In Erlangen wird es wieder lebhaft, denn die Bergkirchweih steht vor der Tür! Der Duft von frisch gezapftem Bier weht bereits durch die Straßen, während sich die Vorfreude auf das älteste Bierfest der Welt, das seit 1755 gefeiert wird, spürbar macht. Es ist ein zwölftägiges Volksfest, das jährlich um Pfingsten stattfindet und sich über etwa einen Kilometer am Burgberg erstreckt. Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag vor Pfingsten mit dem traditionellen Anstich und geht bis zum Fassbegräbnis zwölf Tage später – eine Zeit voller Geselligkeit und fränkischer Gemütlichkeit.
Ein besonderer Mensch, der die Geschichte dieses Festes über fast vier Jahrzehnte hinweg dokumentiert hat, ist Harald Sippel. Seine unglaublichen Fotografien erzählen nicht nur von den festlichen Tagen selbst, sondern auch von den kleinen Pannen und erinnerungswürdigen Szenen, die sich im Laufe der Jahre ereignet haben. Seit den 1990er Jahren hält er den Anstich fest und lässt uns durch seine Bilder an der jüngeren Geschichte der Bergkirchweih teilhaben. Der Artikel über ihn, verfasst von Markus Hörath und veröffentlicht am 20.05.2026, hebt hervor, wie Sippel das Fest mit einer künstlerischen Linse betrachtet und so die Atmosphäre und die Erlebnisse der Besucher einfangen konnte. Mehr dazu findet sich in dem detaillierten Bericht von nn.de.
Ein Fest voller Traditionen
Die Bergkirchweih ist nicht nur ein Fest des Bieres; sie feiert auch das Patrozinium der Altstädter Dreifaltigkeitskirche mit einem Gottesdienst am Sonntag nach Pfingsten. In den letzten Jahren haben sich die Traditionen weiterentwickelt. Aus den 15 Bierkellern, die an der Veranstaltung beteiligt sind, strömt der Duft von frisch gezapftem Bier, und die Besucher können in einem der größten Biergärten Europas Platz nehmen, der im Jahr 2018 rund 11.000 fest installierte Sitzplätze bot. Das Sitzen im Freien, umgeben von Freunden und Familie, ist ein fester Bestandteil der fränkischen Kultur.
Ein echter Hingucker ist der Entla’s Keller, der einzige Bierkeller, der ganzjährig geöffnet ist. Hier fließt das Bier das ganze Jahr über und zieht Bierliebhaber an, die auch außerhalb der Bergkirchweih nicht auf ihr Lieblingsgetränk verzichten möchten. Die Veranstaltung gehört zu den fünf größten Volksfesten in Bayern und zieht jährlich über eine Million Besucher an. Trotz der Herausforderungen, die die Bergkirchweih in ihrer Geschichte überstanden hat – sie fiel insgesamt 17 Mal aus, unter anderem wegen des Ersten und Zweiten Weltkrieges sowie der COVID-19-Pandemie – bleibt sie ein unverzichtbarer Teil der Erlanger Identität.
Kulturelles Erbe und Ausblick
Ab 2026 wird die Bergkirchweih offiziell als schützenswertes Kulturgut anerkannt – ein Schritt, der die Bedeutung dieses Festes unterstreicht. Die Bergkirchweih ist nicht nur ein Ort des Feierns, sondern auch ein Fenster zur fränkischen Kultur und Geschichte. In einer Zeit, in der viele Traditionen verloren gehen, ist es umso wichtiger, solche Veranstaltungen zu bewahren. Die Atmosphäre, das Lachen, die Musik und die Geselligkeit – all das macht die Bergkirchweih zu einem unvergesslichen Erlebnis. Es ist eine Gelegenheit, in die eindrucksvolle Kultur Deutschlands einzutauchen, die weit über die Bierkrüge hinausgeht.
Mit all diesen Facetten ist die Bergkirchweih ein hervorragendes Beispiel für die lebendige Volksfestkultur in Deutschland. Ob es nun das Oktoberfest in München ist, das Stuttgarter Frühlingsfest oder die Nürnberger Volksfest – jedes Fest hat seine eigene Geschichte und Traditionen, die es zu einem einzigartigen Erlebnis machen. Die Bergkirchweih steht hier in einer Reihe mit den bekanntesten und beliebtesten Volksfesten Deutschlands, und das zu Recht.