Joseph Heß schwimmt die Donau: Eine Expedition für Wissenschaft und Umwelt
Heute ist der 7.07.2026 und hier in Dillingen an der Donau sind die Wellen des großen Flusses vielleicht ein wenig aufgeregter als sonst. Denn der Extremschwimmer Joseph Heß aus Dresden hat sich auf eine gewaltige Expedition begeben. Es geht um nichts Geringeres als die Durchquerung der Donau – von Deutschland bis zum Schwarzen Meer, eine Strecke von beeindruckenden 2850 Kilometern. Die Herausforderung, die er sich selbst auferlegt hat, ist nicht nur sportlich, sondern auch wissenschaftlich von großer Bedeutung.
Am Samstagmittag begann Heß seine Reise in Ulm, wo er gleich mal 21 Kilometer bis nach Günzburg schwamm. Das klingt vielleicht nach einem gemütlichen Sonntagsspaziergang, aber die Strömung stellte sich als langsamer heraus, als er erwartet hatte. Nach insgesamt sechs Stunden war er dann endlich am Ziel. Am Sonntagmorgen um 8:30 Uhr startete die zweite Etappe durch den Landkreis Dillingen – und das wurde richtig intensiv. 11,5 Stunden schwamm er durch den Faiminger Stausee bis nach Höchstädt, wo er um 19:30 Uhr ankam. Bisher hat er 31 Kilometer zurückgelegt, aber das sind nur kleine Schritte auf dem Weg zu den verbleibenden 2550 Kilometern. Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth bestätigte, dass die Donau aufgrund langanhaltender Trockenheit eine sehr niedrige Abflusssituation hat, was Heß zusätzlich vor Herausforderungen stellt.
Wissenschaft trifft Sport
Begleitet wird Heß nicht nur von seinem unerschütterlichen Willen, sondern auch von einem engagierten Team bestehend aus zwei Kanuten und einem Versorgungs- und Wissenschaftsteam an Land. Das Ziel seiner Reise ist es, die erste vollständige Mikroplastik-Kartierung Europas zu erstellen. Wissenschaftler entnehmen entlang der Donau Mikroplastik-Proben, um eine detaillierte Karte zu erstellen. Täglich werden rund 4,2 Tonnen Mikroplastik ins Wasser geschwemmt – das entspricht etwa 42.000 Plastikflaschen! Heß selbst hat sich intensiv vorbereitet, um seinen Kalorienverbrauch auszugleichen, plant, 15 Kilogramm zuzunehmen. Für sein Projekt hat er ein Sicherheitskonzept entwickelt und einen Genehmigungsmarathon durchlaufen.
Und als ob das nicht schon genug wäre, wird Heß auch von einem sportpsychologischen Team der Uni Leipzig begleitet, das seine Hirnaktivität beobachtet. Das zeigt, wie ernst er es mit diesem Abenteuer meint. Er hat bereits in der Vergangenheit beeindruckende Leistungen vollbracht, unter anderem die Elbe im Jahr 2016 und den Rhein 2022 durchschwommen. Für die Donau hat er sich 60 Tage eingeplant, mit täglichen Schwimmzeiten von 8 bis 10 Stunden oder sogar länger. Das sind Dimensionen, die einem beim Zuschauen schon den Atem rauben können!
Technik und Unterstützung
Ein Live-Tracker auf seiner Webseite josephhess.de ermöglicht es Interessierten, seinen Fortschritt in Echtzeit zu verfolgen. Diese Art von Technologie ist eine moderne Spielerei, die es den Menschen erlaubt, hautnah dabei zu sein, während er sich durch die Herausforderungen der Donau kämpft. Heß benötigt auch spezielle Ausrüstung – von Neoprenanzügen über Badekappen bis hin zu Vaseline und Ohrstöpseln. Man kann sich kaum vorstellen, wie viel Planung und Vorbereitung in so einem Projekt steckt.
Wasser ist nicht nur ein Element, sondern auch Lebensquelle für die 18 Millionen Menschen, die entlang der Donau leben. Sie verlassen sich auf die Donau als Trinkwasserquelle, die insgesamt 83 Millionen Menschen versorgt. Die Donau fließt durch zehn Länder, aber einheitliche Daten zur Wasserqualität gibt es leider nicht. Heß wird 250 Flusswasser-Proben sammeln, was ihn über 300 Euro pro Probe kosten wird. Unterstützt wird er dabei auch von der Forschungs- und Bildungseinrichtung Wasser 3.0 aus Karlsruhe, die Spenden sammelt.
Joseph Heß ist 38 Jahre alt und hat sich mit dieser Expedition nicht nur einen sportlichen Rekord vorgenommen, sondern auch die Augen auf ein großes Umweltproblem gerichtet. Die Mikroplastikbelastung in der Donau ist alarmierend und er hofft, mit seiner Forschung einen Beitrag zur Aufklärung zu leisten. Das wird sicherlich ein spannendes Projekt, das viele Menschen mitfiebern lässt. Irgendwie hat man das Gefühl, dass wir hier Zeugen von etwas ganz Großem werden. Und während Heß weiter schwimmt, bleibt nur zu hoffen, dass die Strömung ihm bald gewogen ist!
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