Heute, am 2. Mai 2026, richtet sich der Blick auf Dachau, wo am Sonntag, dem 3. Mai, der ökumenische Gottesdienst anlässlich des 81. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau stattfindet. Diese bedeutende Gedenkveranstaltung wird von Björn Mensing geleitet, der bald in den Ruhestand geht. Der Gottesdienst beginnt um 9.15 Uhr und ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Interessierte sollten sich jedoch auf Sicherheitskontrollen am Zugang zum Kloster Karmel, Alte Römerstraße 91, einstellen. Übrigens: Gepäckstücke größer als A4 dürfen nicht mitgebracht werden, also am besten nur das Nötigste einpacken! Wer mit dem Auto anreist, dem wird geraten, im Gewerbegebiet Dachau-Ost zu parken.

Besonders berührend wird die Anwesenheit von Ehrengästen sein: Lynne Farbman, eine Überlebende des KZ Dachau, wird an diesem Tag ihre Stimme erheben, und auch Dafna Gerstner, die das schreckliche Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel überlebt hat, wird anwesend sein. Diese Begegnungen und das Teilen von Geschichten sind essenziell, um das Gedächtnis an die Gräueltaten der Vergangenheit lebendig zu halten.

Ein Rückblick auf die Geschichte

Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau ist nicht nur ein Datum im Kalender, sondern ein tiefgreifendes Erinnern an die Befreiung der Häftlinge durch die US-Armee am 29. April 1945. In diesem Jahr fand zudem ein weiterer Gedenktag statt – am 5. Mai wurde der 79. Jahrestag gefeiert, organisiert von Dominique Boueilh, Karl Freller und Dr. Gabriele Hammermann, der Leiterin der KZ-Gedenkstätte. Zu dieser Veranstaltung kamen sieben Überlebende und etwa 300 Gäste zusammen, um gemeinsam zu gedenken. Es wurden Kränze am ehemaligen Krematorium niedergelegt, und die zentrale Gedenkfeier fand auf dem ehemaligen Appellplatz statt.

Bei dem Gottesdienst im Rahmen der Gedenkfeier waren auch verschiedene Glaubensrichtungen vertreten. Es gab Grußworte von wichtigen Persönlichkeiten wie der Kultusministerin Anna Stolz, die in ihrer neuen Funktion als Stiftungsratsvorsitzende sprach. Reden von weiteren Gästen wie Maria Bering und Claudia Roth bereicherten die Zeremonie. Besonders eindrucksvoll waren die Gedenkbotschaften von Überlebenden, die per Videoübertragung zu sehen waren. Diese Stimmen sind wichtig, gerade jetzt, wo die Zahl der Zeitzeugen immer weiter abnimmt.

Gedenken in Bewegung

Ein neuerer Aspekt des Gedenkens ist der „March of the Living“, der am 27. Januar in Dachau stattfand. Dieser Marsch, der vom ehemaligen Konzentrationslager zum Dachauer Bahnhof führte, ist ein Zeichen gegen Judenhass und eine Möglichkeit, die Schrecken der NS-Diktatur zu reflektieren. Organisiert von Guy Katz, einem Enkel von vier Holocaust-Überlebenden, fand dieser Marsch großen Anklang und wurde von zahlreichen Unterstützern begleitet. Charlotte Knobloch, Shoa-Überlebende und Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, war Schirmherrin dieser wichtigen Gedenkaktion.

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Die Gedenkveranstaltungen in Dachau sind mehr als nur ein Rückblick; sie sind ein aktives Bekenntnis zur Menschenwürde und eine Mahnung, die Vergangenheit nicht zu vergessen. Hier werden Erinnerungen wachgehalten, und es wird ein Raum geschaffen, in dem die Geschichten der Überlebenden gehört werden. Das ist nicht nur wichtig für die Anwesenden, sondern für alle, die sich für eine bessere Zukunft einsetzen wollen. Und so bleibt auch der bevorstehende ökumenische Gottesdienst ein zentraler Moment des Gedenkens, der sicherlich viele berühren wird.