Heute ist der 3.05.2026 und im Zollernalbkreis wird eine wichtige, wenn auch herausfordernde Arbeit geleistet. Eike Kloka und Micha Haasis sind zwei Sozialarbeiter, die sich intensiv um Geflüchtete in den Städten Rosenfeld und Geislingen kümmern. Kloka, der seit 2021 in dieser Funktion tätig ist, bringt die vielfältigen Herausforderungen der Integration und Unterbringung von Geflüchteten auf den Punkt. Die Situation auf dem Wohnungsmarkt ist angespannt, was die Kommunen vor große Herausforderungen stellt. Es gibt vorläufige Gemeinschaftsunterkünfte und auch Anschlussunterkünfte, aber der Zugang zu dauerhaftem Wohnraum bleibt für viele ein Traum.
Die politische Debatte über Migration scheinen vor Ort nur wenige zu interessieren, während die Geflüchteten selbst von Erfahrungen wie Kontrollverlust und Unsicherheit geprägt sind. Sie leben in ständiger Angst um Angehörige, die möglicherweise in Krisengebieten verbleiben müssen. Kloka und sein Team fungieren als Ansprechpartner und „Übersetzer des Systems“ für diese Menschen. Sie begleiten bei Terminen, helfen bei Formularen und erklären die oft komplexen Abläufe des deutschen Sozialsystems. Das Ziel? Fähigkeiten aufbauen und die Selbstständigkeit der Geflüchteten fördern. Die Diakonie verfolgt dabei den Ansatz der „Hilfe zur Selbsthilfe“ – ein Grundsatz, der in vielen sozialen Projekten von Bedeutung ist.
Herausforderungen und Unterstützung
Die Herausforderungen sind vielfältig: bürokratische Hürden, Sprachbarrieren, soziale Isolation und die ständige Angst vor Abschiebung. Viele Geflüchtete leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen und anderen psychischen Belastungen. Kloka hebt hervor, dass sie keine Therapeuten sind, sondern traumasensibel arbeiten. Die Sozialarbeit ist zwar gut vernetzt, aber die Vermittlung zu Therapeuten gestaltet sich oft schwierig. Therapieplätze sind rar und die langen Wartezeiten frustrieren nicht nur die Geflüchteten, sondern auch die Helfer.
Ein weiterer Punkt, den Kloka kritisiert, sind die Einschränkungen des Zugangs zu Integrationskursen durch das Bundesinnenministerium. Micha Haasis betont hingegen die immense Bedeutung der Sprache für die Integration. In Isingen zeigen gemeinsame Projekte mit Geflüchteten, dass Integration im Alltag gelingen kann. Allerdings ist es bemerkenswert, dass das ehrenamtliche Engagement seit 2015 abgenommen hat, obwohl die Zahl der Geflüchteten im Zollernalbkreis gesunken ist. Kloka beschreibt die Arbeit als herausfordernd, aber auch abwechslungsreich und spannend – eine Art von Arbeit, die den sozialen Zusammenhalt stärkt.
Die Berichterstattung über diese Themen bleibt wichtig, besonders in Zeiten, in denen die gesellschaftlichen Debatten oft polarisiert sind. Kloka und Haasis leisten einen wertvollen Beitrag, indem sie die menschlichen Geschichten und Herausforderungen hinter den Statistiken sichtbar machen. Es ist eine Art des Mitgefühls und der konkreten Hilfe, die auch in der breiteren Gesellschaft ein Umdenken anstoßen könnte. Die Integration von Geflüchteten ist nicht nur eine Herausforderung für die Politik, sondern erfordert auch das Engagement jedes Einzelnen.
Hier wird deutlich, dass die Arbeit von Eike Kloka und Micha Haasis weit über das administrative Handwerk hinausgeht. Es ist eine Herzensangelegenheit, die nicht nur die Geflüchteten, sondern auch die gesamte Gemeinschaft bereichert. Wenn Menschen zusammenkommen, um das Leben anderer zu verbessern, geschieht etwas Großartiges. Ein Blick auf die Geschehnisse im Zollernalbkreis zeigt, wie wichtig es ist, diesen Weg weiterzugehen und den Geflüchteten die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie dringend benötigen. Mehr Informationen dazu finden Sie in dem Artikel auf Schwarzälder Bote.