In Ulm ist am Samstag, dem 6. Juni 2026, ein ganztägiger Warnstreik bei der SWU mobil ausgerufen worden. Die Gewerkschaft ver.di hat diesen Schritt unternommen, um auf die Ungleichbehandlung der Beschäftigten innerhalb der Ulmer Stadtwerke aufmerksam zu machen. Bis Mitternacht werden die Fahrdienste weitestgehend ausfallen, was für die Bürger bedeutet, dass sie mit einer stark eingeschränkten Nutzung von Straßenbahnen und Bussen rechnen müssen. Es ist der vierte Warnstreik in dieser Verhandlungsrunde, und die Situation spitzt sich zu.

Die Beschäftigten der SWU mobil, insgesamt 173 an der Zahl, erhalten bislang weniger Lohn als ihre Kolleginnen und Kollegen bei der SWU Verkehr. Ver.di fordert eine Angleichung der Gehälter innerhalb des Konzerns. Im Fokus steht eine Fahrdienstzulage von 13 Prozent, ein Nahverkehrszuschlag von fünf Prozent und eine Lehrfahrerzulage von zehn Euro. Trotz dieser klaren Forderungen hat der Arbeitgeber bisher kein angemessenes Angebot vorgelegt. Der nächste Verhandlungstermin ist für den 23. Juni 2026 angesetzt, und die Hoffnung auf eine Einigung bleibt.

Hintergrund und weitere Entwicklungen

Die aktuelle Situation ist Teil eines größeren Trends in Deutschland, wo die Beschäftigten im öffentlichen Dienst zunehmend für bessere Arbeitsbedingungen und gerechtere Löhne kämpfen. So wurde am 14. Februar 2026 eine Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst der Länder erzielt, die für 925.000 Tarifbeschäftigte gilt. Diese Einigung wird traditionell auch auf über 1,3 Millionen Beamte und Pensionisten ausgeweitet. Dabei sind die Gewerkschaften ursprünglich mit Forderungen von 7 % mehr Gehalt und einer Laufzeit von 12 Monaten in die Verhandlungen gestartet.

Die daraus resultierenden Gehaltserhöhungen sind nicht unbeachtlich. Ab dem 1. April 2026 dürfen sich die Beschäftigten auf 2,8 % mehr Gehalt freuen, mindestens jedoch auf 100 Euro monatlich. In den Folgejahren sind weitere Erhöhungen geplant. Auch Zulagen für den Schichtdienst wurden eingeführt, was die Attraktivität der Berufe im öffentlichen Dienst steigern soll.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in Ulm entwickeln wird. Die kommenden Verhandlungen könnten entscheidend dafür sein, ob die Forderungen der Beschäftigten erfüllt werden und ob die Unruhe im öffentlichen Nahverkehr ein Ende findet. Der Streik ist ein klares Zeichen, dass die Beschäftigten bereit sind, für ihre Rechte zu kämpfen und sich nicht mit weniger zufrieden geben. Die Bürgerinnen und Bürger Ulms müssen sich jedoch auf einen ungemütlichen Tag ohne öffentliche Verkehrsmittel einstellen – das ist der Preis für den Kampf um gerechtere Arbeitsbedingungen.

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Für weitere Informationen zu den Hintergründen des Streiks und den aktuellen Entwicklungen können Sie den Artikel von SWR Aktuell lesen hier.