Heute ist der 19. Mai 2026 und Ebersberg steht ganz im Zeichen der ersten Kreistagssitzung der neuen Wahlperiode. Landrat Robert Niedergesäß (CSU) hatte die Ehre, 30 neue Kreistagsmitglieder zu vereidigen – das ist die Hälfte des Gremiums! Damit ist der Kreistag nicht nur frischer, sondern auch ein bisschen aufregender geworden, denn die politischen Fraktionen haben sich verändert. Niedergesäß entschuldigte sich sogar persönlich bei Christoph Birghan (AfD) nach dessen Rede. Ziemlich bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass der Landrat in seiner Ansprache nur Andreas Lenz (CSU) als Bundestagsabgeordneten erwähnte und Birghan dabei ganz außen vor ließ.
Insgesamt sind 30 von 60 Kreistagsmitgliedern neu, was über dem üblichen Anteil von einem Drittel liegt. Lang gediente Mitglieder wie Christa Stewens (CSU) und Waltraud Gruber (Grüne) haben den Kreistag verlassen. Besonders auffällig ist die AfD-Fraktion, die sich auf sechs Mitglieder verdoppelt hat, alle sind frisch im Kreistag. Manfred Schmidt (AfD) wurde zwar zunächst auf den letzten Listenplatz gesetzt, nachdem ihm vorgeworfen wurde, Kandidaten gegen ihren Willen auf die Listen gesetzt zu haben, doch die AfD wählte ihn letztendlich zum Fraktionsvorsitzenden.
Proteste und Ausschüsse
Während der Sitzung gab es auch Proteste vor dem Landratsamt. Die „Omas gegen Rechts“ forderten soziale Initiativen und Mut zur Demokratie. Christoph Birghan (AfD) filmte diese Protestaktionen. Ihre Stimmen sind laut und klar – eine interessante Dynamik, die sich im Kreistag abspielt. Apropos Dynamik, die Besetzung der Ausschüsse verlief ohne Probleme, auch wenn die Grünen mit ihrem Antrag auf den Vorsitz des Rechnungsprüfungsausschusses scheiterten. Günter Scherzl (FW) konnte sich den Vorsitz sichern, während Walter Brilmayer (CSU) weiterhin Erster Stellvertreter des Landrats bleibt.
Die AfD brachte einen Antrag auf einen fünften Stellvertreterposten für den Landrat ein, was allerdings abgelehnt wurde. Es bleibt also bei den vier Stellvertretern: Magdalena Föstl (CSU), Ottilie Eberl (Grüne), Bianka Poschenrieder (SPD) und Ludwig Maurer (FW). Ein gutes Zeichen der Zusammenarbeit, wenn auch nicht für die AfD, die sich schon ein wenig mehr Einfluss erhofft hatte.
Ein Landratsamt der offenen Tür
In seiner Abschlussansprache betonte Niedergesäß die Herausforderungen, die vor dem neuen Gremium liegen, und versprach ein „Landratsamt der offenen Tür“. Das klingt doch nach einer positiven Entwicklung! Die Möglichkeit, dass künftig bis zu 20 Mitglieder an Kreistagssitzungen per Videoschalte teilnehmen können, zeigt auch, dass man sich um Flexibilität und moderne Arbeitsweisen bemüht. Dennoch bleibt die Warnung vor dem Einfluss der AfD nicht unerhört, zumal die „Omas gegen Rechts“ mit Gstanzln vor dem Landratsamt auf ihre Anliegen aufmerksam machten.
Die politische Landschaft in Ebersberg ist in Bewegung und es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die neuen Mitglieder und die alten Hasen im Kreistag schlagen werden. Die nächste Sitzung wird sicher wieder ein interessantes Spektakel, da sind wir uns sicher!
Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie die vollständige Berichterstattung in der Süddeutschen Zeitung nachlesen.