Heute ist der 27.05.2026 und die Luft über Freising scheint schwer zu sein – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Bürgerverein Freising bringt mit seinen Sorgen und Ängsten die Probleme rund um den Flughafen in den Fokus. Die Mitglieder, darunter Wolfgang Herrmann und Stefan Neumann, haben einen Geruch identifiziert, den sie klar als Kerosin wahrnehmen. Diese Erkenntnis ist nicht nur unangenehm, sondern wirft auch Fragen zur Gesundheit auf. Die Ultrafeinen Partikel (UFP), die durch die Kerosinverbrennung entstehen, sind maximal 100 Nanometer groß und könnten gesundheitliche Risiken bergen. Die Universität Bayreuth befasst sich seit sechs Jahren mit diesen Partikeln, doch die Forschung steht noch am Anfang.
Das Umweltbundesamt scheint sich der Problematik bewusst zu sein und warnt, dass UFP in der Außenluft ein gesundheitliches Risiko darstellen, auch wenn die genauen Risiken nicht eindeutig quantifiziert werden können. Vor allem am Flughafen sind die Konzentrationen am höchsten, was die Anwohner besorgt. Der Bürgerverein kritisiert die ausbleibenden Reaktionen von Flughafen und Staatsregierung und fordert proaktives Handeln. Vorschläge zur Reduzierung der UFP umfassen unter anderem den Einsatz von Taxibots und das Tragen von Schutzmasken durch Flughafenmitarbeiter. Man kann sich kaum vorstellen, dass es so weit kommen muss!
Messstationen und Luftqualität
In Bayern gibt es fünf Messstationen, die die Luftqualität überwachen, darunter auch in Freising und Hallbergmoos. Die Messwerte zeigen alarmierende Ergebnisse: Die UFP-Konzentrationen sind hier höher als in München und Augsburg. Es ist fast erschreckend zu erfahren, dass 67 bis 70 Prozent der Tagesmittelwerte im Umfeld des Flughafens unter dem WHO-Orientierungswert von 10.000 Partikeln liegen. Das klingt zunächst beruhigend, doch das bedeutet auch, dass an einem Drittel der Tage die Werte höher sind. Ein gewisses Unbehagen macht sich breit, wenn man darüber nachdenkt.
Eine mögliche Lösung könnte schwefelarmes Kerosin sein, das in vier bayerischen Raffinerien hergestellt werden könnte. Doch die Sache hat einen Haken: Es würde zu höheren Kosten führen. Der Freisinger FW-Abgeordnete Benno Zierer hat bereits den Flughafen-Aufsichtsratschef und Finanzminister Albert Füracker aufgefordert, aktiv zu werden, doch bislang ohne Erfolg. Der Bürgerverein hat sogar einen Brief an Ministerpräsident Markus Söder geschrieben, um den dringenden Handlungsbedarf zu betonen, aber die Antwort des Finanzministeriums war ernüchternd – es wurde lediglich auf das bestehende Messsystem verwiesen.
Spannungen zwischen Bürgerverein und Politik
Diese Situation sorgt für Spannungen, besonders zwischen dem Bürgerverein und Staatsminister Florian Herrmann, der sich über die öffentliche Kritik ärgert. Man fragt sich, ob die Politik wirklich die Anliegen der Betroffenen ernst nimmt. Die Luftqualität, die bekanntlich die Reinheit und Schadstoffbelastung der Luft misst, wird nicht nur durch natürliche Quellen wie Bodenpartikel oder Pollen beeinflusst, sondern auch durch menschliche Aktivitäten wie Verbrennungsprozesse. Hohe Konzentrationen von Partikeln und Stickstoffdioxid (NO2) können gesundheitsschädlich sein – ein Umstand, der nicht ignoriert werden kann.
Eine Langzeitexposition gegenüber NO2 erhöht die Anfälligkeit für Atemwegserkrankungen und kann sogar zu langfristigen gesundheitlichen Problemen führen. Das zeigt, wie wichtig es ist, die Luftqualität ernsthaft zu überwachen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Die EU hat bereits Immissionsgrenzwerte festgelegt, um die Luftqualität zu verbessern. Doch wie sieht es in der Praxis aus? Deutschland hat die Verantwortung, dies zu überprüfen und zu handeln, bevor es zu spät ist.
