Ein tragischer Betriebsunfall ereignete sich am Sonntag in Walpertskirchen, Landkreis Erding, als ein 45-jähriger Landwirt tot aus einer Güllegrube geborgen wurde. Der Mann war am Sonntagvormittag gegen 10:30 Uhr als vermisst gemeldet worden. Ein offenstehender Schachtdeckel der Güllegrube wurde entdeckt, was die benachbarten Landwirte veranlasste, die Güllegrube weitgehend abzupumpen. Die Polizei suchte die Umgebung nach dem Vermissten ab, wobei auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz kam. Am Sonntagnachmittag um 16:15 Uhr fand ein Taucher die Leiche des Mannes in der Güllegrube. Die Polizei gab an, dass der Landwirt am Sonntag verstorben ist und eine Obduktion der Leiche geplant ist. Die Kriminalpolizei Erding ermittelt zum Unfallhergang. Aktuell liegen keine Hinweise auf ein Fremdverschulden vor, und es wird von einem Betriebsunfall ausgegangen. Güllegruben können aufgrund hochkonzentrierter Gase schnell gefährlich werden, was zu Bewusstlosigkeit und tödlicher Vergiftung führen kann. Zu den möglichen gefährlichen Gasen in Güllegruben gehören Schwefelwasserstoff, Methan und Kohlenstoffdioxid. Gülle selbst besteht hauptsächlich aus Urin und Kot von Schweinen oder Rindern und wird als Dünger in der Landwirtschaft verwendet. Darüber hinaus kann Gülle in Biogasanlagen zur Energiegewinnung genutzt werden, indem Mikroorganismen methanreiches Biogas erzeugen. Quelle.

Sicherheitsrisiken beim Umgang mit Gülle

Der tragische Vorfall zeigt die anhaltenden Gefahren im Umgang mit Gülle. Laut der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) verloren im Jahr 2024 bereits drei Menschen beim Umgang mit Gülle ihr Leben. Jährlich gibt es etwa 33.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle in der Landwirtschaft, wobei durchschnittlich 163 dieser Unfälle den Umgang mit Gülle betreffen. Bedauerlicherweise enden davon jährlich zwei Unfälle tödlich. Die meisten dieser Unglücke geschehen bei der Arbeit mit Güllefass, Güllerührwerk, Güllepumpe sowie Schläuchen und Leitungen. Etwa acht Prozent der Unfälle stehen im Zusammenhang mit Güllegasen. Die Gefahren sind dabei nicht zu unterschätzen, denn Schwefelwasserstoff, Kohlenstoffdioxid und Methan können in höheren Konzentrationen nicht mehr wahrgenommen werden und führen zu Bewusstlosigkeit oder sogar zum Atemstillstand. Offenes Feuer, Funkenbildung und Rauchen sind in Gülleanlagen strikt verboten, um Explosionen zu vermeiden.

Die SVLFG hebt die Bedeutung von Sicherheitsmaßnahmen beim Einstieg in Güllelager hervor. Vor dem Einstieg sollte das Güllelager vollständig entleert und die Gase abgeleitet werden. Zudem sollten Anlagenteile wie Rührwerke abgeschaltet und gesichert werden. Für ausreichende Atemluft muss gesorgt werden, und der Einstieg sollte nur mit einem Rettungsgurt und durch mindestens zwei Personen erfolgen. Im Unglücksfall gilt es, Ruhe zu bewahren, den Notruf 112 abzusetzen und Frischluft zuzuführen. Regelmäßige Unterweisungen für alle im Betrieb lebenden Personen sind unerlässlich. Weitere Informationen zum sicheren Umgang mit Gülle sind in der Broschüre B25 Flüssigmist auf der Website der SVLFG verfügbar.

Ein Rückblick auf die Unfallstatistik

In Anbetracht der aktuellen Situation ist erwähnenswert, dass die SVLFG über einen Rückgang der Arbeitsunfälle in der Landwirtschaft berichtet. Im Jahr 2024 ist die Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle im Vergleich zu 2023 gesunken. Während 2023 noch 32.217 Landwirte einen Unfall meldeten, waren es 2024 nur noch 31.959, was einem Rückgang von 258 Unfällen oder 0,8 Prozent entspricht. Zudem sank die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle in der Landwirtschaft von 73 im Vorjahr auf 54 im Jahr 2024, was einen Rückgang von 26 Prozent bedeutet. Diese Zahlen zeigen, dass trotz der Risiken beim Umgang mit Gülle Fortschritte bei der Sicherheit in der Landwirtschaft erzielt werden können. Quelle.