Schwester Verena Godde legt ewige Profess ab: Ein Schritt in das Ordensleben
In der kleinen Stadt Gundelfingen wird am kommenden Samstag ein ganz besonderes Ereignis gefeiert. Schwester Verena Godde, die als 39-Jährige eine beeindruckende Reise hinter sich hat, wird ihre ewige Profess ablegen. Ein Schritt, der nicht nur für sie von großer Bedeutung ist, sondern auch für die gesamte Gemeinschaft, die sie unterstützt. Verena zeigt sich voller Vorfreude auf diesen besonderen Tag und steckt bereits mitten in den Vorbereitungen. Ihre Entscheidung, diesen Weg zu gehen, ist das Resultat einer tiefen inneren Überzeugung und einer starken Verbindung zu ihrer Heimatpfarrei St. Martin, wo sie getauft und gefirmt wurde. Diese Verbindung wird auch durch die Unterstützung der Pfarrei bei ihrem Schritt in das Ordensleben unterstrichen.
Verena ist in Gundelfingen aufgewachsen, hat dort ihr Abitur gemacht und sogar als Au-pair in Irland gearbeitet. Komischerweise wurde ihr die Frage nach dem Ordensleben zum ersten Mal in Irland gestellt. Vielleicht war es das, was sie dazu brachte, den Weg des Ordenslebens zu wählen. Nach ihrem Studium im Bereich Gymnasiallehramt an der Uni Eichstätt entschied sie sich, als sie das erste Staatsexamen abgeschlossen hatte, 2016 bei den Paulus-Schwestern einzutreten. Zuvor verbrachte sie zwei Jahre im Noviziat in Boston, USA, bevor sie 2019 ihre erste Profess in Nürnberg ablegte. Ihre derzeitige Tätigkeit in einer Buchhandlung in der Fußgängerzone ermöglicht es ihr, mit Menschen über Glauben und Spiritualität zu sprechen – ein Thema, das in der heutigen Zeit oft zu kurz kommt. Sie bemerkt, dass viele Kirchen leer sind, was sie traurig stimmt, doch sie sieht auch Hoffnung für die Zukunft. Verena ist überzeugt, dass Gott weiterhin ruft, und die Hörbereitschaft der Menschen spielt dabei eine entscheidende Rolle.
Der Weg ins Ordensleben
Bevor sie allerdings diesen bedeutenden Schritt in ihr Leben als Ordensfrau wagte, absolvierte sie eine Ausbildung zur Buchhändlerin und erreichte einen Master in „Theologie geistlichen Lebens“ an der Uni Augsburg. Der Weg ins Ordensleben war für sie also kein leichter, sondern ein gut durchdachter Prozess, der ihr die Möglichkeit gab, ihre Leidenschaft für den Glauben mit ihrer Berufung zu vereinen. Ihre Lieblingsbeschäftigung außerhalb des Klosters ist das Spazierengehen in der Natur – ein schöner Ausgleich zum oft spirituellen Alltag im Kloster.
Verena hat sich dazu verpflichtet, ein Leben in Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam zu führen, also den drei Evangelischen Räten, die das Leben in einem Orden prägen. Diese Räte basieren auf den Lehren Jesu und sind Empfehlungen für ein vollkommenes Leben. Ihre Entscheidung, bei den Paulus-Schwestern zu leben, ist nicht nur eine persönliche, sondern auch ein Teil einer größeren Tradition, die bis ins Hochmittelalter zurückreicht, als die Bezeichnung „Orden“ für klösterliche Gemeinschaften entstand.
Die Herausforderungen des Ordenslebens
Die geringe Zahl von Novizinnen im Vergleich zu früheren Jahrzehnten ist ein Thema, das auch Verena bewegt. Sie spricht darüber, wie wichtig es ist, dass Pfarreien sich neu orientieren und den Glauben lebendig halten. Das Ordensleben hat in den letzten Jahren aufgrund verschiedener gesellschaftlicher Veränderungen, einschließlich der Reformation im 16. Jahrhundert, eine Vielzahl von Herausforderungen durchlebt. Doch die Spiritualität und Seelsorge der Orden haben immer wieder Impulse für das kirchliche Leben gegeben.
Es ist bemerkenswert, dass solche Entscheidungen, wie die von Schwester Verena, in der heutigen Zeit immer seltener werden. Das Leben als Ordensfrau bietet nicht nur eine tiefere Verbindung zu Gott, sondern auch die Möglichkeit, der Gemeinschaft zu dienen und die eigene Spiritualität weiterzuentwickeln. Ihr Lieblingslied, „Ein Gott, der das Meer teilt“ von Timo Langer, könnte symbolisch für ihren Glauben und die Kraft stehen, die sie aus ihrem Weg schöpft.
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