Heute ist der 23.04.2026, und die Stadt Villingen-Schwenningen sieht sich mit einem wachsenden Problem konfrontiert: einer Überpopulation von Bibern. In der Region haben sich mittlerweile rund 450 Biber angesiedelt, was in der Stadt zu ernsthaften Schwierigkeiten für die Infrastruktur führt. Die Verantwortlichen fühlen sich vom Land alleingelassen, wenn es um die Lösung dieser Biberproblematik geht. Eine Sprecherin des Umweltministeriums hat allerdings betont, dass Unterstützung vorhanden sei und es zahlreiche Maßnahmen zur Bewältigung der Situation gebe.

Zu den Maßnahmen gehört die Unterstützung durch über 200 ehrenamtliche Biberberater und hauptamtliche Biberbeauftragte, die die Naturschutzbehörden und Gemeinden aktiv unterstützen. Diese Hilfe umfasst auch die Möglichkeit, Tiere abzuschießen oder Dämme zu entfernen, um die Auswirkungen der Biber auf die Infrastruktur zu minimieren. Das Land Baden-Württemberg stellt den Kommunen zudem kostenlos Material zur Verfügung, wie beispielsweise Verbissschutz für Gehölze. Für das Bibermanagement wurden im Jahr 2024 insgesamt rund 69.000 Euro bereitgestellt, wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine SPD-Anfrage vom April 2025 hervorgeht. Weitere Informationen zu den Herausforderungen und Lösungen im Umgang mit Bibern finden Sie in diesem Artikel.

Biberpopulation in Baden-Württemberg

Insgesamt wird die Biberpopulation in Baden-Württemberg auf etwa 11.500 Tiere geschätzt, mit einer weiteren Zunahme in den kommenden Jahren. Die Besiedelung variiert stark zwischen den unterschiedlichen Regierungsbezirken sowie den jeweiligen Land- und Stadtkreisen. Das Bibermanagement, das seit 2004 in Kraft ist, hat sich zum Ziel gesetzt, Konflikte zwischen Menschen und Bibern zu verhindern oder nachhaltige Lösungen zu finden.

Die Koordination des Bibermanagements erfolgt durch die Regierungspräsidien, während ehrenamtliche Biberberater ausgebildet und unterstützt werden. Die unteren Naturschutzbehörden sind für die Verwaltungsangelegenheiten zuständig, und über 220 ehrenamtliche Biberberater sind bereits aktiv. Zu den Instrumenten, die zur Konfliktprävention eingesetzt werden, gehören unter anderem der Einbau von Dammdrainagen zur Senkung des Wasserpegels und die Einhaltung des Gewässerrandstreifens.

Regelungen und Unterstützungsangebote

Um schwerwiegende Konflikte zu lösen, wird im Mai 2025 eine „Clearingstelle Biber“ eingerichtet. Zukünftig soll eine Biber-Verordnung ermöglichen, dass in definierten Bereichen die Vergrämung oder gegebenenfalls die tödliche Entnahme von Bibern ohne vorherige Genehmigung durchgeführt werden kann, sofern keine zumutbaren Sicherungsmaßnahmen möglich sind. Dies soll einen einheitlichen Umgang mit Bibern in Baden-Württemberg gewährleisten.

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Die Maßnahmenblätter des Bibermanagements sowie der Förderleitfaden für betroffene Flächen sind ebenfalls verfügbar, um die Kommunen bei der Bewältigung der Herausforderungen zu unterstützen. Diese umfassenden Regelungen und Hilfsangebote sind essenziell, um das Zusammenleben von Mensch und Tier in der Region zu fördern und langfristig zu sichern.