In Stuttgart gibt es Neuigkeiten, die sich wie ein unaufhaltsames Schneeball-System auswirken. Das Projekt Stuttgart 21, das seit Jahren für Aufregung sorgt, wird nun doch später fertig als geplant. Die Eröffnung des neuen Durchgangsbahnhofs ist auf Ende 2031 verschoben worden. Ein Grund für diese Verzögerung sind „drastische Versäumnisse“ der Deutschen Bahn, die, so die Einschätzung von baden-württembergischen Landespolitikern, eine Eröffnung vor 2031 als unwahrscheinlich erscheinen lassen. Zunächst wollte die Deutsche Bahn die Situation nicht kommentieren, doch die neue Bahnchefin Evelyn Palla ist nicht untätig geblieben und hat eine umfassende Revision initiiert.
Ursprünglich war die Eröffnung für Ende 2023 anvisiert, aber technische Probleme machen diese Pläne zunichte. Schwierigkeiten mit dem japanischen Dienstleister Hitachi wurden zunächst als Hauptgrund angeführt, aber diese Erklärungen reichen nicht aus. Erste Verbesserungen für die Bahnkunden sollen erst Ende 2027 bereitstehen, wenn der neue Bonatz-Bau in Betrieb genommen wird. Dieser wird als Portalgebäude mit gastronomischen Angeboten und Einkaufsmöglichkeiten fungieren und eine Anbindung an den Flughafen soll bis Ende 2030 erfolgen. Dennoch – die große Eröffnung des Durchgangsbahnhofs ist erst für Ende 2031 geplant.
Politische Reaktionen und finanzielle Folgen
Die Politiker von CDU, Grünen und SPD zeigen sich besorgt und fordern, den Bahnhof erst in Betrieb zu nehmen, wenn ein zuverlässiger Service gewährleistet ist. Frühere Verkehrsminister und der Stuttgarter Oberbürgermeister äußern ebenfalls Besorgnis über die Verzögerungen. Man kann sich vorstellen, dass die Schätzungen, wonach die Deutsche Bahn bei einer einjährigen Verschiebung mit Kosten von 300 Millionen Euro rechnen könnte, niemanden beruhigen. Die Probleme beschränken sich allerdings nicht nur auf den Bahnhof selbst, sondern betreffen auch das Digitalisierungsprojekt „Digitaler Knoten Stuttgart“ (DKS), das ebenfalls in der Warteschleife feststeckt.
Die DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH (PSU) steuert den Bau seit 2013 und hat erhebliche Schwierigkeiten bei der Umsetzung. Neue Sicherheitsvorschriften und Anforderungen an die Resilienz öffentlicher Infrastrukturen haben die Situation zusätzlich kompliziert. Im Februar 2023 wurde Olaf Drescher als Projektplaner abgelöst, Klaus Müller hat die Leitung übernommen. Das klingt nach einem echten Chaos, oder? Die Planung übertrifft mittlerweile sogar das bisher angenommene Negativszenario.
Ein Blick in die Zukunft der Deutschen Bahn
Die Verzögerungen beim Projekt Stuttgart 21 haben auch Auswirkungen auf das Städtebauprojekt Rosenstein-Quartier, das voraussichtlich erst Mitte der 2030er-Jahre beginnen kann. Interessanterweise könnte die Verschiebung für Reisende in die Schweiz sogar Vorteile bringen, da der Pfaffensteigtunnel 2031 oder 2032 fertiggestellt sein soll. Aber wie geht es weiter mit der Deutschen Bahn insgesamt? Laut einem Bericht hat der Vorstand der Deutschen Bahn AG ein Gesamtprogramm zur strukturellen Sanierung des Konzerns bis 2027 vorgestellt. Der Fokus liegt auf der Sanierung der Infrastruktur, des Eisenbahnbetriebs und der Wirtschaftlichkeit – alles sehr wichtig, um die Leistungsfähigkeit der Schiene wiederherzustellen.
Das Sanierungsprogramm zielt darauf ab, die Pünktlichkeit im Fernverkehr zwischen 75 und 80 % zu steigern und die infrastrukturbedingten Verspätungen bis 2027 um 20 % zu senken. Es wird eine Generalsanierung von 1500 Streckenkilometern und der Austausch von 200 alten, störanfälligen Stellwerken angestrebt. Der Vorstandsvorsitzende Richard Lutz betont die Notwendigkeit dieser Maßnahmen, insbesondere aufgrund des schlechten Zustands der Infrastruktur und externer Krisen. Das klingt nach einer Mammutaufgabe, aber vielleicht ist das genau das, was die Deutsche Bahn jetzt braucht.
Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird. Die kommenden Jahre könnten entscheidend dafür sein, ob die Deutsche Bahn in der Lage sein wird, ihren Ruf wiederherzustellen und eine verlässliche Transportalternative anzubieten. Es bleibt spannend, was die Zukunft bringt!
Für weitere Informationen zu Stuttgart 21 und den aktuellen Entwicklungen können Sie den Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nachlesen.
