Der SSV Ulm 1846 Fußball steht vor einem tiefen Einschnitt in seiner Vereinsgeschichte. Nach einer enttäuschenden Saison in der 3. Liga, in der der Verein bereits seit dem 12. Spieltag auf einem Abstiegsplatz rangierte, ist der Abstieg nun besiegelt. Am 2. Mai 2023, nach einer 0:2-Niederlage gegen Viktoria Köln, muss das Team den Gang in die Regionalliga Südwest antreten. Diese Niederlage war der letzte Nagel im Sarg eines Projekts, das sich nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga vor einem Jahr bereits in der Krise befand.
Das Spiel gegen Köln war geprägt von einer dominanten Vorstellung der Gäste. Ulm konnte offensiv kaum Akzente setzen und war in der eigenen Hälfte gefangen. Velasco von Köln hatte in der ersten Halbzeit die beste Chance, scheiterte jedoch an Ulms Keeper Ortag. Die erste Hälfte endete torlos, doch die zweite Halbzeit brachte für Ulm nichts Gutes. In der 72. Minute erzielte Münst das 1:0 für die Kölner, und Kozuki erhöhte in der 81. Minute auf 2:0. Damit war der Abstieg des SSV Ulm nicht mehr abzuwenden. Im kommenden Spiel trifft Ulm am Samstag auf den VfL Osnabrück, ein weiteres Duell, das in der aktuellen Situation große Herausforderungen mit sich bringt.
Trainerwechsel und Probleme im Kader
Die Saison war geprägt von ständigen Trainerwechseln, was dem Team zusätzlich zusetzte. Nach einer durchwachsenen Anfangsphase und nur vier Punkten aus den ersten sechs Spielen wurde Trainer Robert Lechleiter nach einer 1:3-Niederlage gegen den 1. FC Saarbrücken freigestellt. Moritz Glasbrenner sprang interimistisch ein, bevor Pavel Dotchev die Zügel übernahm. Doch auch unter seiner Führung sammelte Ulm in 21 Spielen lediglich 19 Punkte. Dotchev wird, trotz der angekündigten Trennung nach der Saison, die verbleibenden Spiele leiten.
Die Verletzungsprobleme haben das Team zudem stark belastet. Kapitän Johannes Reichert und Neuzugang Dominik Martinovic waren unter anderem von Kreuzbandrissen betroffen, während im Spiel gegen Köln Bazzoli und Vukancic aufgrund von Sperren fehlten. Auch Brandt und Dajaku standen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. So rückten Seegert, Mazagg, Brown und Löder in die Startelf, was angesichts der Situation eine Herausforderung darstellte.
Ein Verein in der Krise
Der SSV Ulm hat in der laufenden Saison nicht nur in der Liga, sondern auch im Verbandspokal schlecht abgeschnitten. Die Vereinsführung hat mit Murat Isik einen neuen Sportdirektor vorgestellt, in der Hoffnung, frischen Wind in die Strukturen zu bringen. Doch der Druck wird nicht weniger, die Fans sind enttäuscht, und die Frage bleibt: Wie geht es weiter?
Der Verein hatte bereits 26 Jahre zuvor einen ähnlichen Doppelabstieg erlebt, und die Erinnerungen daran sind schmerzhaft. Ulm spielte von 2016 bis 2023 in der Regionalliga Südwest und musste nun erneut den Rückschritt antreten.
Für die Verantwortlichen des SSV Ulm ist die Situation eine Tragödie, die sich über Monate hinweg aufgebaut hat. Der Traum vom Profifußball scheint in weite Ferne gerückt zu sein, und die Frage bleibt: Kann der Verein sich von diesem Rückschlag erholen? Die kommenden Spiele werden entscheidend sein, nicht nur für die aktuelle Saison, sondern auch für die Zukunft des Vereins.
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