In Ebersberg wird am 10. Juni ein spannender Vortrag stattfinden, der sich mit einem Thema beschäftigt, das uns alle betrifft: die Gesundheit der Halsschlagader. Dr. Heiko Wendorff, Chefarzt der Gefäßchirurgie am Klinikum Ebersberg München Ost, wird dabei die Operation von Carotisstenosen thematisieren. Die Halsschlagader, auch Carotis genannt, ist maßgeblich dafür verantwortlich, das Gehirn mit Blut zu versorgen – und Verengungen in diesen Gefäßen können fatale Folgen haben, wie zum Beispiel Schlaganfälle.
Doch was genau sind die Risikofaktoren für Schäden an der Halsschlagader? Dr. Wendorff hebt vier Hauptursachen hervor: Diabetes, der erhöhte Blutdruck, hohe Cholesterinwerte und das Rauchen. Diabetes führt zu geschädigten Innenwänden der Blutgefäße, während ein systolischer Blutdruck über 130 mmHg ebenso problematisch ist. Hohe LDL-Werte können zu Ablagerungen in den Gefäßen führen, und Nikotin? Das schädigt die Gefäßwände direkt. Komischerweise helfen auch vermeintlich harmlose Umstiege auf Vapes nicht wirklich. Zudem kann die Flussgeschwindigkeit des Blutes bei Carotisstenose auf bis zu vier Metern pro Sekunde ansteigen, was das Risiko eines Schlaganfalls erheblich erhöht.
Symptome und Diagnose
Ein Warnsignal, das man ernst nehmen sollte, ist Amauris fugax – ein kurzzeitiger Sehausfall auf einer Seite. Wenn das passiert, sollte man sofort die Halsschlagader untersuchen lassen. Die Diagnose erfolgt häufig durch Ultraschalluntersuchungen, die viele Hausärzte anbieten. Im Landkreis Ebersberg gibt es sogar ein Präventionsprojekt namens INVADE, das kostenlose Untersuchungen für bestimmte Versicherte ermöglicht.
Wie es aussieht, ist die Carotisstenose eine der häufigsten Ursachen für Schlaganfälle weltweit. Die Prävalenz variiert je nach geografischer Lage und Lebensstil. In Nordamerika und Europa sind bis zu 10% der älteren Bevölkerung betroffen. Besonders alarmierend ist die Zunahme der Carotisstenose in asiatischen Ländern, die mit Urbanisierung und westlicher Ernährung korreliert. Was für ein Teufelskreis!
Behandlung und Prävention
Die Therapieansätze reichen von Lebensstiländerungen über medikamentöse Behandlungen bis hin zu interventionellen Techniken wie Carotisangioplastie. Bei symptomatischer Stenose von mehr als 50% oder asymptomatischer Stenose von über 60-70% können solche Verfahren notwendig werden. Die konventionelle Carotis-Endarteriektomie, bei der die Plaque entfernt wird, hat sich bewährt. Die Behandlung erfolgt durch Fachärzte für Gefäßchirurgie oder Neurologie, je nach Schweregrad der Erkrankung.
Wusstet ihr, dass ab 65 Jahren die Schlaganfallgefahr dramatisch ansteigt? Bis zu 15% der Menschen in dieser Altersgruppe haben stark verengte Halsschlagadern. In Deutschland leben über eine Million Menschen mit mehr als 50% Verengung in einer Halsschlagader. Das ist ganz schön viel! Die Symptome sind nicht zu unterschätzen: Schwindel, Taubheit und Sehstörungen können Anzeichen einer verstopften Halsschlagader sein.
Ein jährliches Ultraschall-Screening ab 65 Jahren wird empfohlen, besonders wenn Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes vorliegen. Natürlich sind auch gesunde Lebensstiländerungen entscheidend – wer möchte schon auf seine Lieblingsspeisen verzichten? Aber Gewicht reduzieren, Nikotin meiden und aktiv bleiben, ist der Schlüssel. Und wenn eine Operation notwendig wird, sollte man darauf achten, dass diese in zertifizierten Gefäßzentren von erfahrenen Spezialisten durchgeführt wird.
Die Halsschlagader, die unser Gehirn mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt, sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es liegt an uns, die Risiken zu minimieren und die eigene Gesundheit in die Hand zu nehmen.
