In Dillingen an der Donau sorgt eine neue Fußgänger- und Radlerbrücke, die in der Nähe der Oberen Quelle errichtet wurde, für allerlei Gesprächsstoff. Die Diskussionen rund um die Brücke haben an Fahrt aufgenommen, nachdem Leser auf die enge Durchfahrtsbreite von nur 100 cm hingewiesen haben. Für Dreiradfahrer, die oftmals etwas mehr Platz benötigen, ist das zur Herausforderung geworden. Rudolf Becherer, ein kritischer Bürger aus Dillingen, bezeichnete die Situation sogar als „Schildbürgerstreich“. Denn Fahrrad-Anhänger haben eine Breite von 80 cm, während Behindertenräder mit 90 cm kaum durch die schmale Passage passen.

Die Brücke wurde vom Lauinger Bauhof in Eigenregie gefertigt, was der Stadt Dillingen Geld gespart hat. Bürgermeisterin Katja Müller kündigte jedoch an, dass man die Brücke nachbessern werde. Und tatsächlich – nach der Erweiterung beträgt die Durchfahrtsbreite nun 138 cm. Bauhofleiter Martin Koller gab zu, dass die ursprüngliche Breite zu eng war und es ein Kommunikationsproblem gab. Komischerweise wurde die Brücke bereits vor dem Zeitungsbericht verbreitert. Ein kleiner Lichtblick: Radler müssen an dieser Stelle absteigen, was auch vor der Erneuerung der Brücke der Fall war. Für eine richtige Radlerbrücke wären allerdings breitere Durchfahrten und höhere Geländer erforderlich. Koller kommentierte humorvoll, dass die Brücke jetzt breit genug sei, um darauf Brotzeit zu machen.

Barrierefreiheit im Fokus

Die Debatte über die Brücke in Dillingen geht Hand in Hand mit einem größeren gesellschaftlichen Trend. Denn die Bundesregierung hat sich verstärkt dem Abbau von Barrieren angenommen. Im November 2022 gab es einen Kabinettsbeschluss, der die Barrierefreiheit als ressort- und ebenenübergreifende Aufgabe festlegte. Ziel dieser Initiative ist es, Menschen mit Behinderungen zu ermöglichen, ihr Recht auf uneingeschränkte Teilhabe in allen Lebensbereichen zu verwirklichen. Diese Bundesinitiative Barrierefreiheit, koordiniert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), hat bereits zahlreiche Maßnahmen im Bereich Barrierefreiheit umgesetzt.

Die Verpflichtung zur konsequenten Beseitigung von Barrieren bleibt für die Bundesregierung, die Länder und Kommunen also bestehen. Das ist wichtig, denn es geht nicht nur um Brücken, sondern um die Lebensqualität vieler Menschen. Die Brücke in Dillingen ist da ein kleiner, aber aufschlussreicher Baustein. Komisch, wie so eine Brücke zu einem Symbol für mehr Inklusion werden kann.

Ein kleines Stück Brückenbau hat hier große Wellen geschlagen. Und vielleicht wird die Brücke in Dillingen nicht nur ein Ort für Radler, sondern auch ein Zeichen für ein Umdenken in der Infrastruktur. Man darf gespannt sein, wie sich die Diskussion weiterentwickelt und ob ähnliche Projekte in der Region angestoßen werden.

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