In der Nacht von Freitag auf Samstag sorgte ein unerfreulicher Vorfall auf der A5 bei Karlsruhe für Aufregung. Mehrere Autofahrer meldeten Steinbrocken, die von einer Brücke auf die Autobahn geworfen wurden. Das Ganze geschah kurz vor der Ausfahrt Karlsruhe-Süd in Fahrtrichtung Norden. Laut Polizei handelte es sich um Waschbetonsteine, die vermutlich aus einer nahegelegenen Kleingartenanlage gestohlen wurden. Ein großer Ast kam ebenfalls zum Einsatz, um die Steine von der Brücke zu befördern.
Glücklicherweise gab es keine Verletzten, aber die Schäden an mehreren Fahrzeugen waren nicht unerheblich. Drei Autos waren nach dem Vorfall nicht mehr fahrbereit. Die A5 musste daraufhin kurzzeitig gesperrt werden, während die Aufräumarbeiten in vollem Gange waren. Über die Höhe des entstandenen Sachschadens gibt es bislang noch keine Informationen. Ein Polizeihubschrauber wurde zur Suche nach den Tätern eingesetzt, doch bisher bleibt die Fahndung ohne Erfolg.
Ermittlungen und Sicherheitshinweise
Die Kriminalpolizei hat nun Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr aufgenommen. Zeugen und weitere Geschädigte werden gebeten, sich zu melden. Der ADAC rät Autofahrern, in solchen Situationen nicht hektisch zu bremsen oder auszuweichen. Stattdessen sollten sie das Tempo langsam reduzieren und sicher die Spur wechseln, während sie den Seitenstreifen im Auge behalten. Beobachtungen von Personen, die Gegenstände auf die Fahrbahn werfen, sollten umgehend der Polizei gemeldet werden.
Steinwürfe auf Autobahnen sind ein ernstes Problem, das zu schweren Unfällen führen kann. Der ADAC warnt bereits seit Jahren vor den Gefahren. Viele Autofahrer werden durch Radio-Meldungen auf solche Gefahren hingewiesen. Obwohl es keine offiziellen Statistiken über die Anzahl der Verletzten oder Toten gibt, ist bekannt, dass Vorfälle dieser Art häufig in Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen, Bayern, Niedersachsen, Hessen und Baden-Württemberg vorkommen. Die meisten dieser Vorfälle geschehen auf längeren Autobahnen mit vielen Brücken.
Die dunkle Seite der Brückenwerfer
Die Täter handeln oft impulsiv, und das meist ohne Tötungsabsicht, häufig sogar unter Alkoholeinfluss. Besonders erschreckend sind die Beispiele aus der Vergangenheit: Im Februar 2000 töteten drei Jugendliche zwei Frauen in Darmstadt durch Steinwürfe. Ein weiterer tragischer Fall ereignete sich 2008, als ein 31-Jähriger eine Frau mit einem Holzklotz tötete und zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Auch 2016 warf ein Mann einen Betonpflasterstein, was zu schweren Verletzungen einer Familie führte und ihn zu neuneinhalb Jahren Haft brachte.
Die Polizei befragt Zeugen und leitet Fahndungsmaßnahmen ein, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. In der Vergangenheit wurde auch überlegt, ob man Gitter, Zäune oder Netze an Brücken anbringen sollte, doch solche Maßnahmen sind teuer und oft nicht effektiv. Videokameras könnten eine abschreckende Wirkung haben, müssen aber datenschutzrechtlichen Bedingungen genügen.
Das Geschehen auf der A5 zeigt deutlich, wie schnell aus einem harmlosen Fahrvergnügen eine gefährliche Situation werden kann. Man fragt sich, was in den Köpfen der Täter vorgeht und wie man solche Vorfälle in Zukunft verhindern kann. Es bleibt zu hoffen, dass die Polizei schnell die Verantwortlichen findet und dass Autofahrer in Zukunft sicherer unterwegs sind.
