In Rottweil, einer Stadt, die viel Geschichte in ihren Mauern trägt, gibt es einen besonderen Grund zum Feiern. Das Käsefachgeschäft Käse-Caduff feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen! Gegründet wurde es 1926 von Josef Caduff, der im Lebensmittelhandel ausgebildet war. Ein kleiner Laden, der sich in der Unteren Hauptstraße befindet, hat sich über die Jahrzehnte zu einem Treffpunkt für Käseliebhaber entwickelt. Es ist tatsächlich das letzte seiner Art innerhalb der historischen Stadtmauern. Das hat schon etwas Magisches, oder? Besonders, wenn man bedenkt, dass diese Tradition in der Familie weiterlebt.

In den Anfangsjahren zog das Geschäft in das heutige Gebäude in der Hauptstraße 44 um. Es war ein mutiger Schritt, der sich gelohnt hat. Schon im Jahr 1938 wurde der Großhandelsbereich erweitert, sodass heute nicht nur die Bürger von Rottweil, sondern auch Krankenhäuser, Reha-Kliniken, Senioreneinrichtungen und Gastronomien in Baden-Württemberg und Bayern beliefert werden. Nach dem Tod von Josef Caduff übernahm seine Ehefrau Irmgard zusammen mit ihrer Tochter Burgel Bitterwolf das Geschäft. Die Familientradition ist stark: Gunther Caduff übernahm 1973 die Leitung, gefolgt von seiner Frau Ulrike und später von Sohn Volkmar Caduff und Mitgeschäftsführer Alexander Beck. Man sieht, hier ist viel Herzblut drin.

Ein Fest für alle Sinne

Die Jubiläumsfeier findet am 12. und 13. Juni 2026 statt. Die Zeiten sind einfach praktisch: Am 12. Juni von 14 bis 19 Uhr und am 13. Juni von 9 bis 18 Uhr. Die gesamte Bevölkerung von Rottweil und Umgebung ist herzlich eingeladen! Besucher können sich auf viele Leckereien freuen. Käseproben, Raclette, Käsesalat und warme Käsetoasts – da läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Und für die durstigen Gäste gibt es alkoholfreie Getränke sowie Appenzeller Bier und französischen Rot- und Weißwein. Das klingt nach einem richtig geselligen Beisammensein!

Für die Kleinen gibt es auch etwas Spannendes: Sie können eine Holz-Kuh „melken“. Das ist sicherlich ein Hit bei den Kindern! Und das Beste? Zu diesem besonderen Anlass gibt es eine kostenlose Broschüre mit 26 Käse-Rezepten unter dem Titel „Oma Caduffs Käse-Kochbüchle“. So wird die Käsekultur nicht nur zelebriert, sondern auch weitergegeben. Die Familie Caduff ist sogar auf Instagram aktiv – betrieben von Jasmin und Samira Caduff, der vierten Generation. Man sieht also, wie die Tradition nicht nur bewahrt, sondern auch modern interpretiert wird.

Käse als Teil der Esskultur

Wusstet ihr, dass Käse eine bedeutende Rolle in der deutschen Esskultur spielt? Der jährliche Käseverbrauch in Deutschland stieg von 4 kg pro Kopf im 20. Jahrhundert auf fast 25 kg! Käse wird nicht nur zum Frühstück genossen, sondern auch als Beilage zu warmen Mahlzeiten oder beim Weintrinken. Deutschland ist mittlerweile der größte Käseexporteur und der zweitgrößte Käseproduzent weltweit. Eine bemerkenswerte Entwicklung, wenn man bedenkt, dass im 19. Jahrhundert noch keine Käseindustrie existierte. Die Landwirtschaft profitierte von liberalen Reformen, und die Käseproduktion wurde zunehmend kommerzialisiert und professionalisiert.

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In dieser Zeit entstanden auch die ersten Molkereien, oft genossenschaftlich organisiert. Vor dem Ersten Weltkrieg produzierten nur 15 % der Molkereien Käse. Käse war bis dahin hauptsächlich ein Nebenerzeugnis der Milchviehhaltung. Doch die Veränderungen in der Agrarwirtschaft führten dazu, dass Käse zunehmend in den regionalen und internationalen Handel integriert wurde. Heute ist Käse nicht mehr nur eine Beilage, sondern hat einen festen Platz auf dem Tisch.

Die Geschichte von Käse-Caduff ist also nicht nur die Geschichte eines Geschäfts, sondern auch die Geschichte von Käse und seiner Bedeutung in unserer Kultur. Ein Grund mehr, den 100. Geburtstag gebührend zu feiern!

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