Im beschaulichen Landkreis Eichstätt könnte das Schicksal eines 18-jährigen Jungen nicht drängender sein. Nico, der an Leukämie erkrankt ist, benötigt dringend einen Stammzellspender. Sein Fall ist kein Einzelfall – weltweit sind Tausende Menschen auf Stammzellenspenden angewiesen. Doch wie kann man helfen? Das Zauberwort lautet Typisierungsaktion! Bereits eine erste Aktion fand statt, und drei weitere stehen auf dem Plan: Am Samstag, den 20. Juni, von 10 bis 13 Uhr im Altstadt-Café, Domplatz 1, Eichstätt, organisiert von der Radsportabteilung des SV Marienstein. Danach geht es am Montag, den 13. Juli, von 16 bis 20.30 Uhr in die Bühler Halle in Beilngries. Und nicht zu vergessen: am Freitag, den 17. Juli, von 16 bis 20.30 Uhr im BRK-Haus, Grabmannstraße 2, Eichstätt.

Die Unterstützung durch die Jugend der Bereitschaft und der Wasserwacht ist ein erfreuliches Zeichen der Solidarität. Bei diesen Aktionen gibt es nicht nur die Möglichkeit, sich typisieren zu lassen, sondern auch Kaffee und Kuchen sowie erfrischendes Wassereis. Die Registrierung kann bequem per Handy erfolgen, und ein Wangenabstrich ist alles, was benötigt wird. Es sollte nicht vergessen werden, dass in Deutschland alle zwölf Minuten ein Mensch die Diagnose Blutkrebs erhält – eine erschreckende Statistik. Eine Stammzelltransplantation ist oft die einzige Heilungschance für Betroffene. Je mehr Menschen sich registrieren lassen, desto größer ist die Chance, einen passenden Spender für Nico und andere Patienten zu finden.

Wie funktioniert die Typisierung?

Die Typisierung kann bei der DKMS, AKB und weiteren Registern erfolgen. Sie geschieht über eine Probe der Mundschleimhaut mittels eines Wattestäbchens oder über eine Blutprobe. Und das Beste? Die Typisierungs-Sets können kostenlos online bestellt werden! Wer sich registrieren möchte, sollte gesund sein und zwischen 17 und 55 Jahren alt sein. Registrierung, Untersuchung und in der Regel auch Reise- oder Spendenkosten sind kostenlos. Wenn es zur Stammzellspende kommt, verläuft diese häufig ähnlich wie eine Blutspende. Eine operative Entnahme ist die Ausnahme; in der Regel erfolgt die Spende über das Blut.

Es gibt zwei gängige Methoden zur Stammzellenspende. Die periphere Stammzellentnahme wird am häufigsten angewandt – etwa 90 % der Spenden. Hierbei werden die Stammzellen durch Apherese aus dem Blut gewonnen. Dazu wird ein Zugang in beide Armvenen gelegt, was sich anfühlt wie eine Dialyse. Die Spender:innen müssen fünf Tage lang G-CSF erhalten, um die Stammzellproduktion zu erhöhen. Die Entnahme dauert in der Regel zwischen 3 und 5 Stunden, und viele Spender:innen können am selben Tag die Klinik verlassen. Manchmal ist ein zweiter ambulanter Entnahmetag notwendig.

Knochenmarkentnahme – die Ausnahme

Die Knochenmarkentnahme kommt dagegen nur bei etwa 10 % der Spenden zum Einsatz. Hierbei erfolgt die Entnahme unter Vollnarkose in einer zertifizierten Klinik. Ca. ein Liter Knochenmark-Blut-Gemisch wird aus dem Beckenkamm entnommen, was etwa 5 % des Gesamtknochenmarks ausmacht. Die gute Nachricht: Das Knochenmark regeneriert sich innerhalb weniger Wochen. Nach der Entnahme können mögliche Nachwirkungen wie lokaler Wundschmerz für einige Tage auftreten, und die Spender:innen bleiben normalerweise 1 bis 2 Nächte im Krankenhaus. Die Erholungszeit zu Hause wird nach Rücksprache mit der Klinik empfohlen. Das gesundheitliche Risiko ist gering, aber der Prozess erfordert eine sorgfältige medizinische Voruntersuchung.

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Die Bereitschaft, anderen zu helfen, ist in der Gesellschaft stark ausgeprägt. Informationen zur Stammzellspende und zur Typisierung gibt es unter anderem bei der DGTI. Wer mehr wissen möchte, kann sich auf deren Webseite informieren: DGTI Informationen zur Stammzellspende.

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