Heute, am 4. Mai 2026, dreht sich in Altötting alles um den geplanten Windpark, der mit einer Menge an Diskussionen und Einwendungen aufwartet. Der Erörterungstermin für das Projekt findet am 6. und 7. Mai statt, und die Bürger haben die Möglichkeit, ihre Kritik, Sorgen und Vorschläge öffentlich einzubringen. Die Veranstaltung wird im Kultur & Kongress Forum abgehalten, das Platz für rund 1.000 Personen bietet. Hier stehen die Meinungen der Anwohner im Vordergrund, denn insgesamt wurden bereits 73 Einwendungen von Bürgern, Verbänden und Initiativen eingereicht.
Die Bedenken sind vielfältig. Kritiker äußern Sorgen über Lärm, Schattenwurf und die Auswirkungen auf Boden- und Trinkwasserschutz. Neben den Einwendungen sind auch 51 fachliche Stellungnahmen von Ämtern und Gemeinden eingegangen, die sich mit Auflagen und weiteren Bedenken auseinandersetzen. Eine Bürgerinitiative hat die Zerstörung des Waldes ins Visier genommen und bezweifelt die Wirtschaftlichkeit des Windkraftprojekts. Ursprünglich waren 40 Windräder geplant, aber nach Protesten wurde die Anzahl auf 27 reduziert. Das Ziel ist es, mit diesem Windpark die größte Anlage in Bayern zu schaffen, die jährlich rund 320 Millionen kWh Strom erzeugen soll – genug, um über 90.000 Haushalte zu versorgen.
Genehmigungsverfahren und Zeitplan
Der Baustart für den Windpark ist für nächstes Jahr vorgesehen, mit dem ersten Strom, der 2028 fließen soll. Eine Genehmigung durch das Landratsamt wird bis Anfang September 2026 angestrebt, wobei nach der Genehmigung eine vierwöchige Frist für Klagen eingehalten werden muss. Es ist wichtig zu wissen, dass Änderungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) das Projekt möglicherweise verzögern könnten. Zudem gibt es in der Region bereits Belastungen mit PFAS-Chemikalien, was Bedenken hinsichtlich der Erdarbeiten aufwirft.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde ein Bodenmanagementkonzept entwickelt, das darauf abzielt, kontaminiertes Erdreich zu schützen. Auch der Abstand der Windräder zur Wohnbebauung wurde auf 1.200 Meter festgelegt – also 200 Meter mehr als ursprünglich vorgeschrieben.
Öffentliche Beteiligung und Antragsunterlagen
Die Projektträgerin, die Qair WP Altötting GmbH & Co. KG, hat drei Anträge beim Landratsamt eingereicht, da die 27 Windenergieanlagen auf drei verschiedene Gebiete verteilt sind. Die Unterlagen zum Natur- und Artenschutz wurden von dem Planungsbüro ifuplan erstellt. Diese Anträge werden im Rahmen eines förmlichen Genehmigungsverfahrens mit Öffentlichkeitsbeteiligung geprüft. Ab dem 16. Februar bis zum 16. März 2026 sind die Antragsunterlagen auf der Internetseite des Landratsamts Altötting einsehbar, und interessierte Bürger können sich umfassend informieren und ihre Meinung einbringen. Einwendungen können bis zum 30. März 2026 eingereicht werden und werden ebenfalls im Erörterungstermin besprochen.
Die Diskussion um den Windpark in Altötting zeigt, wie wichtig es ist, die Stimme der Bürger zu hören und die unterschiedlichen Perspektiven zu berücksichtigen. In einer Zeit, in der die Energiewende immer mehr in den Fokus rückt, wird deutlich, dass Projekte wie dieses nicht nur auf die technische Machbarkeit, sondern auch auf die Akzeptanz in der Bevölkerung angewiesen sind.