In der letzten Sitzung des Kreisausschusses in Freising wurde ein umfassendes Straßenbaupaket in Höhe von 6,5 Millionen Euro beschlossen. Diese Maßnahme zielt darauf ab, dringend benötigte Straßeninfrastrukturprojekte voranzutreiben, die aus den Vorjahren aufgeschoben wurden. Landrat Helmut Petz verteidigte die Ausgaben, während Albert Schindlbeck von „Freising für alle“ scharfe Kritik übte und achtmal mit Nein stimmte.
Die geplanten Maßnahmen umfassen unter anderem den Ausbau der FS28 zwischen Hörgersdorf und der Staatsstraße 2085, wofür 2,6 Millionen Euro für Grunderwerb und Baukosten eingeplant sind. Diese Maßnahme soll im Jahr 2027 ausgeführt werden. Darüber hinaus sind weitere Projekte vorgesehen, wie die Erneuerung der Deckschicht auf 3,3 km der FS2 zwischen Großeisenbach und Giggenhausen, die mit geschätzten Kosten von 610.000 Euro veranschlagt ist. Auch die Ortsdurchfahrt Goldach, 800 Meter lang, und die FS16 zwischen Attenkirchen und Wimpasing sind Teil der Pläne, die insgesamt eine Reihe von Investitionen in die regionale Verkehrsinfrastruktur darstellen. Die vollständige Übersicht der Maßnahmen ist in einem Artikel von Merkur zu finden.
Vielfalt der Straßenbauprojekte
Zu den weiteren Maßnahmen gehören die Ortsdurchfahrt Moosburg und die FS32 von Au bis Nandlstadt, die mit 310.000 Euro und 860.000 Euro veranschlagt sind. Auch die Sanierung der FS33 zwischen Weng und der Autobahn, sowie die Ortsdurchfahrt Lauterbach stehen auf der Agenda. Bei dieser Maßnahme verbleiben 1,14 Millionen Euro beim Landkreis, nachdem die Gemeinde Fahrenzhausen und Fördermittel für einen Gehweg abgezogen wurden.
Die Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland erfolgt aus verschiedenen Quellen, wobei der größte Teil der Mittel aus dem Steueraufkommen stammt, etwa zwei Drittel. Zusätzlich fließen knapp ein Drittel der Mittel aus der Lkw-Maut, welche seit der Einführung im Jahr 2005 zur Nutzerfinanzierung der Straßen beiträgt. Diese Einnahmen werden seit 2011 ausschließlich für Bundesfernstraßen verwendet. Die Notwendigkeit einer Neuausrichtung der Infrastrukturfinanzierung ist evident, da der Verkehrshaushalt in Konkurrenz zu anderen Politikfeldern steht, wie Bildung oder Forschung.
Effizienz durch Zusammenarbeit
Eine der Prämissen, die in der Verkehrsplanung verfolgt wird, lautet „Erhalt vor Aus- und Neubau“. Das bedeutet, dass die Erhaltung bestehender Infrastruktur Priorität hat. Durch die Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und privatem Know-how in öffentlich-privaten Partnerschaften (ÖPP) können Effizienzgewinne realisiert werden. Diese Projekte ermöglichen eine schnellere Umsetzung, was wiederum einen zusätzlichen volkswirtschaftlichen Nutzen bringt. Der Lebenszyklusansatz, der Bau, Erhalt, Betrieb und Finanzierung aus einer Hand ermöglicht, ist ein Schlüssel zu einer modernen Verkehrsinfrastruktur.
Insgesamt zeigt sich, dass die geplanten Straßenbauprojekte in Freising nicht nur eine Reaktion auf bestehende Herausforderungen darstellen, sondern auch Teil einer umfassenderen Strategie sind, um die Verkehrsinfrastruktur zukunftssicher zu gestalten. Die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Gemeinden wird dabei als essenziell erachtet, um die Verkehrsverhältnisse in den Gemeinden nachhaltig zu verbessern.