wie seine Texte: Nagorni war einst Inselpfarrer auf Mallorca, wo er die deutschsprachige Gemeinde betreute. Die Umstellung von der pastoralen Arbeit in der Gemeinde zur Radioarbeit war für ihn eine spannende Herausforderung. Er wollte seine Gemeindemitglieder erreichen, sowohl die Residenten als auch die Touristen, die nach einem Austausch suchten. Nach seiner Rückkehr aus Spanien im Jahr 1990 arbeitete er an der Evangelischen Akademie Bad Herrenalb, bevor ihm 1992 die Möglichkeit gegeben wurde, für „Wort zum Tag“ zu schreiben. Die Themen, die er behandelt, findet er oft in Zeitungen wie der Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) und der Süddeutschen Zeitung (SZ) und greifen gesellschaftliche Fragen und spirituelle Impulse auf.

Musikalische Verbindungen

Nagorni ist nicht nur ein Wortakrobat, sondern auch ein Jazzfan. Mit seinem Projekt „Blue Church“ versucht er, die Welten von Kirche und Jazz miteinander zu verbinden. Das klingt spannend! Doch nicht nur seine persönliche Leidenschaft für Musik spiegelt sich in seinen Arbeiten wider. In einem seiner Texte befasst er sich mit dem Choral „O, Haupt voll Blut und Wunden“, der eine tiefe Verbindung zur Passion Jesu hat. Ursprünglich ein Liebeslied, hat dieser Choral im Laufe der Zeit eine traurige, aber tröstliche Bedeutung erlangt und wird traditionell am Karfreitag aufgeführt. Der Text thematisiert die untrennbare Verbindung von Liebe und Tod und spricht von der Brutalität der Kreuzigung.

Paul Gerhardt, der Dichter des Liedes, hat während des Dreißigjährigen Krieges Worte für die Grausamkeiten gefunden, die den Menschen widerfahren sind. Unzählige Menschen fühlen sich mit dem Leid des Opfers identifiziert, und Johann Sebastian Bach hat es meisterhaft in seinen Kompositionen, wie dem Weihnachtsoratorium, zum Ausdruck gebracht. Auch die amerikanische Bürgerrechtsbewegung hat den Choral neu interpretiert und damit eine Verbindung zwischen Menschen unterschiedlichster Hautfarben geschaffen.

Zum Schluss wünscht Klaus Nagorni allen Lesern ein frohes Osterfest. Seine Texte und Gedanken bieten nicht nur spirituelle Impulse, sondern auch einen Raum für Reflexion über die großen Fragen des Lebens – und das ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je.

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