In der malerischen Kulisse von Bad Tölz-Wolfratshausen trafen sich kürzlich 70 Teilnehmer zu einem inspirierenden Austausch über die Zukunft von Berufen im Klima- und Umweltschutz sowie im digitalen Bereich. Die Projekte „Grenzenlos MINT“ und „Grenzenlos digital“ stehen dabei im Mittelpunkt und haben zum Ziel, jungen Menschen praxisnahe Einblicke und Berufserfahrungen zu ermöglichen. Diese Initiativen sind Teil einer Kooperation zwischen Deutschland und Österreich, die im Rahmen der Euregio des Bezirks Schwaz sowie der Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach realisiert wird. Die Euregio SBM, die von der EU gefördert wird, hat seit 2020 bereits 2,6 Millionen Euro Interreg-Förderung eingeworben, um verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der regionalen Zusammenarbeit umzusetzen.
Bei dem Treffen in Bad Tölz wurden Best-Practice-Beispiele vorgestellt, die zeigen, wie wichtig die Themen „Nachhaltiger Tourismus“, „Umweltschonende Mobilität“ und „Neues Arbeiten“ für die Entwicklung der Region sind. Ines Leister, die die Geschäftsstelle der Euregio SBM leitet, hob die jahrzehntelange Zusammenarbeit hervor, die mit der „Tegernseer Erklärung“ im Jahr 1998 begann. Ein herausragendes Beispiel für erfolgreiche grenzüberschreitende Kooperation ist der Radweg München-Venedig, der im vergangenen Jahr rund 55.000 nächtigende Radfahrer verzeichnete.
Innovative Ansätze im MINT-Bereich
Simon Werther von der Hochschule München sprach über die Rolle von KI und Robotik im Tourismus. Er erläuterte, dass Roboter Routineaufgaben im Service übernehmen könnten, um Gastgeber und Mitarbeitende zu entlasten. Dies könnte nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch den Gästen ein besseres Erlebnis bieten. Vanessa Färber vom Verein „klasse!forschung“ stellte das Projekt „Grenzenlos MINT“ vor, das mit über 98.400 Euro unterstützt wird und mehr als 800 Schülerinnen und Schüler in 47 Kursen ansprechen konnte. Das Nachfolgeprojekt „Grenzenlos digital“ richtet sich an Jugendliche ab 15 Jahren und fokussiert sich schwerpunktmäßig auf die Themen KI und Robotik, wobei Sebastian Finkl vom „FabLab“ nach Kooperationen mit regionalen Unternehmen sucht.
Im Rahmen dieser Projekte sollen die Jugendlichen nicht nur theoretisches Wissen erwerben, sondern auch praktische Fähigkeiten, wie das selbstständige Programmieren einer App, entwickeln. Dies sind wichtige Schritte, um sie auf die Anforderungen des modernen Arbeitsmarktes vorzubereiten und ihnen die Chancen im MINT-Bereich nahezubringen.
MINT-Bildung als Schlüssel zur Zukunft
Die Bedeutung der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) wird nicht nur auf regionaler Ebene, sondern auch auf nationaler Ebene immer mehr erkannt. Der MINT-Aktionsplan des Bundesbildungsministeriums zielt darauf ab, junge Menschen für MINT-Bildung zu begeistern und diese von der Kita bis zur Weiterbildung zu stärken. MINT-Kompetenzen sind entscheidend für innovative Entwicklungen und die Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Berufe in diesem Bereich bieten nicht nur Jobsicherheit, sondern auch exzellente Karriereperspektiven.
Ein besonderes Augenmerk wird zudem auf die Unterrepräsentation von Frauen im MINT-Bereich gelegt. Initiativen wie Girls’Day und Klischeefrei sollen helfen, Vorurteile abzubauen und Zugänge zu schaffen. Durch die gezielte Einbindung internationaler Talente wird zudem versucht, dem Fachkräftebedarf in MINT-Berufen gerecht zu werden. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Zukunft stark von der MINT-Bildung abhängt und dass es wichtig ist, die nächsten Generationen frühzeitig zu fördern und zu unterstützen.
So zeigt sich, dass durch die Zusammenarbeit von Deutschland und Österreich nicht nur neue Perspektiven für die Jugend geschaffen werden, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Region geleistet wird. Informationen zu den Projekten finden Sie auch auf der Webseite der Süddeutschen Zeitung.