In den letzten Wochen sind immer wieder Berichte über Missstände in der Versorgung von Patienten im Helios Amperklinikum Dachau aufgetaucht. Diese negativen Schlagzeilen haben nun zu einer Welle der Besorgnis und Forderungen nach Aufklärung von verschiedenen Kreistagsfraktionen geführt. Besonders die CSU hat sich lautstark geäußert und fordert vom neuen Klinikgeschäftsführer Dominik Teich einen klaren Fünf-Punkte-Plan zur Verbesserung der Pflegequalität. CSU-Fraktionsvorsitzende Stephanie Burgmaier und Stefan Kolbe berichten von einer spürbaren Unzufriedenheit unter Patienten und Angehörigen, die sich über die Pflege und ärztliche Betreuung beschweren. Die Situation scheint sowohl für die Betroffenen als auch für die medizinischen Fachkräfte äußerst angespannt zu sein.

Der Helios-Konzern selbst bleibt zu den Vorwürfen recht still. Man hat lediglich die Ernennung einer neuen Pflegedirektion für die Standorte Dachau und Indersdorf vermeldet. Ab 1. Juli wird Thomas Wähner die Pflegedirektion übernehmen, doch die Frage bleibt: Wird sich die Qualität der Pflege wirklich verbessern? Die SPD-Kreistagsfraktion hat bereits einen Antrag auf umfassende Informationen zu möglichen Verstößen gegen die Pflegepersonaluntergrenzen gestellt und fordert eine Prüfung durch die Regierung von Oberbayern zur Einhaltung des Versorgungsauftrags. Die Freien Wähler zeigen sich alarmiert und verlangen eine Sitzung des Klinikbeirats sowie eine Überprüfung aller Beschwerdeprozesse. Es ist klar, dass hier Handlungsbedarf besteht, und die anstehende Anhörung im Kreistag soll klären, wie die Pflegequalität gesichert werden kann.

Wachsende Besorgnis im Kreistag

Die Geschäftsleitung des Helios Amper-Klinikums muss sich im Kreistag nun den Fragen der Abgeordneten stellen. Besonders die Fraktionen von Grünen und Freien Wählern fordern ein stärkeres Engagement des Landrats, um die Situation im Krankenhaus zu verbessern. Es ist auffällig, dass bereits im November 2025 60 Pflegekräfte der Helios-Kliniken Dachau und Indersdorf lautstark Kritik geübt haben, weil sie neben ihrer regulären Arbeit zusätzliche Aufgaben, wie etwa die Bettenreinigung, übernehmen mussten. Das klingt nicht nur nach Überlastung, sondern auch nach einem System, das nicht richtig funktioniert.

Im Januar 2026 richteten dann Bundestagsabgeordneter Michael Schrodi und der Kreisrat Hubert Böck einen offenen Brief an Landrat Löwl. In diesem Brief wiesen sie auf mögliche systematische Fehlentwicklungen in der Pflege hin. Reinhard Schmutz, der Landratskandidat der Freien Wähler, berichtete bei einer Podiumsdiskussion von seinen eigenen negativen Erfahrungen im Klinikum Dachau. Solche Berichte erwecken den Eindruck, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern um ein größeres, tief verwurzeltes Problem.

Qualitätssicherung im Gesundheitswesen

Inmitten dieser chaotischen Situation sind auch die gesetzlichen Vorgaben zur Qualitätssicherung in deutschen Krankenhäusern von Bedeutung. Das Bundesgesundheitsministerium hat Richtlinien, die Maßnahmen der externen Qualitätssicherung beinhalten. Hierbei wird die Qualität anhand von Daten in verschiedenen Leistungsbereichen gemessen. Laut dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gibt es über 296 Qualitätsindikatoren, die die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität bewerten. Diese Kontrollen sollen sicherstellen, dass die Krankenhäuser den Versorgungsauftrag einhalten und die Patienten die bestmögliche Betreuung erhalten.

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Das kommende Krankenhaustransparenzgesetz, das am 28. März 2024 in Kraft tritt, zielt darauf ab, Informationen über die Versorgungsqualität von Krankenhäusern und vertragsärztlichen Leistungserbringern zu veröffentlichen. Ab Mai 2024 wird der Bundes-Klinik-Atlas Daten zu Leistungsangeboten und Qualitätsaspekten bereitstellen. Es bleibt abzuwarten, ob diese Maßnahmen auch im Falle des Helios Amperklinikums Dachau greifbare Verbesserungen bringen werden. Die nächsten Schritte müssen dringend in die Wege geleitet werden, denn die Gesundheit der Patienten sollte stets an erster Stelle stehen.

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