Am Amtsgericht Altötting wurde jüngst ein Landwirt (62) wegen des Todes eines Rehkitzes während der Mahd seiner Wiese im Juni 2025 angeklagt. Was an diesem Tag genau passierte, zieht nicht nur die Aufmerksamkeit der Justiz, sondern auch von zahlreichen Jägern, Landwirten und Tierschützern auf sich. Der Saal war gut gefüllt, die Emotionen kochten hoch – und das nicht nur wegen des schrecklichen Vorfalls. Der Landwirt hatte in der Vergangenheit nie Probleme gehabt, doch an diesem Tag lief alles schief.

Er gab an, dass die Wetterlage günstig gewesen sei und er spontan entschied, die Wiese zu mähen. Normalerweise informiert er die Jäger einen Tag im Voraus über solche Arbeiten. Diesmal jedoch – und das war wohl sein größter Fehler – unterließ er es, die Jäger zu alarmieren. Die Wiese, die er bewirtschaftet, umfasst insgesamt 35 Hektar, darunter eine kleine Fläche, die von Wald umgeben ist. An diesem Tag waren die „Kitzretter“, akustische Warnmelder, die er normalerweise einsetzt, leider defekt.

Die Verhandlung und ihre Zeugen

Ein Jäger, der zufällig in der Nähe war, fand die Überreste des Rehkitzes und war sich sicher, dass es durch die Mäharbeiten getötet wurde. Das Besondere daran? Er wurde nicht über die bevorstehenden Mäharbeiten informiert und erfuhr lediglich durch einen Kollegen aus einem angrenzenden Gebiet von dem Vorfall. Auch der Nachbarpächter, der als Zeuge aufgerufen wurde, zeigte sich überrascht, dass er nicht vorher gewarnt worden war.

Interessanterweise berichtete ein zweiter Zeuge von Drohungen und Beleidigungen, die er aufgrund seiner Aussage erhielt. Ein weiterer Zeuge, der mit einer Drohne über die Wiese flog, hatte nichts entdeckt, aber ein Kitzretter hatte während der Mahd ein Rehkitz gerettet. So viel Drama um ein Tierleben! Die Verteidigung des Landwirts forderte sogar einen Freispruch, argumentierte, dass die Landwirtschaft kein Labor sei und der Landwirt kooperativ gehandelt habe.

Das Urteil und seine Bedeutung

Der Staatsanwalt forderte eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 80 Euro aufgrund bedingten Vorsatzes. Richter Tausch entschied schließlich, den Landwirt zu 50 Tagessätzen à 80 Euro, also insgesamt 4000 Euro, zu verurteilen. Er betonte, dass es sich um einen konkreten Einzelfall handele und dass der Landwirt aus Zeitdruck die falsche Entscheidung getroffen habe, was seine Pflichten verletzte. Ein Urteil, das nicht nur für den Angeklagten, sondern auch für die gesamte Landwirte-Gemeinschaft von Bedeutung ist.

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Die Situation wirft ein Licht auf die schwierige Balance zwischen landwirtschaftlichem Handeln und dem Schutz der heimischen Tierwelt. Wie der Artikel zur Rechtslage und zu Gerichtsurteilen zur Wildtierrettung zeigt, müssen Landwirte aktiv zur Wildtierrettung beitragen, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Es gibt klare Gesetze, die den Schutz von Tieren während der Mahd regeln, und Verstöße können zu erheblichen Strafen führen.

Am Ende bleibt zu sagen, dass der Tod des Rehkitzes nicht nur ein isolierter Vorfall ist. Er ist Teil eines größeren Problems, das viele Landwirte betrifft. Sie stehen unter finanziellem Druck und müssen dabei dennoch sicherstellen, dass sie die gesetzlichen Vorgaben einhalten. Es erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Jägern und Freiwilligen, um solche tragischen Vorfälle in Zukunft zu vermeiden.

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