Am 19. Juni 2026 fand im Haus der Begegnung in Bad Dürrheim die öffentliche Wahlsynode des Evangelischen Dekanats Villingen statt. Ein Ort, der normalerweise für Begegnungen und Gespräche genutzt wird, wurde an diesem Tag zum Schauplatz einer wichtigen Wahl. Prälat Marc Witzenbacher eröffnete die Veranstaltung mit einem beeindruckenden Gottesdienst in der Johanneskirche, der den Anwesenden sicherlich einen tiefen spirituellen Impuls gab.

Die Versammlung war gut besucht. Dagmar Kreider, die Vorsitzende der Bezirkssynode, sowie Bischöfin Springhart hießen die stimmberechtigten Mitglieder herzlich willkommen. In ihrer Ansprache betonte Bischöfin Springhart die Notwendigkeit von Mut, Demut und vor allem guter Kommunikation – Elemente, die für die zu wählenden Ämter von entscheidender Bedeutung sind. Es wurde auch über die Wahlmodalitäten informiert, da der Dekan und der Schuldekan in der Regel alle acht Jahre gewählt werden. Da kamen die Anwesenden sicher ins Grübeln, was sich in den letzten Jahren alles verändert hat.

Neue Gesichter im Dekanat

Elke Schott wurde als geeignete Kandidatin für das Dekanat vorgestellt. Sie hat das Amt bereits kommissarisch seit 2025 ausgeübt, nachdem Dekan Wolfgang Rüter-Ebel in den Ruhestand ging. Ihre Erfahrung als Klinikseelsorgerin im Schwarzwald-Baar-Klinikum könnte sich als wertvoll erweisen, denn sie plant die Umsetzung eines Schutzkonzepts gegen sexualisierte Gewalt. In Zeiten, in denen solche Themen immer mehr in den Fokus rücken, ist das ein mutiger Schritt. Bei der Wahl stimmten von 46 Stimmberechtigten 43 für Schott, was ein klares Zeichen für das Vertrauen in ihre Fähigkeiten ist.

Oliver Uth, der als neuer Schuldekan gewählt wurde und 49 von 51 Stimmen erhielt, bringt ebenfalls frischen Wind in die Gemeinde. Aufgewachsen in Waldkirch, war er seit 2014 Pfarrer in Villingen und tritt nun die Nachfolge von Stephan Ahrnke an, der nach Freiburg gewechselt ist. Besonders betonte Uth die Wichtigkeit von konfessionsübergreifendem Religionsunterricht – ein Thema, das sicher viele Eltern und Schüler in der Region interessiert. Nach der Wahl erhielt er, wie auch Schott, viel Applaus, ein Zeichen dafür, dass die Gemeinde hinter diesen neuen Führungspersönlichkeiten steht.

Ein Weg zu mehr Sicherheit

Die Einführung eines Schutzkonzepts gegen sexualisierte Gewalt ist nicht nur eine persönliche Initiative von Elke Schott, sondern spiegelt auch einen breiteren Trend wider, der in der kirchlichen Arbeit immer mehr an Bedeutung gewinnt. Das Gewaltpräventionsgesetz (GPrävG) setzt klare Rahmenbedingungen für den Umgang mit Kindern, Jugendlichen und schutzbefohlenen Erwachsenen. Es fordert Mitarbeitende auf, eine wertschätzende und respektvolle Kultur zu pflegen, was in Zeiten von Missbrauchsskandalen in vielen Institutionen dringend notwendig ist. Die kirchliche Arbeit wird zunehmend als Beziehungsarbeit verstanden, die nicht missbraucht werden darf.

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Besonders wichtig sind Aspekte wie Professionalität und Rollenklarheit – schließlich geht es darum, Vertrauen zu schaffen. Unterstützungsangebote wie Supervision und Notfallpläne sind hierbei unerlässlich. Auch die Auswahl von Mitarbeitenden und Dienstleistern wird durch einen Verhaltenskodex und eine Selbstverpflichtungserklärung geregelt. All dies soll dazu beitragen, dass in den kirchlichen Räumen kein Leid geschieht, was ein zentraler Punkt für die neue Dekanin und den neuen Schuldekan sein dürfte.

Wie sich die Veränderungen in der Region entwickeln werden, bleibt abzuwarten. Das Evangelische Dekanat Villingen hat mit der Wahl von Elke Schott und Oliver Uth nicht nur neue Führungspersönlichkeiten gewählt, sondern setzt auch ein Zeichen für eine zukunftsorientierte und verantwortungsvolle Kirchenarbeit. Man darf gespannt sein, wie die beiden die Herausforderungen meistern und welche Impulse sie setzen werden.

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