Im malerischen Berchtesgadener Land, wo die Berge die Wolken küssen und die Almen seit Jahrhunderten die Landschaft prägen, gibt es viel zu entdecken. Besucher, die sich auf den Weg zu den bewirtschafteten Almen machen, dürfen sich auf authentische Erlebnisse freuen. Die Zwieselalm über Bad Reichenhall ist ein besonders bemerkenswerter Ort. Hier, wo die Natur noch unberührt scheint, sind Familie Potschacher und ihre Freiwilligen mit dem Auftrieb der Ziegen und der Versorgung der Gäste beschäftigt. Die Alm ist nur zu Fuß erreichbar, was sie zu einem echten Geheimtipp macht. Leider denkt die Familie Potschacher darüber nach, den Gastbetrieb aufzugeben – ähnlich wie viele andere Almen in der Region, die mit einer Vielzahl von Vorschriften und Gutachten kämpfen müssen.
Andreas Potschacher und seine Familie haben sich in den letzten Jahren mit immer mehr Herausforderungen konfrontiert gesehen. Der Transport von Lebensmitteln und die Vorbereitung von Hubschraubertransporten sind nur einige der Aufgaben, die sie bewältigen müssen. Dabei wäre es so schade, die Möglichkeit zu verlieren, frische Almbutter, selbstgemachten Käse und Buttermilch zu genießen, die hier aufgetischt werden. Man sitzt auf den rustikalen Hüttenbänken, plaudert mit der Sennerin und lässt sich von der Einfachheit und Authentizität der Verpflegung bezaubern.
Einblicke in die Almwirtschaft
Auf der Nordseite des Staufenmassivs liegt die Steiner Alm, die Cati Hartl seit über 40 Jahren im Sommer bewirtschaftet. Cati ist eine wahre Meisterin ihres Fachs. Sie kümmert sich um Kühe, Ziegen, Pferde und Esel und bewirtet Wanderer und Radfahrer, einschließlich der E-Biker, die manchmal Schwierigkeiten haben, den steilen Weg hinunterzukommen. Manchmal könnte man meinen, sie haben mehr mit dem Erhalt der Wanderwege zu kämpfen als mit den Tieren selbst. Cati muss viele Kilometer Zaun setzen, damit ihre Ziegen von den Bergsteigern fernbleiben. Trotzdem gibt es auch ruhige Orte auf der Alm, wo alte Bäume Schatten spenden und der Ausblick einfach atemberaubend ist.
So wie bei der Steiner Alm, hat auch die Stoißer Alm am Teisenberg eine lange Geschichte. Sie gehört seit 100 Jahren der Almgenossenschaft Freidling, die 1928 den Kauf der Alm und die Schankerlaubnis beschlossen hat. Heute sind hier keine Milchkühe mehr zu finden, sondern nur noch Jungvieh. Der Gastbetrieb hat deutlich an Bedeutung gewonnen, und die Bauern sowie ihre Familien arbeiten abwechselnd in der Küche. Christoph Thaler ist in diesem Jahr Hüttenwirt auf der Stoißer Alm, während er zwischen seinem Dolmetscherstudium in Wien und einer Lehrtätigkeit in Kolumbien die Sommermonate dort verbringt.
Herausforderungen der Almwirtschaft
Die Almwirtschaft steht jedoch vor Herausforderungen, die nicht ignoriert werden können. Eutrophierung der Gewässer ist ein ernstes Problem, das durch Viehtritt und -kot verschärft wird. An klaren Seen, wo früher eine reiche Flora und Fauna blühte, bleibt oft nur eine verarmte Vegetation zurück. Die Klimakrise tut ihr Übriges, denn in Hitzesommern stehen Rinder stundenlang im Wasser, was nicht nur die Tiere belastet, sondern auch die Gewässer selbst. Zunehmende Trockenzeiten führen zu einer verstärkten Austrocknung und Erwärmung. Daher ist es umso wichtiger, die Arbeit auf den Almen mit Respekt zu behandeln. Die Verpflegung, so einfach sie auch sein mag, ist ein Teil dieser Tradition und sollte geschätzt werden.
Die Almen im Berchtesgadener Land bieten also nicht nur eine atemberaubende Kulisse, sondern auch Einblicke in die Herausforderungen und Freuden der Almwirtschaft. Bei einer Wanderung sollte man sich Zeit nehmen, um innezuhalten, zu genießen und die bescheidene, aber herzliche Gastfreundschaft zu erleben, die hier noch gelebt wird. Die Natur, die Menschen und die Tiere – sie alle sind Teil eines großen Ganzen, das es zu bewahren gilt.
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