Die Schauburg in Karlsruhe, ein echtes Kleinod der Filmkultur, wird ab dem 28. Mai für einige Wochen ihre Türen schließen. Vom 28. Mai bis zum 14. Juni stehen Renovierungsarbeiten an, die das Ambiente und den Charme des Programmkinos bewahren sollen. Seit 1929 ist die Schauburg ein wichtiger Teil der Karlsruher Kinolandschaft, zuvor war hier das Apollo-Varietétheater angesiedelt, das seit 1906 Kinofilme zeigte. Um diesen Moment gebührend zu feiern, findet am 27. Mai um 19 Uhr eine „Last Picture Show“ statt, bei der ein Überraschungsprogramm auf die Besucher wartet.
Ein ganz besonderes Highlight der Veranstaltung ist, dass die Kinobesucher die Möglichkeit haben, original Schauburg-Kinosessel mit nach Hause zu nehmen. Diese Sessel werden bei den Renovierungsarbeiten teilweise erneuert, sodass die alten Exemplare nicht mehr benötigt werden. Wer sich einen dieser Sessel sichern möchte, sollte einen 13er-Schraubenschlüssel oder eine Ratsche mitbringen, um sie selbst abzubauen. Insgesamt stehen 150 Plätze für die „Last Picture Show“ zur Verfügung, und die Tickets kosten 15 Euro. Diese sind sowohl online als auch an der Kinokasse erhältlich. Wer sich also einen gemütlichen Platz für den nächsten Filmabend sichern möchte, sollte schnell zuschlagen!
Die Bedeutung des Programmkinos
Programmkinos wie die Schauburg haben in den letzten Jahrzehnten eine ganz besondere Rolle in der Kinokultur eingenommen. Sie entstanden in den frühen 1970er Jahren aus dem Wunsch, Filmgeschichte und unabhängige Produktionen zu fördern. Diese Kinos bieten nicht nur eine Plattform für Klassiker und Nischenfilme, sondern auch ein regelmäßiges Monatsprogramm mit Neu- und Wiederaufführungen. Viele von ihnen sind mit Kneipen oder Bistros verbunden, was das Erlebnis für die Zuschauer zusätzlich bereichert.
Mit dem Aufkommen von Multiplex-Kinos in den 1990er Jahren mussten viele alte Programmkinos schließen. Doch die Schauburg hat sich erfolgreich neu erfunden. Event-Angebote wie lange Filmnächte, Previews oder Diskussionsveranstaltungen mit Filmemachern sorgen dafür, dass sie weiterhin ein wichtiger Teil der Kultur vor Ort bleibt. Regelmäßige Veranstaltungen für Kinder und die Präsentation von Originalfassungen runden das Angebot ab. So bleibt das Kino ein Ort der Begegnung und des Austauschs, was in der heutigen Zeit besonders wertvoll ist.
Die Schauburg wird also nicht nur renoviert, sie wird auch auf eine neue, aufregende Phase vorbereitet. Der Charme des Kinos bleibt dabei erhalten, und die Vorfreude auf die Wiedereröffnung steigt. Wer vor der Schließung noch einmal in den Genuss eines Films kommen möchte, sollte sich die „Last Picture Show“ nicht entgehen lassen!
