Heute ist der 3.05.2026 und in Tuttlingen gibt es spannende Neuigkeiten, die die lokale Gemeinschaft und die koptisch-orthodoxe Gemeinde betreffen. Die Martinskirche, die lange Zeit als Untermietraum für die koptische Gemeinde diente, hat nun einen neuen Besitzer. Letzten Sommer wurde die Kirche offiziell an die koptisch-orthodoxe Gemeinde St. Mina und Anba Abraam verkauft, und seit Oktober wird sie umgebaut. Dabei wird die alte evangelische Kirche in ein neues, orthodoxes Gewand gehüllt.

Der Umbau ist mehr als nur ein ästhetisches Projekt. Victor Abd-Rabo, der seit sechs Monaten ehrenamtlich an der Renovierung arbeitet, hat große Pläne. In der Martinskirche entstehen nicht nur zwei Taufbecken und eine beeindruckende Ikonenwand, sondern auch orthodoxe Mosaike, die die Spiritualität und Tradition der Koptischen Kirche widerspiegeln. Die Gemeinde, die etwa 70 Mitglieder hat – viele von ihnen mit ägyptischen und sudanesischen Wurzeln – ist begeistert von den Veränderungen. Schließlich dürfen sie seit rund 25 Jahren in der Kirche Messe abhalten, wobei sie zunächst nur den Nebenraum nutzen durften und erst vor fünf Jahren die eigentliche Kirche für ihre Gottesdienste in Anspruch nehmen konnten.

Ein neues Kapitel für die Gemeinde

Die evangelische Gemeinde hatte vor drei Jahren beschlossen, einige ihrer Gebäude, darunter auch die Martinskirche, verkaufen zu müssen. Evangelische Pfarrerin Marie-Luise Karle hat sich über den Verkauf an die koptische Gemeinde erfreut gezeigt. Der demographische Wandel und die sinkende Zahl der Mitglieder in der evangelischen Kirche haben dazu geführt, dass die Entscheidung notwendig wurde. Doch während die evangelische Gemeinde mit Herausforderungen kämpft, blüht die koptisch-orthodoxe Gemeinde auf.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt jedoch: Aktuell fehlt der Gemeinde ein eigener Priester. Bisher kommt Pater Johannes Ghali aus Stuttgart an zwei Samstagen im Monat, aber mit einem eigenen Priester könnte die Gemeinde sogar wöchentlich eine Messe feiern. Victor Abd-Rabo hebt hervor, wie wichtig es ist, dass der Priester Deutsch spricht. Schließlich möchte man die Kinder und Enkel in die religiöse Gemeinschaft einbinden und sie an die Traditionen heranführen. Die erste Taufe in der neu umgebauten Kirche ist für Mai geplant, und die Vorfreude in der Gemeinde ist spürbar.

Tradition trifft Moderne

Der koptische Glaube hat seine Wurzeln im alten Ägypten und wurde im 1. Jahrhundert nach Christus vom Evangelisten Markus gegründet. Heute machen fast 15 Prozent der ägyptischen Bevölkerung koptische Christen aus. In Deutschland ist die koptische Gemeinde weniger bekannt, doch ihre Geschichte und Traditionen sind tief verwurzelt. Die Martinskirche wird durch den Umbau zu einem Ort, der nicht nur die Tradition bewahrt, sondern auch einen Raum für die Gemeinschaft schafft.

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Die Renovierungsarbeiten an der Martinskirche sollen in wenigen Wochen abgeschlossen sein. Es ist ein aufregendes Kapitel für die koptisch-orthodoxe Gemeinde in Tuttlingen, das sich in den nächsten Jahren weiter entfalten könnte. Die koptische Kirche hat das Potenzial, ein kultureller und spiritueller Knotenpunkt in der Region zu werden, der Brücken zwischen Tradition und zeitgenössischem Leben schlägt. Wie sich die neue Kirche entwickeln wird und welche Rolle sie im Leben der Gemeinde spielt, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Die koptische Gemeinde in Tuttlingen ist bereit, ein neues Zuhause zu finden.