Regionalwerke Cham beerdigen Windkraftpläne im Landkreis
In einem überraschenden Schritt haben die Regionalwerke Cham beschlossen, ihre Pläne zur Windkraftnutzung im Landkreis Cham nahezu vollständig zu beerdigen. Diese Entscheidung markiert das Ende eines ehrgeizigen Projekts, das darauf abzielte, gemeinsam Windkraftenergie zu erzeugen. Der Zusammenschluss, der im Januar 2024 ins Leben gerufen wurde, hatte sich das Ziel gesetzt, innerhalb von 15 Jahren 20 neue Windkraftanlagen zu installieren. Doch nun sind alle Hoffnungen auf ein grünes Energieprojekt erst einmal zerstoben. Landrat Christian Schindler (Freie Wähler) informierte in einem Pressegespräch über die geordnete Auflösung der Regionalwerke, die am Donnerstag beschlossen wurde. Interessanterweise wurde das Projekt unter der vorherigen Führung von Franz Löffler (CSU) gestartet.
Im März 2023 wurden sämtliche Aktivitäten bereits auf Eis gelegt, und die jüngsten Veränderungen in den energiepolitischen Rahmenbedingungen sowie neue Erkenntnisse zu den Windverhältnissen an den geplanten Standorten führten letztlich zu dieser Entscheidung. Besonders betroffen sind die Planungen für neun Windkraftanlagen in den Windparks Pemfling-Waffenbrunn und Rötz-Waffenbrunn, die nun eingestellt werden. Lediglich im Windpark Michelsneukirchen-Schorndorf sollen weiterhin drei Windräder entstehen, allerdings unter neuer Trägerschaft. Die Zusammenarbeit mit der Firma Max Bögl aus dem Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz war ebenfalls Teil des ursprünglichen Plans, der jetzt stark ins Wanken geraten ist. Weitere Details zu den ursprünglichen Planungen könnten unter regionalwerke-cham.de nachgelesen werden.
Die Windkraft in Bayern – ein Blick auf die Fakten
Dennoch bleibt die Windkraft ein zentrales Thema in Bayern, auch wenn die Regionalwerke Cham ihre Pläne vorerst auf Eis gelegt haben. Wie die Bayerische Staatsregierung betont, ist Windenergie ein entscheidender Bestandteil der Energiewende. Ende 2025 gab es in Bayern bereits 1.169 Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von etwa 2,7 GW. Im Jahr 2024 wurden rund 5,1 TWh Strom aus Windenergie erzeugt. Diese Anlagen haben einen geringen Flächenbedarf und produzieren hauptsächlich im Winter Strom. Besonders bemerkenswert ist, dass die Windenergie nicht nur zur Versorgungssicherheit beiträgt, sondern auch zur regionalen Wertschöpfung und Nachhaltigkeit.
Die bayerische Windenergieoffensive „AUFWIND“ wurde ins Leben gerufen, um den Ausbau der Windkraft an geeigneten Standorten zu unterstützen. Dabei spielen auch die sogenannten Windkümmerer® eine wichtige Rolle, die als neutrale Ansprechpartner für Kommunen fungieren, die Windenergieprojekte initiieren möchten. Zudem wird ab dem 1. Januar 2026 die Bayerische Beteiligungsregelung in Kraft treten, die Gemeinden an der Wertschöpfung neuer Anlagen beteiligt. Dies könnte den Kommunen zusätzliche Einnahmen durch Gewerbesteuer und Pachteinnahmen bescheren.
Obwohl die Pläne in Cham nicht wie gewünscht umgesetzt werden können, bleibt die Hoffnung auf eine nachhaltige Energiezukunft in Bayern bestehen. Die Herausforderungen sind groß, doch die Initiative zur Windkraft wird sicherlich nicht aufgeben. Wer weiß, vielleicht geht es mit neuen Ideen und einer frischen Perspektive bald wieder weiter, und der Wind weht bald wieder positiv für die Energiezukunft in der Region.
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