In Waldshut tut sich gerade einiges in der Bildungslandschaft. Die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) hat eine spannende Kooperation mit der Kaufmännischen Schule Waldshut und der Justus-von-Liebig-Schule ins Leben gerufen. Das Ziel? Fachkräften in der Region neue akademische Perspektiven zu bieten. Diese Kooperation ist eine Antwort auf den Fachkräftemangel, der auch hier in Deutschland ein heißes Thema ist. Berufsbegleitende Studiengänge wie der Bachelor in Betriebswirtschaft und der Bachelor in Sozialpädagogik & Management ermöglichen es den Studierenden, Theorie und Praxis zu verbinden. So bleibt man in der Region und kann gleichzeitig seine Karriere vorantreiben.

Petra Rummel von der Justus-von-Liebig-Schule hebt hervor, dass es in der Region kein vergleichbares Angebot gibt. Das ist schon bemerkenswert, wenn man bedenkt, wie wichtig akademische Weiterqualifizierung in der heutigen Zeit ist. Das Studienmodell für Sozialpädagogik erlaubt es Erziehern und Heilerziehungspflegern, sich innerhalb von nur 24 Monaten akademisch weiterzuentwickeln. Michael Faller von der Kaufmännischen Schule betont, dass dieses Kooperationsmodell gezielt den Fachkräftemangel bekämpfen soll. Hier wird den Studierenden eine enge Verbindung zwischen Studium und persönlicher Betreuung geboten. Kleine Studiengruppen und der direkte Austausch mit Dozierenden schaffen ein individuelles Lernumfeld – genau das, was viele suchen!

Studium und berufliche Praxis

Besonders interessant ist, dass man sogar ohne allgemeine Hochschulreife studieren kann. Wer eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung hat und mindestens drei Jahre Berufserfahrung vorweisen kann, kann sich für Betriebswirtschaft einschreiben. Erzieher, die sich für Sozialpädagogik & Management interessieren, können direkt nach ihrer Ausbildung starten. So wurde der erste Jahrgang 2017 an der Justus-von-Liebig-Schule und 2021 an der Kaufmännischen Schule Waldshut ins Leben gerufen. Die Ergebnisse sprechen für sich: Viele Absolventen bleiben nach ihrem Studium in der Region tätig.

Doch in der deutschen Bildungslandschaft gibt es auch Herausforderungen, die nicht ignoriert werden können. Eine aktuelle Studie von Wissenschaftler*innen der Universität Paderborn zeigt, dass die duale Ausbildung – eine tragende Säule des deutschen Arbeitsmarktes – immer noch vor großen Herausforderungen steht. Die Studie, die in der Fachzeitschrift „Social Sciences“ veröffentlicht wurde, beleuchtet die Zusammenarbeit zwischen Berufsschulen, Ausbildungsbetrieben und überbetrieblichen Berufsbildungsstätten. Hierbei wurden die Probleme wie unzureichend abgestimmte Ausbildungsinhalte und fehlende verbindliche Strukturen angesprochen.

Verbesserung der Ausbildungsqualität

Ein zentraler Punkt der Untersuchung ist die Notwendigkeit einer verbesserten Lernortkooperation, die die Ausbildungsqualität und die Attraktivität der dualen Ausbildung erhöhen könnte. Innovative Ansätze wurden identifiziert, um die Kooperation zwischen den verschiedenen Akteuren zu optimieren. Diese Erkenntnisse sind auch Teil des EU-Projekts „FEWL“, welches mit rund 804.000 Euro gefördert wird. Es ist schon komisch, dass oft erst bei Problemen wie Fehlzeiten oder Leistungsdefiziten kommuniziert wird – da gibt es noch viel zu tun!

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMFTR) hat die Fachkräftesicherung ebenfalls auf die Agenda gesetzt. Es werden zahlreiche Aktivitäten durchgeführt, um gut qualifizierte Arbeitskräfte für nachhaltiges Wachstum zu gewinnen. Die Exzellenzinitiative Berufliche Bildung zielt darauf ab, die Attraktivität der beruflichen Bildung, insbesondere der dualen Ausbildung, zu erhöhen. Im Sommer 2024 startet die zweite Runde des Innovationswettbewerbs InnoVET Plus mit einem Budget von über 60 Millionen Euro – ein Zeichen, dass man die Herausforderungen ernst nimmt.

Die Bildungslandschaft in Deutschland, insbesondere in unserer Region, ist also in Bewegung. Die Kooperation zwischen den Schulen in Waldshut und die Bemühungen um die duale Ausbildung zeigen, dass man sich nicht mit dem Status quo zufrieden geben will. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Entwicklungen auf die Fachkräftesicherung und die Bildungschancen in der Region auswirken werden. Schauen wir mal, was die Zukunft bringt!

Neues Design, maximale Performance: Wie gefällt Ihnen unsere neue Website?

Technisch repräsentiert unser neues Magazin-System den aktuellen Stand der Technik für anspruchsvolle Nachrichtenportale: schnell, barrierefrei, DSGVO-konform, suchmaschinenoptimiert und für die Redaktion langfristig wartbar. Die Umsetzung dieser hohen Standards wurde von Daniel Wom und VeloCore mit dem Anspruch realisiert, eine langlebige und zukunftssichere Lösung zu schaffen.