Am Pfingstwochenende war im Nürnberger Land und im Landkreis Amberg-Sulzbach wirklich was los. Die Wander- und Klettergebiete waren überfüllt, und die Bergwacht Amberg musste gleich mehrfach ausrücken. So wurde die Bergwacht am Samstagmorgen kurz vor 8 Uhr alarmiert, weil ein lockerer Felsen am Höhenglückssteig gemeldet wurde. Zwei Bergretter machten sich sofort auf den Weg und konnten nach einer kurzen Kontrolle Entwarnung geben – keine Gefahr! Das beruhigte sicher einige der mehreren hundert Besucher, die sich an diesem Tag auf den Klettersteig wagten.
Doch es blieb nicht bei diesem einem Einsatz. Am Samstagnachmittag wurde die Bergwacht erneut gerufen, weil ein 65-jähriger Wanderer aus dem Landkreis Neumarkt gestürzt war. Der Mann hatte sich an Knöchel, Brustkorb und Kopf verletzt. Zum Glück war ein Notfallsanitäter der Bergwacht schnell zur Stelle. Er versorgte den Patienten und transportierte ihn mit Seilversicherung zur Prellsteinhütte, bevor ein Bergrettungsfahrzeug den Verletzten nach Hirschbach brachte. Ein intensiver Tag für die Bergretter, könnte man sagen.
Mehr Einsätze am Sonntag
Der Sonntag brachte gleich den nächsten Einsatz. Um 14:30 Uhr wurde die Bergwacht erneut aktiv, diesmal am dritten Teil des Klettersteigs. Ein Bergretter sicherte einen entkräfteten Mann aus Mannheim, der schließlich in der Lage war, selbstständig abzusteigen. Während die Ausrüstung zusammengepackt wurde, kam ein Notruf über einen 80-jährigen Mann aus dem Landkreis Cham, der Kreislaufprobleme hatte. Glücklicherweise waren die Einsatzkräfte nur sieben Minuten vom Ort des Geschehens entfernt. Der Patient, der im Klettersteig kollabiert war, erhielt schnell medizinische Hilfe und wurde anschließend mit dem Amberger Bergrettungsfahrzeug und dem Rettungsdienst des BRK Sulzbach-Rosenberg ins Krankenhaus transportiert.
Ein Blick über die Grenze nach Sachsen zeigt, dass es nicht nur in Bayern turbulent zuging. Am selben Wochenende kam es in der Sächsischen Schweiz zu mehreren Kletterunfällen. Ein 64-jähriger Mann stürzte am Felsen „Mönch“, nachdem sich selbstgelegte Schlingen aus dem Fels gelöst hatten. Der Sturz war fatal – der Kletterer fiel etwa 15 Meter und starb trotz Wiederbelebungsversuchen an der Unfallstelle. Ein Defekt am Felsen wurde ausgeschlossen. Auch ein weiterer Unfall am Sonntag, bei dem ein 71-jähriger Mann am Felsen „Liebesknochen“ stürzte, endete mit schweren Verletzungen. In der Sächsischen Schweiz verzeichnete die Bergwacht insgesamt sieben Einsätze an diesem Wochenende, darunter ein tödlicher Kletterunfall und mehrere verletzte Wanderer.
Ein Trend oder einfach Pech?
Das schöne Spätsommerwetter lockte viele Menschen in die Natur, und die Bergwacht zählte heuer bereits 103 Einsätze in der Sächsischen Schweiz, darunter 35 Kletterunfälle, drei davon tödlich. Es bleibt unklar, ob die Häufung der Unfälle ein besorgniserregender Trend oder nur ein Ausreißer ist. Mit der bevorstehenden Hochsaison in den Herbstferien rechnet die Bergwacht mit einer weiteren hohen Einsatzbelastung. Komisch, oder? Trotz der neuen Ausrüstung und der modernen Technologien, die die Sicherheit erhöhen, scheinen die Unfälle nicht abzunehmen.
Roland Ampenberger von der Bergwacht Bayern hingegen berichtete von rund 5.400 Einsätzen in der Wintersaison 25/26 – ein Zeichen, wie intensiv die Bergretter gefordert sind. Auch wenn die Einsatzzahlen nicht direkt auf die Gefährlichkeit der Berge schließen lassen, ist es offensichtlich, dass die Bergwacht ihre Arbeit unter immer wechselnden Bedingungen verrichten muss. Ob es die neue Generation von Wanderern ist, die immer riskantere Routen wählt, oder das soziale Umfeld, das zu Überforderung führt – die Herausforderungen sind vielfältig. Man kann nur hoffen, dass alle, die die Berge genießen, sicher zurückkehren.
Für alle, die planen, die Natur in den kommenden Wochen zu erkunden: Sicherheit geht vor – und vielleicht den ein oder anderen Felsen vorher mal genauer anschauen!
