In der Region Donau-Ries, die sich durch eine lebendige Wirtschaft auszeichnet, stellen sich nach den Kommunalwahlen einige zentrale Fragen für die Unternehmen. Politische Entscheidungen, sowohl auf Bundes- als auch auf Kommunalebene, haben einen immensen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung. Die IHK Schwaben hat sich zum Ziel gesetzt, die Standortbedingungen für Unternehmen zu verbessern und hat dafür klare Themen in den Fokus gerückt, wie etwa die Verbesserung der Infrastruktur.
Andreas Dirr, der Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Donau-Ries, macht unmissverständlich klar, dass es an verlässlichen Entscheidungen, schnellen Verfahren und einer geeigneten Infrastruktur nicht mangeln darf. Die Region beheimatet erstaunliche 10.461 Mitgliedsunternehmen und bietet über 65.449 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen Arbeitsplatz. Das ist doch eine ordentliche Hausnummer! Besonders hervorzuheben ist die Exportquote von 53 Prozent im verarbeitenden Gewerbe, die das enorme Potenzial der Region unterstreicht. Ein zentrales Thema ist der Ausbau der Bundesstraße 16, damit die Anbindung an das Autobahnnetz flüssiger wird und die Unternehmen besser arbeiten können.
Fachkräftesicherung und Bildung
Ein weiteres bedeutendes Anliegen ist die Fachkräftesicherung. Der Fachkräftemangel betrifft alle Unternehmen in Schwaben, und die IHK Donau-Ries bietet Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Fachkräften. Wolfgang Winter, der 2. Vorsitzende der Regionalversammlung, fordert vehement eine verstärkte Vermarktung von dualen Ausbildungsplätzen. Unter dem Motto „Lehre macht Karriere“ soll die Attraktivität von Ausbildungsplätzen für Jugendliche erhöht werden. Initiativen wie Schulpartnerschaften, darunter die IHK-Partnerschaft zwischen der Hans-Leipelt-Schule in Donauwörth und Hama aus Monheim, sind wichtige Schritte in die richtige Richtung.
Die IHK möchte zudem die personelle Ausstattung in der beruflichen Bildung bedarfsgerecht erhöhen. Dies ist ein entscheidender Punkt, denn Bildung ist der Schlüssel, um zukünftige Herausforderungen zu meistern. Gleichzeitig sollen die Anerkennungs- und aufenthaltsrechtlichen Verfahren effizienter gestaltet werden. So kann man sicherstellen, dass die benötigten Fachkräfte schnell und unkompliziert in der Region integriert werden.
Digitalisierung und Mobilität
Ein weiterer Schwerpunkt, der nicht vernachlässigt werden sollte, ist die Digitalisierung. Andreas Dirr hat es bereits klargemacht: Der digitale Wandel muss vorangetrieben werden. Die IHK will durch praxisnahe Netzwerke den Unternehmen helfen, sich in einer zunehmend digitalisierten Welt zurechtzufinden. Die Kooperationen mit der Hochschule Augsburg und Technologietransferzentren in Donauwörth und Nördlingen sind hier goldwert.
Mobilität ist ebenfalls ein zentrales Thema für die ländlich geprägte Region. Wichtige Maßnahmen wie der Ausbau der Bahnstrecke zwischen Augsburg und Donauwörth und der Ausbau von Bundesstraßen stehen auf der Agenda. Diese Schritte sind notwendig, um die Region wirtschaftlich weiter voranzubringen und die Lebensqualität vor Ort zu verbessern.
Ein besonderes Highlight wird die bevorstehende Landesgartenschau in Donauwörth sein. Die IHK unterstützt dieses Event nicht nur als Entwicklungs-, sondern auch als Imageprojekt. Ein Vorschlag zur Verlängerung der Öffnungszeiten für den Einzelhandel während der Gartenschau könnte die Attraktivität der Innenstadt steigern. Schließlich braucht die Region lebendige Innenstädte, die zum Flanieren und Einkaufen einladen.
Insgesamt ist die IHK Schwaben entschlossen, den Austausch mit Politik und Verwaltung nach dem Amtsantritt fortzusetzen, um die Anliegen der Unternehmen in die kommunalen Entscheidungsprozesse zu integrieren. Die Herausforderungen sind groß, aber die Möglichkeiten ebenso. Die Region Donau-Ries hat viel zu bieten, und mit den richtigen Schritten könnte sie in der wirtschaftlichen Landschaft Deutschlands noch weiter aufblühen.
Weitere Informationen zur Fachkräftesituation und den Herausforderungen, die die Region in den kommenden Jahren erwarten, finden Sie in einer umfassenden Studie des IW Köln unter diesem Link.
