Im Landkreis Altötting hat sich ein unerwartetes Ereignis zugetragen, das die Aufmerksamkeit auf die Gefahren der Hasenpest, auch bekannt als Tularämie, lenkt. Der erste Fall dieser Infektionskrankheit beim Menschen wurde nachgewiesen. Glücklicherweise befindet sich die betroffene Person auf dem Weg der Besserung. Diese Nachricht hat nicht nur in der Region, sondern auch darüber hinaus für Besorgnis gesorgt, denn Tularämie ist eine ernstzunehmende Zoonose, die von infizierten Tieren auf den Menschen übertragbar ist. Der Erreger, Francisella tularensis, wurde bereits im April bei einem verendeten Feldhasen in Töging festgestellt und ein weiterer Nachweis gelang in Garching. Die Behörden verzeichnen seit einigen Jahren einen Anstieg der Fallzahlen in Bayern.

Es ist interessant zu wissen, dass die Höchstzahl der registrierten Fälle in Bayern 74 im Jahr 2025 betrug und bis Juni 2026 bereits 12 Fälle gemeldet wurden. In Altötting gab es in den Jahren 2021 und 2024 insgesamt drei humane Erkrankungen. Um die Situation besser zu verstehen, hat das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) im Januar 2026 eine Surveillance-Studie zur Analyse der Fälle gestartet. Dabei sind die Ansteckungsgefahren vielfältig: Direkter Kontakt mit infizierten Tieren, der Verzehr von unzureichend erhitztem Wildfleisch, Insektenbisse und sogar die Inhalation von kontaminiertem Staub können zur Übertragung führen. Es ist beruhigend zu wissen, dass eine Übertragung von Mensch zu Mensch nicht bekannt ist.

Symptome und Behandlung

Die Symptome der Tularämie sind grippeähnlich und können hohes Fieber, Schmerzen, Abgeschlagenheit sowie geschwollene Lymphknoten umfassen. Unbehandelt kann die Krankheit schwer verlaufen, doch gute Nachrichten: Mit Antibiotika ist sie gut behandelbar. In der EU sind allerdings keine Impfstoffe gegen Tularämie verfügbar, was die Präventionsmaßnahmen umso wichtiger macht. Dazu zählen die Vermeidung von Kontakt mit Wildtieren, Hygienemaßnahmen für Risikogruppen, das gründliche Kochen von Wildfleisch und das Tragen von Schutzkleidung bei der Entsorgung von Kadavern. Besonders in den Sommermonaten wird zudem ein Insekten- und Zeckenschutz empfohlen.

In Westösterreich sind sowohl die Biovar I (Erythromycin sensibel) als auch Biovar II der Subspecies holarctica verbreitet, wobei die Verbreitungsgebiete sich überschneiden. Ektoparasiten, insbesondere Zecken, spielen eine wichtige Rolle bei der Übertragung der Tularämie. Die Symptome können je nach Übertragungsweg variieren. So kann eine Infektion durch Feldhasen zu einer ulzeroglandulären oder glandulären Form führen. Zeckenstiche können Geschwüre um die Stichstelle hervorrufen, gefolgt von Lymphadenitis und gelegentlich Fieber. Besonders alarmierend ist die aerogene Übertragung, die zu einer hochfieberhaften Lungenentzündung führen kann.

Prävention und Aufklärung

Die Prävention ist entscheidend. Verendete oder kranke Feldhasen dürfen auf keinen Fall einfach entsorgt werden, sondern müssen zur Untersuchung an das IVET in Mödling geschickt oder seuchensicher entsorgt werden. Jäger in Endemiegebieten sind angehalten, kranke Tiere mit ungewöhnlichem Verhalten zu töten, um die Verbreitung der Erreger zu verhindern. Die Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren und Risiken ist unerlässlich. Informationen hierzu finden sich auch im RKI-Ratgeber, der vom Robert Koch-Institut herausgegeben wird. Die Ratgeber bieten aktuelle Informationen zu Infektionskrankheiten und richten sich an Fachkreise, einschließlich Ärztinnen und Ärzte sowie den öffentlichen Gesundheitsdienst.

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Es bleibt zu hoffen, dass durch verstärkte Aufklärung und Präventionsmaßnahmen die Bevölkerung geschützt werden kann. Die Situation in Altötting zeigt, dass Tularämie ein ernstes, aber behandelbares Risiko darstellt. Die Entwicklung der Fallzahlen in den kommenden Monaten wird mit Spannung verfolgt werden müssen.

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