Am 4. Mai 2026 erhielt der ehemalige Landrat Josef Hauner nicht nur Glückwünsche zu seinem 75. Geburtstag, sondern auch eine herzliche Gratulation von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. In einem persönlichen Glückwunschschreiben würdigte Herrmann Hauners unermüdlichen Einsatz für den Landkreis Freising, der über die letzten Jahrzehnte hinweg von seiner Sachlichkeit und seinem Engagement geprägt war. Hauner, ein CSU-Politiker, hat auf eine beeindruckende politische Laufbahn zurückblicken können. Von 1978 bis 2008 war er Mitglied des Stadtrats Freising und von 1990 bis 2008 der zweite Bürgermeister. Zudem gehörte er von 1984 bis 2014 dem Kreistag an und führte von 2014 bis 2020 als Landrat die Geschicke des Landkreises Freising.

Während seiner Zeit als Landrat hat Hauner entscheidende Weichen für die Zukunft des Landkreises gestellt. Besonders in den Bereichen Bildung, Infrastruktur, Gesundheit und Mobilität hat er bedeutende Projekte initiiert. Unter anderem sorgte er für die Umgestaltung und Erweiterung des Klinikums Freising sowie für den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem politischen Amt bleibt Hauner aktiv und engagiert sich für das Gemeinwohl. Er ist Vorsitzender des Stiftungsvorstands der Bürgerstiftung Freising, die sich für Solidarität und Zusammenhalt in der Gesellschaft einsetzt und sich um die Belange von Kindern, Senioren und sozial benachteiligten Menschen kümmert.

Ein Leben für die Politik

Josef Hauners politisches Wirken erstreckt sich über mehr als vier Jahrzehnte, in denen er viele Herausforderungen meistern musste. Im Frühjahr 2020, als er aus dem Amt des Landrats schied, war die Verabschiedung aufgrund der Pandemie nur verspätet möglich. Thomas Karmasin, Präsident des Bayerischen Landkreistags, würdigte in diesem Rahmen die lange und erfolgreiche politische Laufbahn Hauners. Auch Staatsminister Florian Herrmann bemerkte, dass Hauner die Bürde seines Amts stets mit Bravour getragen hat. In den letzten Jahren seiner Amtszeit war Hauner mit verschiedenen Problemen konfrontiert, wie etwa der Unterbringung von Flüchtlingen und der Bekämpfung von Umweltschäden, die durch krebserregende Malachit verseuchte Fische in der Moosach verursacht wurden.

Seine direkte Art in Sitzungen wurde oft gelobt. Robert Scholz, sein ehemaliger Stellvertreter, erinnerte sich an die klare und ehrliche Kommunikation, die Hauner stets pflegte. Er setzte sich besonders für das Schulwesen ein, vollendete die Lerchenfelder Realschule und initiierte einen Wettbewerb für ein neues Berufsschulzentrum. Helmut Petz, sein Nachfolger, betonte in seiner Ansprache, dass Hauner ihm ein solides Fundament für seine Amtszeit hinterlassen hat. Auch die Einrichtung eines Kriseninterventionsteams, das Petz in den ersten Tagen seiner Amtszeit während der Pandemie unterstützte, zeigt Hauners Weitblick.

Ein Rückblick auf die Herausforderungen

Hauner wollte sein Amt integer und bodenständig ausüben, mit einem klaren Fokus auf Kollegialität. Er hat die Bedeutung des Ehrenamts stets hervorgehoben und dessen Rolle für den Staat als essenziell betrachtet. Mit seinem offiziellen Rückzug aus der Politik hinterlässt er eine Lücke, die schwer zu füllen sein wird. Die lokalen politischen Strukturen stehen vor einer Herausforderung, denn immer weniger Menschen übernehmen Verantwortung für politische Ehrenämter. Der Freistaat Bayern sucht aktuell mehr als 39.000 Mandatsträger für die bevorstehenden Kommunalwahlen im nächsten Jahr.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Situation ist angespannt. Der Bayerische Gemeindetag hat bereits eine Jobbörse für Kommunalpolitiker veranstaltet, um neue Gesichter zu gewinnen. Stadtrat Michael Schaller (CSU) und Doris Götz (SPD) berichteten von den Schwierigkeiten, geeignete Kandidaten für Städte- und Gemeinderäte zu finden. Die Gründe sind vielfältig: familiäre und berufliche Verpflichtungen, ein zunehmend unsicheres politisches Klima und sogar Berichte über Beleidigungen und Bedrohungen gegenüber Kommunalpolitikern. Laut einer Forsa-Umfrage hat ein Viertel der ehrenamtlichen Kommunalpolitiker bereits solche Erfahrungen gemacht, was das Vertrauen der Bürger in die Politik stark beeinträchtigt.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat die Notwendigkeit betont, diese Entwicklungen ernst zu nehmen und für ein respektvolles Miteinander in der Politik einzutreten. Die Kommunalwahlen stehen vor der Tür und Wahlvorschläge können bis zum 8. Januar 2026 eingereicht werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die politische Landschaft in Bayern entwickeln wird – ob sie auf Hauners solide Basis aufbauen kann oder ob neue Herausforderungen auf die Kommunalpolitiker zukommen.